MASARYKOVA UNIVERZITA PEDAGOGICKÁ FAKULTA katedra nìmeckého jazyka a literatury Bakaláøská práce Brno 2006 Vlasta Charvátová MASARYK-UNIVERSITÄT PÄDAGOGISCHE FAKULTÄT Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur Typische Aussprachefehler von tschechischen Muttersprachlern und Methoden ihrer Behebung (Bakalaureatsarbeit) Brünn 2006 Verfasserin: Vlasta Charvátová Betreuerin: PhDr. Alena Kováøová Prohlá¹ení Prohla¹uji, ¾e jsem bakaláøskou práci zpracovala samostatnì a pou¾ila jen prameny uvedené v seznamu literatury. Souhlasím, aby práce byla ulo¾ena na Masarykovì univerzitì v Brnì v knihovnì Pedagogické fakulty a zpøístupnìna ke studijním úèelùm. v Brnì dne 12.kvìtna 2006 Vlasta Charvátová INHALTSVERZEICHNIS Einführung..........................................................................................4 1..... Klassifikation und Beschreibung der Lauten aus der phonetischen Sicht 6 1.1. Vokale. 6 1.2. Konsonanten. 6 1.3. Diphthonge. 7 2..... Segmentale Ebene der deutschen Sprache. 8 2.1. System der deutschen Vokale. 9 2.2. System der tschechischen Vokale. 9 2.3. Charakteristik der deutschen Vokale. 9 2.3.1. Vokale, die zu den typischen Aussprachefehlern der tschechischen Muttersprachler gehören 10 2.4. Charakteristik der deutschen Diphthonge. 15 2.4.1. Diphthonge, die zu den typischen Aussprachefehlern der tschechischen Muttersprachler gehören 16 2.5. Charakteristik der deutschen Konsonanten. 17 2.5.1. Konsonanten, die zu den typischen Aussprachefehlern der tschechischen Muttersprachler gehören 17 3..... Suprasegmentale Ebene der deutschen Sprache. 20 3.1 Der Akzent 20 3.2 Die Reduktion. 25 3.3 Die Intonation. 26 Zusammenfassung...............................................................................28 Resumé..............................................................................................29 Literatur...........................................................................................30 Einführung Für meine Bakalaureatsarbeit wählte ich aufgrund der Vorlesungen "Phonetik und Phonologie", die im ersten Jahr an der Hochschule stattfanden, das Thema "Typische Aussprachefehler von tschechischen Muttersprachlern und Methoden ihrer Behebung". Während dieser Unterrichtsstunden traf ich mich zum ersten Mal mit dem Begriff "Phonetik" und erfuhr eigentlich, was Phonetik bedeutet, und wozu sie dient. Für diese Vorlesungen interessierte ich mich sehr viel und nahm jede Woche an ihnen teil. Meiner Meinung nach ist es ein großer Schade, dass diese Lehrveranstaltungen auch im zweiten und dritten Jahr nicht fortgesetzt werden. In dieser Zeit gibt's zwar viele Kassetten mit deutschen Muttersprachlern, aber ich finde sie ein bisschen sinnlos. Man kann jeden Tag mit diesen Kassetten seine Aussprache üben, aber wenn dabei niemand korrigiert, erfährt man nie, ob man die einzelnen Wörter wirklich richtig ausspricht. Ich denke, dass das schon die Kinder an den Grundschulen lernen sollten. Wenn ich mich aber auf die Deutschstunden an der Grund- oder Mittelschule erinnere, weiß ich, dass die Lehrer oder Lehrerinnen fast keine Aufmerksamkeit der Phonetik widmeten. Wir lernten nur die Aussprache der umgelauteten Vokale, wie ü, ö und ä. Über Akzent oder Intonation erfuhr ich leider gar nichts. Wie ich selbst schon feststellte, ist die richtige Aussprache sehr wichtig. Es ist nämlich sehr leicht, die einzelnen falsch ausgesprochenen Wörter zu vertauschen. Das kann selbstverständlich verursachen, dass der Hörer den Sinn des ganzen Satzes gar nicht oder falsch versteht. Damit wir solche Missverständnisse vermeiden, ist es notwendig, auf richtige Aussprache, Intonation und richtigen Akzent zu achten. Diese Arbeit möchte ich in drei Hauptteile gliedern. Der erste theoretische Teil wird sich mit der Klassifikation und Beschreibung der Laute aus der phonetischen Sicht befassen. Im zweiten Teil werde ich mich der segmentalen Ebene und im dritten Teil der suprasegmentalen Ebene der deutschen Sprache widmen. Im zweiten Teil werde ich mich mit einzelnen Lauten befassen, die in der tschechischen Sprache überhaupt nicht existieren oder ganz anders ausgesprochen werden und sind fast immer die typischen Aussprachefehler der Muttersprachler. Im dritten Teil möchte ich versuchen, die wichtige Rolle des Akzents, der Intonation und Reduktion zu beschreiben und zu erklären. Weiter erkläre ich einen Hauptunterschied zwischen der tschechischen und deutschen Sprache, die zu silbenzählenden und akzentzählenden Sprachen gehören. 1. Klassifikation und Beschreibung der Lauten aus der phonetischen Sicht 1.1. Vokale Bei der Artikulation der Vokale steht kein Hindernis dem Atmensstrom im Wege und deswegen nennt man sie als reine Tone. Artikulation der Vokale teilen wir nach: o der horizontalen Bewegung der Zunge -- die vorderen und hinteren Vokale o der vertikalen Bewegung der Zunge -- die hohen, mitteln und tiefen Vokale o der Lippenstellung -- die gerundeten und nicht gerundeten Vokale o der Größe des Kieferwinkels -- die geschlossenen und offenen Vokale Weiter unterscheiden wir die Vokale nach ihrer Länge als kurze und lange. Alle Vokale sind immer stimmhaft und silbenbildend. 1.2. Konsonanten Bei der Artikulation der Konsonanten steht ein Hindernis dem Atmensstrom im Wege und deswegen nennt man sie als Reibelaute oder Verschlusslaute. Artikulation der Konsonanten teilen wir nach: o der Artikulationsart -- Verschlusslaute, Affrikaten, Frikativen o der Artikulationsstelle -- die bilabialen, labiodentalen, alveolaren, palatalen, velaren, laryngalen Konsonanten o den stimmlosen und stimmhaften, bzw. gespannten und ungespannten Lauten o den oralen und nasalen Konsonanten o den paarigen und unpaarigen Konsonanten 1.3. Diphthonge Die Diphthonge ordnen wir den langen Vokalen zu. Es geht um eine Verbindung zweier Vokale in einer Silbe. Nach der Artikulation teilen wir die Diphthonge in: o steigende und fallende Diphthonge Manchmal kommt es zur Verbindung drei Vokale in einer Silbe und dann entsteht der sogenannte Triphthong. In der deutschen Sprache könnten wir für den Triphthong z.B. das Wort Eier halten. 2. Segmentale Ebene der deutschen Sprache In diesem Teil beschreibe ich die Hauptunterschiede zwischen den deutschen und tschechischen Vokalen, Diphthongen und Konsonanten, die zu typischen Aussprachefehlern der tschechischen Muttersprachler führen. Bei den Vokalen finde ich als Hauptunterschied die Zahl der Vokale. Die deutsche Sprache hat um sechs bis sieben Vokale mehr, mit deren Aussprache die tschechischen Muttersprachler meistens Probleme haben. Bei den Diphthongen ist der Zahlunterschied nicht so stark. In der tschechischen Sprache gibt's nur einen Diphthong, die deutsche Sprache hat drei Diphthonge. Ich finde zwei Hauptprobleme in der Aussprache der Diphthonge. Das erste Hauptproblem finde ich in der Artikulation der Diphthonge, wo die tschechischen Muttersprachler den Konsonant "j" aussprechen. Dieser Konsonant darf aber auf keinen Fall ausgesprochen werden. Als zweites Hauptproblem finde ich ungenügende Rundung, die verursacht, dass der Unterschied zwischen [oo/] und [ae] vertönt. Bei den Konsonanten finde ich zwei Hauptunterschiede zwischen der deutschen und tschechischen Sprache. Bei der Artikulation der deutschen Konsonanten müssen wir vor allem auf die Spannung der Sprechorgane achten, die charakteristisch ist. Bei den gespannten Konsonanten dürfen wir auch nicht vergessen, auf die Behauchung aufzupassen. Bei den tschechischen Konsonanten existiert nämlich keine Behauchung. 2.1. System der deutschen Vokale Das System der deutschen Vokale bilden 16 vokalische Phoneme. Zu diesen Vokalen gehört laut Fachliteratur auch das vokalisierte [*], dessen Artikulation zwischen reduziertem [@] und a liegt. 2.2. System der tschechischen Vokale System der tschechischen Vokale bilden 10 vokalische Phoneme. Daraus folgt, dass die deutschen Vokale, die in der tschechischen Sprache nicht erscheinen oder anders ausgesprochen werden, verursachen den tschechischen Muttersprachlern Probleme und deswegen muss man ihnen bei ihrer Einübung große Aufmerksamkeit widmen. 2.3. Charakteristik der deutschen Vokale o Bei der Artikulation der deutschen Vokale kommt zum Kontrast geschlossener x offener Vokal. Der kurze Vokal ist in der Regel offen, der lange Vokal ist geschlossen. Das gilt aber nicht für kurzes [a], weil es mehr geschlossen als langes [a:] ist. Ausnahme im System der langen deutschen Vokale ist das lange [e:], das offen ausgesprochen werden soll. Die tschechischen Vokale haben Mittelstufe der Offenheit. o Für deutschen Vokale ist charakteristisch -- lange geschlossene Vokale sind gespannt und kurze offene Vokale sind ungespannt. o Kontrast gerundete x ungerundete Vokale hat eine distinktive Funktion bei den vorderen Vokalen. In der tschechischen Sprache existiert keine vordere Reihe der labialisierten Vokale. o Aufgrund der Betonung unterscheidet die deutsche Sprache betonte und unbetonte Vokale. Zu den unbetonten Vokalen gehören das reduzierte [@], das der häufigste deutsche Vokal ist, und das vokalisierte [*]. Zu den reduzierten Vokalen gehören die nicht silbenbildenden Vokale [i] und [u]. o Die deutschen Vokale sind auch wie die tschechischen oral. Die nasalen Vokale erscheinen nur in Fremdwörtern. 2.3.1. Vokale, die zu den typischen Aussprachefehlern der tschechischen Muttersprachler gehören [ y: ] langes geschlossenes gespanntes ü Grapheme: ü, üh, ui, y Im Tschechischen erscheint dieser Vokal überhaupt nicht und die Rundung hat in diesem Fall eine distinktive Funktion. Der typische Aussprachefehler dabei ist die ungenügende Lippenrundung. Einübung: die Tür x das Tier die Bühne x die Biene spülen x spielen für x vier [ y ] kurzes offenes ungespanntes ü Grapheme: ü, y Im Tschechischen erscheint dieser Vokal überhaupt nicht und die Rundung hat in diesem Fall eine distinktive Funktion. Der typische Aussprachefehler ist die ungenügende Lippenrundung. Einübung: das Gerücht x das Gericht küssen x das Kissen müssen x missen Die Einhaltung der kurzen und langen Aussprache "ü" ist wichtig, um Wörterbedeutung zu unterscheiden. Einübung: die Hütte x die Hüte füllen x fühlen ich wüsste x die Wüste [ e: ] langes geschlossenes gespanntes e Grapheme: e, ee, eh Im Tschechischen erscheint überhaupt nicht. Die Artikulationsstelle steht dem "i" nahe, aber statt "i" sprechen wir "e" aus. Der Kieferwinkel muss sehr klein sein. Es geht um den häufigsten Fehler der tschechischen Muttersprachler, weil es als offenes tschechisches "e" ausgesprochen ist. Bei der falschen Artikulation kommt es zur Wortverwechslung. Einübung: die Beeren x die Bären die Ehre x die Ähre sehen x säen [ e: ] langes offenes ungespanntes e Grapheme: ä, äh Dieser Vokal entspricht nicht dem System der deutschen Vokale, da dieser Vokal offen ausgesprochen werden soll, obwohl es sich um einen langen Vokal handelt. Er darf nicht als gerundetes "ö" ausgesprochen werden. Einübung: Mähren x die Möhren wir läsen x lösen [ e ] kurzes offenes ungespanntes e Grapheme: e, ä Bei der Aussprache macht dieser Vokal keine Schwierigkeiten. Es muss aber immer der Unterschied zwischen dem langen -- geschlossenen und dem kurzen -- offenen Vokal eingehalten werden. Einübung: das Heer x der Herr fehlen x fällen wen x wenn den x denn [ o/: ] langes geschlossenes gespanntes ö Grapheme: ö, öh, oe Im Tschechischen erscheint [o/:] überhaupt nicht und die Labialisierung hat in diesem Fall eine distinktive Funktion. Der typische Aussprachefehler ist die ungenügende Lippenrundung. Einübung: die Löhne x die Lehne die Höfe x die Hefe lösen x lesen [ oe ] kurzes offenes ungespanntes ö Graphem: ö Im Tschechischen erscheint [oe] überhaupt nicht und die Labialisierung hat in diesem Fall eine distinktive Funktion. Der typische Aussprachefehler ist die ungenügende Lippenrundung. Einübung: die Hölle x helle die Wörter x der Wärter können x kennen völlig x fällig Der Unterschied zwischen der langen und kurzen Aussprache "ö" muss eingehalten werden. Einübung: die Höhle x die Hölle das Röslein x das Rösslein [ @ ] reduziertes e, das sog. Murmel-e oder der Schwa-Laut Graphem: e Im Tschechischen erscheint überhaupt nicht. Beim Einüben der reduzierten Aussprache "e" muss man große Aufmerksamkeit widmen, da es sich um den häufigsten deutschen Vokal handelt. Er wird ausschließlich in unbetonten Silben ausgesprochen und dauert sehr kurz. Beim Einüben der richtigen Reduktion "e" nutzen wir den starken deutschen Akzent. Reduziertes "e" wird realisiert: - vor allem in unbetonten Endungen und Endsilben - in unbetonten Vorsilben be-, ge- - als Einzelteil des Morphems -en: nach den Vokalen und Diphthongen Reduziertes "e" entfällt öfters: - in Endungen -en, -em, -el, -eln Die Ausnahme: ist die diminutive Nachsilbe -chen, wo das reduzierte "e" in der Aussprache eingehalten werden muss, z.B. Mädchen. [ * ] vokalisiertes r Vokalisiertes "r" üben wir gleich wie das reduzierte "e" im Zusammenhang mit dem starken Akzent. [ o: ] langes geschlossenes gespanntes o Grapheme: o, oo, oh Im Deutschen unterscheidet sich die Aussprache des langen "o" von dem Tschechischen sehr stark und deshalb ist dieses Phonem (zusammen mit dem langen geschlossenen "e") eines der häufigsten Fehler der tschechischen Muttersprachler. Beim Einüben der richtigen Aussprache achten wir auf konsequente Labialisierung und Einhaltung des kleinen Kieferwinkels. Die Artikulationsstelle nähert sich dem "u", aber statt "u" sprechen wir "o" aus. [ o ] kurzes offenes ungespanntes o Grapheme: o, ow Bei der Aussprache des langen und kurzen "o" muss man auf Einhaltung der Quantität achten. Einübung: der Ofen x offen die Rose x die Rosse die Schoten x die Schotten 2.4. Charakteristik der deutschen Diphthonge o Im Hochdeutsch gibt es 3 Diphthonge: [ae], [ao], [oo/] o Die Diphthonge bestehen aus zwei Teilen. Der erste Teil ist ein niedrigerer Vokal und der zweite ist ein höherer Vokal. o Die Diphthonge sind eine Kombination von offenen und geschlossenen Vokalen, die in eine Silbe gehören. o Der erste Vokal ist immer dominant und trägt den Akzent, der zweite Vokal wird reduziert ausgesprochen. Diese Tatsache ist sehr wichtig für das Einüben der richtigen Aussprache. o Die deutschen Diphthonge ordnen wir den langen Vokalen zu. 2.4.1. Diphthonge, die zu den typischen Aussprachefehlern der tschechischen Muttersprachler gehören [ ae ] Diphthong Grapheme: ei, eih, ai, ey, ay, in Fremdwörter auch i, y Im Tschechischen erscheint [ae] überhaupt nicht. Am Ende darf nicht "j" ausgesprochen werden. [ ao ] Diphthong Grapheme: au, auh, in Fremdwörter auch ou, ow Bei Aussprache dieses Diphthongs darf nicht "u" zu stark artikuliert werden. [ oo/ ] Diphthong Grapheme: eu, äu, bzw. oi, oy Im Tschechischen erscheint [oo/] überhaupt nicht. Zu dem Artikulationsfehler gehört die ungenügende Rundung der Lippen. 2.5. Charakteristik der deutschen Konsonanten o Bei der Artikulation der deutschen Konsonanten ist es notwendig, nicht zu vergessen, dass vor allem die Spannung der Sprechorgane charakteristisch ist. o Bei den gespannten Konsonanten müssen wir noch auf die Behauchung achten. Die Behauchung ist nicht bei allen Konsonanten gleich, am stärksten wird der Konsonant "k" und am schwächsten Konsonant "p" behaucht. Die Behauchung ist eine charakteristische Eigenschaft für Verschlusslaute. 2.5.1. Konsonanten, die zu den typischen Aussprachefehlern der tschechischen Muttersprachler gehören [ N ] der stimmhafte ungespannte velare nasale Konsonant Graphem: ng, n Dieser Konsonant befindet sich nie im Wortanlaut. Bei der Artikulation des velaren N sollte kein k oder g ausgesprochen werden, wobei gerade dieser Fehler einer der typischen Fehler der tschechischen Muttersprachler ist. Es ist notwendig zwischen dem Phonem N und den Varianten Nk und Ng zu unterscheiden. Einübung: N x Nk singen x sinken hingen x hinken der Engel x der Enkel die Wangen x wanken Vergleichen Sie die Artikulation: n x N x Nk Wannen Wangen wanken sinnen singen sinken [ ç ] Ich-Laut Grapheme: ch, -(i)g Im Tschechischen erscheint überhaupt nicht und bei der Artikulation vom Ich-Laut kommt sehr oft zu Artikulationsfehlern, da das tschechische "ch" mehr dem Ach-Laut entspricht. Für tschechische Muttersprachler können für Einübung von Ich-Laut die Wörter píchat x páchat dienen. Zur Einübung für ähnliche Artikulationen kann man j, ¹ oder » ausnutzen. Der Ich-Laut erscheint nur im Wortin und Auslaut: - nach allen vorderen Vokalen -- insgesamt 9 vokalische Phoneme - nach Diphthongen, deren Artikulation in vorderen Teil der Mundhöhle abzielt -- ei/ai, eu/äu - nach Sonoren -- l, r, n - in den Nachsilben -chen, -ich, -ig/-igkeit Einübung: [ ç ] x [ x ] sprechen x die Sprache die Nächte x die Nacht ich möchte x ich mochte die Köche x der Koch die Bücher x das Buch die Bräuche x der Brauch Die Problematik dieses Lautes liegt in der Tatsache, dass wir im Tschechischen nur eine Variante vorfinden, während wir im Deutschen zwei Varianten haben, den sog. Ach-Laut und sog. Ich-Laut. Die Realisierung des Ach-Lautes macht kaum Schwierigkeiten. Obwohl die Bildungsstelle des deutschen Ach-Lautes gewöhnlich etwas tiefer im Rachen liegt als im Tschechischen, wirkt diese etwas die verschobene Bildungsstelle im Deutschen kaum störend. Problematischer ist der Ich-Laut, der im Deutschen in Verbindung mit den vorderen Vokalen e, i, ü, ö, ei, eu und nach den Konsonanten l, n und r obligatorisch auftritt und dessen Bildungsstelle mit der des Ach-Lautes überhaupt nichts Gemeinsames hat, weil diese nämlich am harten Gaumen liegt und nicht am weichen. Man kann nicht behaupten, dass dieser Laut im Tschechischen völlig unbekannt wäre. Er tritt bei palatalem » und ï in der Endstellung auf, wie z.B. in den Wörtern na» oder ¾erï, aber eben nur in der Endstellung. Im Deutschen ist es ein selbständiger Laut und kann in den verschiedensten Positionen vorkommen und darin liegt für Deutsch lernende Tschechischsprecher die Schwierigkeit. Wir haben schon gesagt, die Bildungsstelle des Ich-Lautes liegt am harten Gaumen bzw. im Palatum. Suchen wir uns ein Wort, das mit J beginnt, z.B. jeden. Wir müssen uns nun ganz genau bewusst machen, wo die Bildungsstelle des J liegt und lassen die Zunge in dieser Stellung. Dann lassen wir den stimmtragenden Ton weg, den wir bei J brauchen, und drücken die Luft mit einem Stoß bei dieser Zungenstellung nach vorn -- und der Ich-Laut ist realisiert! Der Ach-Laut muss nicht unbedingt geübt werden.[1] [ l ] die stimmhafte ungespannte prealveolare Frikative Grapheme: l, ll Im Unterschied zum tschechischen "l" wird mehr vorne gebildet. Das Einüben der richtigen Artikulation macht den tschechischen Muttersprachlern relativ große Schwierigkeiten und erfordert übliche Aufmerksamkeit. Der akustische Unterschied in der Aussprache des deutschen "l" kann man bei der Artikulation folgender Wörter vergleichen: alt, kalt, halb, gelb, hell, Hotel. 3. Suprasegmentale Ebene der deutschen Sprache Meiner Meinung nach gehört die suprasegmentale Ebene der deutschen Sprache zu den wichtigsten Kenntnissen, damit man richtig die deutschen Wörter und ganzen Sätze interpretiert, richtig artikuliert und die Sprache auch richtig versteht. 3.1 Der Akzent Der deutsche Akzent ist dynamisch und nutzt Kraft des Atmensstromes aus. Im Vergleich mit dem Tschechischen ist er sehr stark und verursacht starke Reduktion der unbetonten Silben. Jede Silbe, die den Akzent trägt, unterscheidet sich dadurch von anderen Silben, die unbetont sind und wesentlich schwächer ausgesprochen werden. Der starke Akzent liegt meistens auf der ersten Stammsilbe, z.B. `lesen, `trinken, `Haare. Damit kommt zur Verbindung des Akzents mit der semantischen Seite der deutschen Wörter. Ein ungenügend starker Akzent gehört zu den wichtigsten Aussprachefehlern von tschechischen Muttersprachlern, weil der tschechische Akzent nicht so stark und ausdrucksvoll ist. Der deutsche Akzent füllt eine distinktive Funktion und wenn der Sprecher die richtige Aussprache des starken Akzents nicht einhält, kann es leicht passieren, dass es zum Missverständnis kommt. Als Beispiel möchte ich Wort "August" angeben. Wenn der Sprecher `August ausspricht, bedeutet das, dass der Sprecher über einen Spaßmacher spricht und wenn er Au`gust ausspricht, spricht man über einen Kalendermonat. Die Unterschiede im Akzent findet man auch in der Grammatik. Es geht z.B. um einige Vorsilben, die teilweise betont und teilweise unbetont sind. Der große Fehler mehrerer Lehrbücher ist, dass sie die Vorsilben als trennbar und untrennbar unterscheiden und legen sehr wenig Wert auf ihre unterschiedliche Betonung. In dieser Gruppe befinden sich folgende Vorsilben: o durch- o über- o um- o unter- o wieder-/wider- o hinter- o miss- Für das richtige Einüben der Aussprache führe ich ein paar Beispiele an: `durchschauen x durch`schaue ich schaue `durch ich durch`schaue (dívat se skrz nìco) (nìco, nìkoho prokouknout) `umschreiben x um`schreiben ich schreibe `um ich um`schreibe (pøepsat) (opsat jinými slovy) `unterhalten x unter`halten ich halte `unter ich unter`halte (dr¾et pod nìèím) (bavit se) `wiederholen x wieder`holen ich hole `wieder ich wieder`hole (opìt pøinést) (opakovat) `übersetzen x über`setzen ich setze `über ich über`setze (pøevézt na druhou stranu) (pøelo¾it, pøekládat) Alle oben genannten Fälle zeigen, dass der Akzent doppelte grammatische Formen dieser Verben bestimmt. In einigen Fällen existieren nur diese Vorsilben als eine Variante -- entweder mit oder ohne Betonung: der `Unterricht x unter`richten der `Missbrauch x miss`brauchen Im Deutschen existieren auch die Vorsilben, die man sich sehr leicht merken kann, weil sie immer entweder betont oder unbetont sind: 1. die Vorsilben, die immer unbetont => untrennbar sind (insgesamt 7 Vorsilben): be-, ge-, emp-, ent-, er-, ver-, zer- z.B.: be`kommen, ge'fallen, emp'fehlen, ent'schuldigen, er`lauben, ver'gessen, zer'legen 2. die Vorsilben, die immer betont => trennbar sind (ca. 20 Vorsilben) -- sie können akzenttragend sein, weil sie ursprünglich Präpositionen oder Adverbien waren: ab-, an-, auf-, aus-, bei-, dar-, ein-, empor-, fort-, her-, hin-, los-, mit-, nach-, nieder-, vor-, weg-, weiter-, zu-, zurück- z.B.: `ablegen, `ansehen, `aufstehen, `ausgeben, `beibringen, `darstellen, `einnehmen, `emporheben, `fortsetzen, `herkommen, `hinfahren, `loswerden, `mitnehmen, `nachfragen, `niederlassen, `vorstellen, `wegnehmen, `weiterleiten, `zumachen, `zurückfahren Der deutsche Akzent bestimmt Charakter der deutschen Aussprache und deswegen nennt man Deutsch als akzentzählende Sprache. Im Vergleich dazu ist Tschechisch die silbendzählende Sprache mit nicht zu starken Akzent und mit vollen unreduzierten Silben. Es ist wichtig, auf diesen größten Unterschied aufzupassen. Im meisten Fällen passiert es den tschechischen Muttersprachlern, dass sie automatisch alle Silben gleich stark und nicht reduziert wie im Tschechischen aussprechen. Dadurch entsteht einer der größten und häufigsten Aussprachefehler der tschechischen Muttersprachler. Der tschechische Akzent füllt keine distinktive Funktion und darum ist vom Anfang an notwendig, der Akzentübung die entsprechende Aufmerksamkeit zu widmen. Bei Fremdwörtern ins Deutsche ist es notwendig, auf den Wortakzent aufzupassen. Er ist nämlich fast immer von den Fremdwörtern ins Tschechische unterschiedlich: z.B.: das Pa'pier, der Dia'log, die Pho'netik, die Ko'mödie, die Biolo'gie, ele'gant, usw. Im Deutschen unterscheiden wir zwei Akzente und zwar Wortakzent und Satzakzent. In zusammengesetzten Wörtern trägt den Hauptakzent das erste Wort und den Nebenakzent, der schwächer ist, das zweite beziehungsweise das dritte Wort: z.B.: das `Lehr,buch, die `Haus,aufgabe, die `Geld,tasche, der `Bahn,hof. Zu den Ausnahmen, wo der Akzent nicht auf der ersten Stammsilbe ist, gehören z.B. le'bendig, die Fo'relle, der Wa'cholder, der Ho'lunder, Ber'lin, Schwe'rin und bei zusammengesetzten Wörtern gehören in diese Gruppe: das Jahr'zehnt, das Jahr'hundert, das Jahr'tausend. Der Satzakzent ist im Deutschen ähnlich wie im Tschechischen. Die Stelle des Akzents steht im Zusammenhang mit aktueller Satzgliedstellung und Intonation. Der Satzakzent ist mit Kern der Aussage verbunden und die akzentuierten Wörter werden stärker ausgesprochen. Ein Träger des Satzakzents kann jede Wortart oder Wortkategorie sein. Nur folgende Kategorien sind gewöhnlich nicht akzenttragend: Artikel, Präpositionen, Adjektive und Hilfsverben. 3.2 Die Reduktion Aufgrund des starken Akzents kommt im Deutschen zur starken Reduktion. Dieser starken Reduktion unterliegen alle unbetonten Silben in verschiedener Form und die Reduktion kann verschiedene Stufe kriegen. Die Reduktion weisen vor allem alle unbetonten Endsilben auf, die auf -e beendet sind und weiter die Endsilben -en, - em, -es, -et, -el, -eln, und -er. Die unbetonten Endsilben beendeten auf -e, -em, -es, -et werden im Hochdeutsch immer mit reduziertem [@] ausgesprochen. In den Endsilben -el, -eln, wo "e" entfällt, entsteht silbenbildenes [l]. Das unbetonte -er sprechen wir als vokalisiertes [*] aus. Meiner Meinung nach machen den tschechischen Muttersprachlern die größten Probleme gerade die oben genannten drei Erscheinungen und zwar: o das reduzierte [@] o das silbenbildene [l] o das vokalisierte [*]. 3.3 Die Intonation Intonation oder Satzmelodie ist ein Begleiteffekt jedes Satzes. Die Intonation ist durch verschiedene Mittel bestimmt: o Rhythmus o Melodieverlauf o Pausierung Im Deutschen hängt die Intonation mit dem starken Akzent auf einer Seite und mit der starken Reduktion auf anderer Seite zusammen. Wir kennen drei Melodietypen in deutschen Sätzen: o fallende Endmelodie -- diese Melodie benutz man am häufigsten und ist für normale Stellungnahme typisch. Es ist charakteristisch, dass die Stimme am Ende des Satzes sinkt. z.B.: Hier sind Briefe. o steigende Endmelodie -- diese Melodie ist für Fragesätze, Rufesätze und Wunschsätze typisch. Am Ende des Satzes steigt die Stimme. z.B.: Wann kommt er? o weiterführende Endmelodie -- für diese Melodie sind die Sätze typisch, die eine Fortsetzung signalisieren. Erst im nächsten Teil oder in der nächsten Satzverbindung befindet sich die Endinformation. Die Stimme sinkt erst im zweiten Teil. z.B.: Wer möchte, kann kommen. Die Satzintonation wird durch emotionelle Sprechereinstellung bestimmt. Hier ein tolles Hörbeispiel für die Pausierung, die eine sehr wichtige Bedeutung im Satz hat. Bei nicht eingehaltener Pausierung kann zum Missverständnis kommen (Förster) und der Hörer (Mond) versteht den Sinn des Wortes bzw. des Satzes ganz anders. Der ehrliche Förster Es war einmal ein ehrlicher Förster, der hatte noch nie im Leben gelogen und würde es auch niemals tun. Da kam der Mann im Mond und fragte: Ehrlicher Förster, wie viel Finger hast du? Da sagte der Förster: Zehn Finger hab ich an jeder Hand, fünfundzwanzig an Händen und Füßen! Das ist gelogen! Schrie der Mann im Mond. Ich lüge nie! sagte der ehrliche Förster, und das war tatsächlich keine Lüge. Wie ging das zu? Was hat der Förster falsch gemacht? Die Schüler schreiben die Antwort des Försters so, dass sie stimmt, und lesen sie laut vor. Zehn Finger hab ich __________________________________ an Händen und Füßen![2] Zusammenfassung In meiner Bakalaureatsarbeit wollte ich nicht nur auf die typischen Aussprachefehler hinweisen, sondern auch erklären, warum sie entstehen, wodurch sie verursacht werden und hauptsächlich, wie man diese Fehler am besten beseitigen kann. Ich selbst artikuliere alle Laute nicht so gut, wie ich möchte. Aufgrund meiner Erfahrungen weiß ich, dass sehr wichtig ist, ordentlich und richtig zu artikulieren. Wenn man ein Wort falsch artikuliert, sollte es korrigiert werden. Das wichtigste ist aber, dem Schüler bzw. dem Muttersprachler zu erklären, was er bei der Artikulation falsch macht, damit er die Wiederholung der Fehler in der Aussprache vermeiden kann -- z.B. der Kieferwinkel war sehr offen, usw. Gerade aus diesen Gründen interessierten mich die Unterrichtsstunden der Phonetik und Phonologie, die Frau Kováøová an der pädagogischen Fakultät unterrichtete und aus deren Materialen und Unterlagen schöpfte ich die Ideen, Themen und einige Übungen für meine Bakalaureatsarbeit. Wie ich schon in der Einführung schrieb, ist es ein großer Schade, dass diese Stunden in weiteren Semestern nicht fortgesetzt wurden. Die ersten zwei Semester waren meiner Meinung nach für Einübung der Aussprache zu wenig. Ich denke, dass eine der besten Gelegenheiten zur Korrektur und Verbesserung unserer Aussprache ist, für ein paar Monate oder sogar Jahre ins Ausland zureisen. Dort gibt es die beste Rückkopplung bzw. Feedback für unsere Aussprache, die nach meiner Meinung fast das wichtigste für die richtige Aussprache sind. Ich hoffe, meine Bakalaureatsarbeit erfüllt ihr Ziel, sich am schnellsten in den schwierigsten deutschen Lauten und anderen Spezifikationen der deutschen Sprache zu orientieren, die den tschechischen Muttersprachlern die größten Probleme bereiten. Resumé Ve své bakaláøské práci jsem chtìla poukázat nejen na typické výslovnostní chyby èeských rodilých mluvèí, ale také vysvìtlit, proè vznikají, èím jsou zapøíèinìny a hlavnì, jak je mo¾no tìmto chybám zabránit nebo je co nejlépe odstranit. Velice dobøe si uvìdomuji, ¾e já sama nevyslovuji v¹echny hlásky tak dobøe, jak bych chtìla. Na základì svých zku¹eností vím, ¾e je velmi dùle¾ité, správnì a øádnì artikulovat. Kdy¾ èlovìk chybnì nebo zcela jinak vysloví nìjaké slovo, mìl by být opraven a mìlo by mu být vysvìtleno, jak zní správná artikulace. To nejdùle¾itìj¹í ale samozøejmì je, vysvìtlit èeskému mluvèímu, co pøesnì bylo chybnì artikulováno, aby bylo zabránìno dal¹ímu opakování chyby, napø. èelistní úhel byl moc otevøený. Právì z tìchto dùvodù jsem se velmi zajímala o hodiny fonetiky a fonologie, které na pedagogické fakultì vyuèovala paní doktorka Kováøová, z jejích¾ materiálù a podkladù jsem èerpala námìty, témata a nìkterá cvièení pro svou bakaláøskou práci. Jak jsem se ji¾ zmínila v úvodu, je velká ¹koda, ¾e tyto hodiny nepokraèovaly také v dal¹ích semestrech. Pro správné nauèení se výslovnosti byly dle mého názoru dva semestry nedostaèující. Myslím, ¾e v této dobì je jednou z nejlep¹ích pøíle¾itostí ke zlep¹ení své výslovnosti, vycestovat na nìkolik mìsícù nebo let do ciziny. Tam najde dotyèný tu nejlep¹í zpìtnou vazbu pro svoji výslovnost a navíc se tam èlovìk setká s mnoha dialekty. Doufám, ¾e moje bakaláøská práce splní svùj cíl, kterým je, co nejlépe se orientovat v nejtì¾¹ích nìmeckých hláskách a jiných specifikacích nìmeckého jazyka, které pùsobí èeským rodilým mluvèím nejvìt¹í problémy. Literarur KOVÁØOVÁ, Alena: Úvod do fonetiky a fonologie nìmèiny. Masarykova univerzita, Brno 2003. ISBN 80-210-3263-4 ROTHENHAGEN, Richard: Phonetischer Grundkurs der deutschen Sprache für Tschechischsprecher. Masarykova univerzita, Brno 2002. ISBN 80-210-2953-6 DIELING, Helga / HIRSCHFELD, Ursula: Phonetik lehren und lernen. Berlin / München 2000: Langenscheidt. ISBN 3-468-49654-0 DUDEN: Die deutsche Rechtschreibung. Band 1. 21. völlig neu bearbeitete Aufl. Mannheim / Wien / Zürich 2000. DUDEN: Das Aussprachewörterbuch. Band 6. Mannheim / Wien / Zürich Tüte 2000. ------------------------------- [1] Rothenhagen, S.31. [2] Dieling/Hirschfeld, S.111 u. 112.