Masarykuniversität Pädagogische Fakultät Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur DIE ROLLE DER PHONETIK IM DEUTSCHUNTERRICHT Diplomarbeit Brünn 2009 Verfasser: Markéta Svobodová Betreuer: PhDr. Alena Kovářová Ich erkläre, dass ich meine Diplomarbeit selbständig ausgearbeitet und nur die im Literaturverzeichnis angegebenen Quellen verwendet habe. Ich bin damit einverstanden, dass meine Diplomarbeit an der Masaryk-Universität in der Bibliothek der pädagogischen Fakultät eingespeichert und zu Studienzwecken zugänglich gemacht ist. ……………...…………………….. Markéta Svobodová Brünn, den 10. April 2009 Ich möchte mich bei Frau PhDr. Kovářová für ihre wertvollen Ratschläge und ihre Hilfe, die sie mir bei der Verarbeitung meiner Diplomarbeit geleistet hat, bedanken. Inhaltverzeichnis I. EINLEITUNG......................................................................................... .................. 6 II. THEORETISCHER TEIL.................................................................................... 8 1. Kommunikation und Sprache................................................................... 8 1.2. Phasen der Sprachproduktion.............................................................................. 9 2. Phonetik........................................................................................... ................. 11 2.1 Kleine Geschichte der Phonetik.......................................................................... 13 2.2 Teilgebiete derPhonetik...................................................................................... 14 2.3 Artikulatorische Phonetik................................................................................... 16 2.3.1 Sprechwerkzeuge .................................................................................... 17 2.4 Akustische Phonetik........................................................................................... 18 2.4.1 Physikalische Grundlagen........................................................................... 18 2.4.2 Schallformen....................................................................................... ....... 19 2.5 Auditive phonetik........................................................................................... .... 19 2.5.1 Anatomische und physiologische Grundlagen............................................. 19 3. Phonologie......................................................................................... .............. 21 4. Segmentalia........................................................................................ ............. 22 4.1 Vokale............................................................................................. .................. 22 4.2 Diphthonge......................................................................................... ................ 24 4.3 Konsonanten........................................................................................ .............. 25 5. Suprasegmentalia................................................................................... ..... 28 5.1 Akzent............................................................................................. .................. 28 5.2 Intonation......................................................................................... .................. 29 5.3 Sprechrhythmus..................................................................................... ............. 30 6. Phonetik im Fremdsprachenunterricht............................................ 31 6.1 Stellenwert der Phonetik im Deutschunterricht..................................................... 31 6.2 Schwierigkeiten beim Ausspracheerwerb in der Fremdsprache............................ 32 6.2.1 Ausspracheschulung muss im Anfangsstadium des Sprachkurses erworten werden.................................................................. 32 6.2.2 Kongruenz mit dem Muttersprachler ist ein unrealistischer Lernziel........................................................................................... .......... 32 6.2.3 Phonetische Fehler sind natürlich................................................................ 32 6.2.4 Die Ausspracheschulung muss intressant sein.............................................. 33 6.3 Anforderungen an den Lehrer.............................................................................. 33 6.3.1 Aufgaben im Unterricht.............................................................................. 34 6.3.2 Schwierigkeiten im Unterricht..................................................................... 34 III. PRAKTISCHER TEIL....................................................................................... 35 7. Empirische Untersuchung......................................................................... 35 Schlusswort........................................................................................ ............... 57 Resume ................................................................................................... ................... 59 Anhang ................................................................................................... .................. 60 literaturverzeichnis ................................................................................. 64 I. EINLEITUNG „Phonetik ist kein Extra, kein Schnörkel, Phonetik ist immer präsent, beim Hören, beim Sprechen und auch beim Lesen und Schreiben. Laut und Schrift sind die Hülle, die materielle Erscheinungsform der Sprache. Die Hülle muss intakt sein, sonst werden die Inhalte verzerrt, verschüttet. Das passiert, wenn die Rede rein phonetisch nicht mehr verstanden wird.“ (Dieling, Hirschfeld 1995, 60) Das bedeutet, dass sogar die umfangreichsten grammatischen und lexikalischen Kenntnisse an Bedeutung verlieren, wenn die Rede wegen normwidriger Aussprache nur schlecht verstanden werden kann. In der vorliegenden Arbeit wird der Versuch unternommen, darzustellen, womit sich die Wissenschaft Phonetik beschäftigt und auch welchen Stellenwert die Phonetik im Fremdsprachenunterricht hat. Die Phonetik ist ein Teil jeder Grammatik, aber sie wird sehr oft vernachlässigt. Dies ist besonders im Fremdsprachenunterricht zu beobachten. In Lehrbüchern findet man sehr oft nur ein “phonetischer Vorkurs“ und die Phonetik spielt nur eine untergeordnete Rolle. Der Lernende hat vielfach ein ganz naives Verhältnis zu phonetischen Dingen, trotzdem ist die richtige Aussprache die Grundlage jeder erfolgreichen Kommunikation. Oftmals wird die Phonetik im Zusammenhang mit dem Fremdsprachenunterricht als Aussprache definiert, was nicht ganz richtig ist. Hinter dem Begriff „Phonetik“ verbirgt sich viel mehr. Die Phonetik beschäftigt sich als artikulatorische, akustische, auditive Phonetik mit der Erzeugung, den akustischen Eigenschaften und der Wahrnehmung von Lauten. Die Anwendungsbereiche der Phonetik sind während ihrer langen Geschichte immer mannigfaltiger geworden: Phonetik wird in der Medizin, im Unterricht von Fremdsprachen und auch auf dem Gebiet des Computers eingesetzt. Wie wir sehen, untersucht Phonetik verschiedene Eigenschaften der Sprachlaute unter verschiedenen Aspekten. Im Bereich des Fremdsprachenunterrichtes spielte die Phonetik lange Zeit nur eine geringe Rolle. Die Lerner einer Fremdsprache bemühen sich meistens darum, schnell viele Vokabeln zu lernen, um diese in einen Satz integrieren zu können. Der Lehrer basierte sehr oft nur auf der Grammatik und die Phonetik ist für die Lernenden nur etwas Unbekanntes. Diese Situation war typisch auch für Schulen, die ich besuchte, darum beschäftige ich mich mit diesem Thema. Auf keinem anderen Gebiet ist der Lehrer so stark Vorbild wie hier. Der Lernende , der sich darum bemüht, die fremde Sprache auch möglichst korrekt auszusprechen und zu intonieren, identifiziert sich weitgehend mit seinem Lehrer. In diesem Sinne ist jeder Fremdsprachenlehrer Phonetiker. Der Lernende denkt nur an die Gramatik und die Phonetik steht im Hintergrund. Er sieht in den Wörtern Park, Rose oder Meer nur das „r“, aber dieser Buchstabe steht einerseits für den Konsonanten [ r ] (realisiert als Zungen-, Reibe- oder Zäpfen- r), häufiger aber wohl für den Vokal [ɐ]. Auch für mich waren die Wörtern Rose oder Park nur Wörtern mit „r“ und die erste Phonetikstunde an der Universität war für mich eine große Überraschung. Ich war „leider“ nicht allein und die Wirklichkeit, dass der Student erstmals von der Phonetik an der Universität hört, ist ein bisschen traurig. Oft wird die schlechte Aussprache als Zeichen der mangelnden Bildung gesehen. Korrekte Aussprache signalisiert eine höhere Bildung und Intelligenz. Dieling, Hirschfeld bezeichneten die Aussprache als „hörbare Visitenkarte“. Sie ist, können wir fast sagen, wie eine Eintrittskarte in die Gesellschaft und die Herzen der Menschen. So sollte Phonetik nicht nur ein Thema im Fremdsprachenunterricht sein. II. THEORETISCHER TEIL 1. Kommunikation und Sprache „Kommunikation“ - das Wort, das in der heutigen Zeit eine wichtige Rolle spielt. Seitdem das Internet immer stärker zur Normalität unseres Alltags gehört, kennt die Kommunikation scheinbar keine Grenzen mehr. Am Computer können wir uns schon heute mit Menschen auf der ganzen Welt unterhalten, auch das Handy befriedigt heute in immer stärkerem Masse unseren Drang zum Austausch mit unseren Mitmenschen. Doch es ist gleichgültig, ob wir über die modernen Techniken kommunizieren, oder einfach mit unserem Gegenüber ein ganz normales Gespräch führen - in unseren Köpfen müssen bestimmte Prozesse ablaufen, die uns dazu befähigen, das auszudrücken, was wir sagen wollen. Lyons (1977) interpretiert den Terminus Kommunikation als „…intentionale Informationsübertragung mittels eines eingeführten Signalsystems“. Ein einfaches Modell der Kommunikation zwischen zwei Kommunikationspartnern hat folgende Aspekte: · Sender (Sprecher, Produzent) – wie wird eine lautsprachliche Äußerung erzeugt, welche Organe des Menschen sind hierran beteiligt, und welches sind ihre Eigenschaften bezüglich des lautsprachlichen Kommunikationsprozesses? · Empfänger (Hörer, Rezipient) – wie wird eine lautsprachliche Aüßerung wahrgenommen? · Kanal (Übertragungsmedium Luft) – da eine lautsprachliche Aüßerung als akustisches Signal übertragen wird, welches sind die akustischen Eigenschaften dieses Signals, und wie wirken sich die akustischen Eigenschaften des Übertragungsmedium auf die Sprechorgane aus? · Zeichensystem – welche sprachlichen Zeichen werden zur lautsprachlichen Informationsübermittlung benutzt, welches sind ihre Eigenschaften, und wie sind sie strukturiert? (vgl.http://www.ofai.at/~hannes.pirker/esslli03/hess_signalproc_kap1.pdf) Sprecher Hörer Kanal (Sender) (Empfänger) Abb 1. Einfaches Schema der Kommunikationskette 1.1 Phasen der Sprachproduktion Die primäre Form menschlicher Kommunikation, die eine wesentliche soziale Funktion erfüllt, ist das Sprechen. Die Funktion gesprochener Sprachen kann man als Medium zur übermittlung von Informationen definieren. Die Erzeugung der gesprochenen Sprache ist dabei ein komplexer Prozess, welchen man in verschiedene Stadien aufteilen kann: · Neurolinguistische Programmierung - In der ersten Phase werden die grammatischen, lexikalischen, phonologischen und phonetischen Merkmale, die die zu übertragende Information enthalten, als eine Art neurales Programm enkodiert. Dieses Programm steuert die Auswahl, die Abfolge und das Timing der nun einsetzenden neurophysiologischen Ereignisse. · Neuromuskuläre Phase - In dieser Phase werden die durch das neurale Programm vorgebenen motorischen Impulse über verschiedene Nervenleitungen als Muskelreize in den Brustkorb, die Kehle, den Mund usw. weitergegeben. Diese Muskelreize führen zur Bewegung (Kontraktion und Entspannung) bestimmter Muskeln oder Muskelpartien. · Organische Phase - Als Folge der Kontraktion und Entspannung bestimmter Muskeln und Muskelpartien nehmen die damit verbundenen Sprechorgane bestimmte Stellungen ein oder vollziehen bestimmte Bewegungen. · Aerodynamische Phase - Die unterschiedlichen Stellungen und Bewegungen, die die Sprechorgane während der dritten Phase einnehmen bzw. vollziehen, führen dazu, dass sich die physische Form des Ansatzrohres[1] ändert. Dieses wiederum hat zur Folge, dass die im Ansatzrohr vorhandene Luft komprimiert oder ausgedehnt wird, und sich somit in ständiger Veränderung befindet. · Akustische Phase - In dieser Phase geht es um die übertragung der in der aerodynamischen Phase erzeugten wahrnehmbaren Schallwellen. Die übertragung der Schallwellen verläuft dabei eigentlich auf zwei Ebenen: zum einen werden sie über das Medium Luft von dem Mund des Sprechers zu den Ohren aller, die sich in Hörweite befinden, übertragen. Das beinhaltet also auch die Ohren des Sprechers selbst. Zum anderen werden die Schallwellen über den Schädel des Sprechers zu dessen Ohren übertragen. · Neurorezeptive Phase - Wenn die Schallwellen auf das Ohr des Hörers treffen, werden eine ganze Reihe neurophysiologischer Prozesse in Gang gesetzt, deren Summe die neurorezeptive Phase konstituieren. · Neurolinguistische Identifikation - Die empfangenen neurorezeptiven Signale werden als bestimmter Laut oder bestimmte Lautsequenz erkannt. Diese Phase entspricht quasi der Umkehrung der ersten Phase und kann als Phase der neurolinguistischen Identifikation bezeichnet werden. (vgl: www.fb10.unibremen.de/khwagner/phonetik/phonologie1.htm) 2. Phonetik Die Bezeichnung Phonetik ist aus dem griechischen Wort nwj ð (phōnē) abgeleitet, welches `Laut, Stimme’ bedeutet. Die wissenschaftliche Disziplin Phonetik hat also etwas mit Lauten zu tun, und zwar mit solchen Lauten, die von Menschen mithilfe ihrer Sprechwerkzeuge hervorgebracht werden, und als Bestandteil menschlicher gesprochener Sprache fungieren können. In der traditionellen Grammatik werden Phonetik und Phonologie zu den anderen sprachwissenschaftlichen Teilgebieten wie Morphologie, Semantik, Pragmatik oder Syntax unter der Bezeichnung Lautlehre abgehandelt. Die moderne Phonetik ist als interdisziplinärer Wissenschaftsbereich einerseits der Linguistik, andererseits wegen der Verwendung instrumenteller Messmethoden der Physik und der Nachrichtentechnik verbunden. Da sprachliche Äußerungen als Signale anzusehen sind, entstehen Bezüge zur Biologie, zur Psychologie und zur Medizin. Schließlich knüpft die Phonetik an gesellschaftswissenschaftliche Disziplinenen an, wenn menschliche Kommunikation als soziale Handlung oder als ein Teil davon gesehen wird. Klaus J. Kohler[2] definiert in seinem Werk „Einführung in die Phonetik des Deutschen“ die Phonetik so: „Der Gegenstand der Phonetik ist das Schallereignis der sprachlichen Kommunikation in allen seinen Aspekten, d. h. die Produktion, die Transmission und die Rezeption von Sprachschall einschließlich der psychologischen und soziologischen Voraussetzungen in der Kommunikationssituation zwischen Sprecher und Hörer, wobei sowohl symbol- als auch meßphonetische Betrachtungsweisen diesen Objekt prägen.“ (Kohler, 1977, 25) Zum Vergleich führe ich noch weitere Definitionen der Phonetik an: „Phonetik: Untersucht die lautliche Seite des Kommunikationsvorgangs unter dem Aspekt folgender Teilprozesse: (a) artikulatorich – genetische Lautproduktion (ð Artikulatorische Phonetik), (b) Struktur der akustischen Abläufe (ð Akustische Phonetik), (c) neurologisch – psychologische Vorgänge des Wahrnehmungsprozesses (ð Auditive Phonetik). Ihre Basis sind Erkenntnisse der Anatomie, Physiologie, Neurologie und Physik. Im Unterschied zur ® Phonologie untersucht die P. die Gesamtheit der konkreten artikulatorischen, akustischen und auditiven Eigenschaften der möglichen Laute aller Sprachen. Phonologie (Auch: Funktionale/Funktionelle Phonetik, ð Phonematik, ð Phonemik). Teildisziplin der Sprachwissenschaft, die sich mit den bedeutungsunterscheidenden Sprachlauten (auch ð Phonemen), ihren relevanten Eigenschaften, Relationen und Systemen unter synchronischen und diachronischen Aspekten beschäftigt“ (Bussman, 1990, 579 und 581 In Hirschfeld, Dieling, 2000, 11) „Die Phonetik, als Teil der Lautlehre, untersucht die Faktoren und Komponenten sprachlicher Laute. Sie ist ein eigenständiges interdisziplinäres Fachgebiet zwischen Linguistik, Biologie, Akustik, Neurowissenschaften, Medizin und weiteren Wissenschaften. Der Gegenstandsbereich der Phonetik ist die gesprochene Sprache in all ihren Realisierungen.„ (http://de.wikipedia.org/wiki/Phonetik) „Fonetika se zabývá tvořením hlásek, tzn. činností mluvidel, a akustickou podstatou řeči. Výchozím materiálem pro fonetické bádání je hláska. Proto bývá fonetika někdy označována také termínem hláskosloví. K hlavním cílům fonetiky patří přesný popis všech možných hlásek, jejich třídění, materiální stránka hlásek jako artikulačních a akustických jevů. V každém jazyce existuje vlastní inventář hlásek. Jako vědní obor je možno označit fonetiku za vědu velmi starou. Již ve starověku vypracovali Indové poměrně přesný rozbor sanskrtu, později pokračovali v rozvoji fonetiky také staří Řekové. Fonologie vychází z fonetického bádání, ale na rozdíl od fonetiky přihlíží k funkci hlásek. Předmětem zkoumání jsou abstraktní jednotky, tzv. fonémy, které tvoří v každém jazyce určitý fonologický systém.“ (Kovářová, 2003, 6) „Die Phonetik befasst sich mit der Erforschung gesprochener Sprache, also mit der Analyse und Beschreibung des Sprechergebnisses selbst: der Produktion der Sprache, den Übermittlungsträgern der sprachlichen Information und dem Wahrnehmen der übermittelten Schallereignisse. Diesen Forschungsschwerpunkten entsprechend ist die Phonetik in drei Teilgebiete aufgegliedert: in die artikulatorische (Produktion von Sprache), in die akustische (Übermittlung von Sprache) und in die perzeptive (Wahrnehmung von Sprache) Phonetik.“ (Lazarus, Sust, Steckel, Kulka, Kurtz, 2007, 61) „Die Phonetik ist die Wissenschaft, welche die Frage danach stellt, wie die sprachliche oder linguistischkommunikative Funktion der Sprache durch die Lautsubstanz erfüllt wird.“ (Pétursson, Neppert, 2002, 15) 2.1 Kleine Geschichte der Phonetik Die Bezeichnung Phonetik ist also aus dem griechischen Wort phōnē abgeleitet, welches `Laut, Stimme’ bedeutet. Das Wort `Phonetik’ ist verhältnismäßig jung. Es geht zurück auf einem lateinischen Neologismus vom Ende des 18. Jahrhunderts, nämlich auf das Adjektiv „phoneticus“, das erstmals der dänische Ägyptologe Georg Zoëga[3] verwendete. Man kann den dokumentierten Ursprung einer Befassung mit Phonetik im Sanskrit des 7. Jahrhunderts v. Chr. sehen. Die Ursprünge der Phonetik finden wir auch in der Frühzeit – in der Bibel und die Sprachforscher des alten Indien entwickeln bereits eine artikulatorische Beschreibung der Laute und wissen um physiologische Vorgänge. Auch die naturwissenschaftliche und medizinische Beschreibung der anatomische und physiologische Grundlagen von Stimm- und Lautbildung hat also eine sehr lange Tradition. Die sehr schnelle Entwicklung der Phonetik als eigenständige und sich stärker als sprachbezogenes Fach verstehende Wissenschaft begann jedoch erst im 19. Jahrhunderts mit der Entdeckung der Lautgesetze, die die Entwicklung vom ursprüngliche Indogermanischen zu den alten und modernen indogermanischen Sprachen erläuterten. Es wurde klar, dass für das Verstehen dieser Entwicklungsprozesse ein genauer Verstehen der Lautbildung die Voraussetzung war. (vgl. Pétursson, Neppert, 16) Also erst in der Renaissance kommt es wiederum zu neuen Forschungen auf den Gebieten der Physiologie der Stimme und dem Akustik, wobei auch Leonardo da Vinci[4] als Phonetiker zu nennen ist. Die Neuzeit mit dem Aufkommen der exakten Naturwissenschaften ermöglichte die Ausbildung der Phonetik in ihrer heutigen Form. Erst die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts kann als die eigentliche Geburtsstunde der Phonetik betrachtet werden. Auf dem Gebiet der Phonetik wirkte auch der englische Mathematiker und Taubstummenlehrer John Wallis[5], der 1653 als Erster die Vokale nach ihrem Artikulationsort klassifizierte. Das Konzept des Vokaldreiecks wurde 1781 von dem Deutschen C. F. Hellwag[6] entwickelt. Der deutsche Physiker Hermann Helmholtz[7] begründete mit seinem Werk Die Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik (1863) die Forschungsrichtung der akustischen Phonetik. Die Entwicklung der Phonetik hat seit dem 19. Jahrhunderts so viele unterschiedliche Richtungen eingeschlagen, dass man heute im Plural von phonetischen Wissenschaften spricht. Die Einheit der Phonetik als Wissenschaft wird jedoch dadurch gewährleistet, dass im Mittelpunkt immer die gesprochene Sprache steht. 2.2 Teilgebiete der Phonetik Die physiologische Phonetik untersucht vor allem die Vorgänge, die die Artikulationsorgane steuern, sowie die Vorgänge, die der Signalverarbeitung beim Hörer dienen. Die deskriptive Phonetik stellt die ursprüngliche Verbindung zur Sprachwissenschaft dar. Sie beschreibt auf einem eher abstrakten Niveau die eigenschaftender Sprachlaut, indem sie beispielweise die lautspezifischen Stellungen und Bewegungen der Sprechorgane auf die wesentlichen Artikulationsgesten reduziert. Die funktionale Phonetik und die Phonologie untersuchen die segmentale und prosodische Gliederung des Sprechschalls und der Sprachwahrnehmung, auch soweit sie für die einzelnen Sprachen spezifisch sind. Die kontrastive Phonetik beschäftigt sich mit den Unterschieden zwischen Lautsystemen verschiedener Sprachen und der jeweiligen Realisierung dieser Lautsysteme. Die zentralen Gebiete der Phonetik befassen sich mit folgenden Aspekten des Sprechens: · Wie werden Laute vom Sprecher erzeugt? ð der artikulatorische Aspekt. · Wie ertönen sie in der Luft ð der akustische Aspekt. · Wie werden Laute vom Hörer wahrgenommen und verstanden? ð der auditive Aspekt. Gebiete der Phonetik artikulatorische Phonetik Vorgänge im Gehirn, die Erzeugung sprachlicher Signale bewirken ¯ Vorgänge im zentralen Nervensystem ¯ Signale in den efferenten Nervenbahnen ¯ Bewegungen der Sprechwerkzeuge Vorgänge im Gehirn, die Interpretation sprachlicher Signale bewirken Vorgänge im zentralen Nervensystem Signale in den afferenten Nervenbahnen (Hörnerv) organische Bewegungen im Mittel- und Innenohr auditive Phonetik akustische Phonetik ¯ akustische Erzeugungsprozesse beim Sprecher Schallüber tragung ® akustische Schallrezeption beim Hörer Sprecher Medium Hörer vgl: http://titus.fkidg1.uni-frankfurt.de/personal/agnes/lv/einf2.pdf 2.3 Artikulatorische Phonetik „Die artikulatorische Phonetik befasst sich mit den Grundlagen der Sprachproduktion, wobei aus funktionaler Perspektive die Funktionskreise der Atmung (Initiator), der Phonation (Generator) und der Artikulation (Modifikator) – Sprechbewegungen im engeren Sinne – gemeint sind.“ (vgl: http://www.springerlink.com/content/g27q266n84pv6j12/) Die artikulatorische Phonetik beschäftigt sich also mit der Produktion der Laute. Sie untersucht die Artikulomotorik bei der Produktion sprachlicher Laute. Wichtige Beschreibungsebenen sind dabei Artikulationsart und Artikulationsort von Lauten. Jeder so definierte Sprachlaut kann durch die phonetische Lautschrift dargestellt werden. Am häufigsten werden die von der International Phonetic Association (IPA)[8] anerkannten Zeichen des Internationalen Phonetischen Alphabets verwendet. Menschliche Sprachproduktion (Artikulation von Sprachlauten) ist also ein Vorgang körperlicher Tätigkeit. Im Rahmen der artikulatorischen Phonetik muss man sich in diesen Begriffen klarmachen: · „Initiation“ - Unter Initiation versteht man in phonetischer Hinsicht die Bildung eines zur Lauterzeugung benötigten Luftstroms. · „Phonation“ - Unter Phonation versteht man den Vorgang der kontrollierten Stimmtonerzeugung durch die im Kehlkopf befindlichen Stimmlippen. · „Artikulation“ - Unter Artikulation versteht man den physiologischen Prozess der Produktion von Sprachlauten durch Modifikation des Luftstroms im Ansatzrohr. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Konsonanten, bei denen der Luftstrom behindert wird, und Vokalen, die bei freier Strömung den Resonanzraum modifizieren. 2.3.1 Sprechwerkzeuge Die Sprechwerkzeuge (Sprechorgane) sind alle diejenigen Teile des Körpers, die unmittelbar aktiv oder passiv an der Lautproduktion beteiligt sind. Dazu gehören u.a. die Lunge, der Kehlkopf, der Rachen, der Gaumen, die Zunge, die Zähne und auch die Lippen. Für die bessere Vorstellung kann man den menschlichen Sprechapparat in 3 funktionale und anatomische Bereiche unterteilt: Die Lunge stellt aerodynamische Energie (Luftdruck und Luftstrom) zur Verfügung. Im Kehlkopf wird mittels dieser Energie ein akustisches Signal produziert (Phonation) und im Ansatzrohr (Rachen-, Mund- und Nasenraum) wird dieses Signal moduliert (Artikulation). Die Lungenaktivität während des Sprechens hat neben den primär lebenserhaltenden Funktionen noch andere Funktion. Aus der Lunge kommt der Luftstrom in den Kehlkopf, wo ein Teil der aerodynamische Energie in Schwingungen der Stimmlippen und in ein akustisches Signal gewandelt wird. Im Kehlkopf befinden sich die Stimmbänder. Wenn diese nah beieinander stehen, werden sie von der passierenden Luft in Schwingungen versetzt, es entsteht ein stimmhafter Luftstrom. Auch die Tonhöhe wird hier festgelegt: je straffer die Stimmbänder angespannt sind, desto höher wird der entstehende Laut, je lockerer sie sind, desto tiefer wird er (gilt nur für Vokale) - dadurch wird auch verständlich, warum manche Menschen höhere oder tiefere Stimmen haben. Für die Artikulation sind unbedingt auch Rachen, der den größten Resonanzraum bildet, Velum und Nasenhöhle, Mundhöhle, Zunge, die die wichtigsten beweglichen Artikulatoren (Artikulationsorgane) sind, Lippen und auch Unterkiefer. Abb.2 Der Sprechapparat des Menschen 2.4 Akustische Phonetik Die akustische Phonetik analysiert die Sprechschallsignale und erforscht die physikalischen Vorgänge der Sprechschallerzeugung. Sie bedient sich vornehmlich spezieller messtechnischer Methoden der Physik, der Nachrichtentechnik und der Signalverarbeitung, wobei in besonderem Maß der Computer eine Rolle zu spielen beginnt. Im Vergleich zur artikulatorischen Phonetik ist die akustische Phonetik eine relativ junge Disziplin. Das liegt an der Tatsache, dass die für dieses Fach notwendigen technischen Hilfsmittel erst in neuerer Zeit entwickelt wurden. 2.4.1 Physikalische Grundlagen Indem wir sprechen, erzeugen und formen wir ein Schallsignal mit Hilfe der Luft, die an unseren Sprechorganen vorbei - bzw. durch sie hindurchströmt. Die akustischen Eigenschaften der Sprachsignale hängen somit auch von den akustischen Eigenschaften der Luft ab. Die Hauptrolle im Rahmen der akustischen phonetik spielt Akustik. Die Akustik ist ein Teilgebiet der Physik, das sich mit den Schwingungsvorgänge in elastischen Medien beschäftigt. Zentrales Phänomen in diesem Gebiet ist Schall. Schall: Auditiv wahrnehmbarer Schwingungsvorgang in einem elastischen Medium. Pompino-Marschall definiert Schall als: „Minimalen Luftdrucksschwankungen, die man auditiv wahrnehmen kann.“ (Pompino-Marschall, 2003, 87) Um für uns wahrnehmbar zu sein, müssen diese Schwingungen in Frequenz zwischen 20 Hz und 20 kHz sein. Der Sprechschall wird durch die Bewegungen der Sprechorgane erzeugt und außerdem so gestaltet und im Zeitverlauf so gegliedert, dass er als Trägersignal dienen kann. 2.4.2 Schallformen · Ton: Regelmäßige Einzelschwingung (Sinusschwingung). Kommt in der Natur nicht vor. Kann in reiner Form nur von Stimmgabeln und auf elektronischem Wege erzeugt werden. · Klang: Mischung verschiedener Töne (Sinusschwingungen). Die Frequenzen der Einzelschwingungen stehen in einem harmonischen Verhältnis zueinander. Zeichnet sich durch eine bestimmte Tonhöhe, Lautheit und eine bestimmte Klangfarbe aus. · Geräusch: Viele unregelmäßige Einzelschwingungen. Ein Geräusch besitzt keine Tonhöhe und keine Klangfarbe. 2.5 Auditive Phonetik Die auditive /perzeptive/ Phonetik beschäftigt sich mit den Schalleigenschaften der Sprachlaute, die mit dem menschlichen Hörorgan wahrgenommen werden. Sie umfasst also Aspekte des Hörens, aber auch der Weiterverarbeitung des Gehörten im Gehirn. 2.5.1 Anatomische und physiologische Grundlagen Das menschliche Gehörorgan lässt sich in die drei folgenden anatomisch und funktionell differenzierten abschnitte unterteilen: · Das akustische Schallempfänger - bzw. Schallverstärkersystem des äußeren Ohres, · Das mechanische Übertragungs - bzw. Verstärkungssystem des Mittelohres und · Das hydraulische System des Innenohres mit dem Cortischen Organ als Reiztransformator. Die Unterteilung des Gehörs in Außen-, Mittel- und Innenohr hat einen guten Grund. Im Außenohr breitet sich der Schall noch in der Luft aus. Im Innenohr erfolgt die Leitung des Schalles in den Lymphflüssigkeiten. (Das Mittelohr übernimmt die Funktion einer Anpassung der akustischen Eigenschaften durch mechanische Wandlung über die Gehörknöchelchen (Hamer, Amboss, Steigbügel). Das Innenohr ist beim Menschen in einen sehr harten Knochen, das Felsenbein, eingelagert. Es hat die Form einer Schnecke und ist bei allen höhere Wirbeltieren in ähnlicher Form aufgebaut. Abb. 3 Das menschliche Hörorgan 3. Phonologie Neben der Phonetik befasst sich eine weitere Teildisziplin der Sprachwissenschaft mit der lautlichen Seite der Sprache, nämlich die Phonologie. Im Unterschied zu der Phonetik, deren Untersuchungsgegenstand die materiellen Eigenschaften der mündlichen Rede sind, untersucht die Phonologie auf theoretischer Ebene das System der Laute einer bestimmten Sprache und ihre Funktionen. „Die Phonologie beschäftigt sich mit der Funktion und Eigenschaft von Sprachlauten als Elemente eines Sprachsystems. Ihr Gegenstand ist funktionelle Seite der Sprachlaute.“ (Grassegger, 2001, 81) Der wichtigste Begriff in der Phonologie ist das Phonem. Darunter versteht man solche lautlichen Einheiten einer Sprache, die in dieser Sprache die distinktive Funktion ausüben. T. Alan Hall definiert Phoneme als „kleinste bedeutungsunterscheidende Elemente“. (Hall, 2000, 37) Phoneme sind nicht mit Lauten zu verwechseln. Phoneme sind abstrakte Einheiten einer Sprache, die beim Sprechen als Phone (Laute) realisiert werden. Bei Phonemen geht es somit nicht um konkret realisierte (ausgesprochene) Laute, sondern darum, welche Laute in einer bestimmten Sprache theoretisch existieren, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen, durch welche Merkmale sie sich voneinander unterscheiden und welche Funktionen sie in dieser Sprache ausüben. 4. Segmentalia 4.1 Vokale „Vokale sind Öffnungslaute, zu deren Klangfarbengestaltung die Resonanzwirkung der Ansatzräume wesentlich ist, ohne Berührungsfläche in der Mittellinie des Gaumen und sofern sie prosodische Wortmerkmale zu tragen haben (Akzent Quantität, bedeutungs- oder ausdrucksbestimmende Tonhöhe)…“ (Rausch R./Rausch. I., 1993, 24) Vokale sind immer stimmhaft. In phonologischer Hinsicht sind Vokale jene Segmente, die den Silbenkern bilden. Die Vokale werden anhand mehrerer Dimensionen unterschieden: · Quantität der Vokale - Quantitativ unterscheidet man im Deutschen zwischen langen und kurzen Vokalen. Die Quantität (anders: die Artikulationslänge oder die Dauer) ist ein distinktives Merkmal der deutschen Vokale. Im Deutschen gibt es 7 kurze Vokale: [a], [ɔ], [ʊ], [ɛ], [oe], [ı], [Y] und 8 lange Vokale [ɑ:], [o:], [u:], [e:], [ɛ:], [ø:], [i:], [y:]. · Qualität der Vokale - Für die Qualität der Vokale sind folgende Artikulationsorgane besonders wichtig: der Unterkiefer, die Lippen, die Zunge und das Gaumensegel. Die Artikulationsqualität der Vokale hängt von dem Öffnungsgrad des vorderen Teils des Mundes (Unterkiefer, Unterlippe) ab. Je nachdem, ob die an der Artikulation beteiligten Organe (die entsprechenden Muskeln) mehr oder weniger gespannt sind, unterscheidet man im Deutschen: offene (ungespannte) und geschlossene (gespannte) Vokale. Alle kurzen Vokale des Deutschen sind offen, alle langen sind geschlossen, bis auf zwei Ausnahmen – [ɑ:] und [ɛ:], die zwar lang, aber offen sind. · Lippenstellung - Nach der Lippenstellung unterscheidet man gerundete (labialisierte) Vokale und ungerundete (nicht labialisierte) Vokalen. Werden die Lippen gerundet, entstehen labialisierte Vokale: [o:], [ɔ], [u:], [ʊ], [ø:], [oe], [y:], [Y]. Wenn die Lippen gespreizt werden, entstehen nicht labialisierte Vokale: [ɑ:], [a], [e:], [ɛ:], [ɛ], [i:], [ı]. · Zungenstellung - Nach der Stellung der Zunge im Mund klassifiziert man deutsche Vokale in Vokale der vorderen Reihe und Vokale der hinteren Reihe: Zu den Vokalen der vorderen Reihe gehören [ɛ:], [ɛ], [e:], [ø:], [oe], [i:], [ı], [y:], [Y]. Vokale der hinteren Reihe sind [a], [ɑ:], [o:], [ɔ], [u:], [ʊ]. Es gibt im Deutschen ebenfalls Vokale der mittleren Reihe, die jedoch keine Phoneme des Deutschen sind, sondern als Allophone betrachtet werden können. Es sind zwei Laute: das reduzierte [ə] und das vokalisierte [ɐ]. · Zungenhebung - Je nachdem, ob die Zunge im Munde flach liegt oder ob sie sich nach oben wölbt, unterscheidet man: Vokale der hohen Zungenhebung: [i:], [ı], [y:], [Y], [u:], [ʊ]. Vokale der mittleren Zungenhebung: [ɛ:], [ɛ], [e:], [ø:], [oe], [o:], [ɔ]. Vokale der tiefen Zungenhebung sind: [a], [ɑ:]. Das System der deutschen Vokale kann schematisch in dem so genannten Vokalviereck dargestellt werden. Das Vokalviereck ist eine vereinfachte schematische Darstellung des Mundraumes. Die Stellung des Vokals im Vokalviereck hängt von der Artikulation ab, denn jede Position bedeutet ein anderes artikulatorisches Merkmal. Abb. 4 Das Vokalviereck 4.2 Diphthonge Neben Monophthongen, die in ihrer Artikulation stabil sind (d.h. Anfang und Ende werden gleich artikuliert), gibt es auch Diphthonge. Sie werden auch Vokale mit gleitender Artikulation genannt. Bei der Artikulation dieser Vokale bewegen sich die Artikulationsorgane so, dass sich auditiv zwei Phasen unterscheiden lassen. Im Deutschen hat man drei Diphthonge: [ae], [ao], [oø], verbunden durch einen Halbkreis als Diphthongzeichen. Diese Laute werden wie Verbindung von [a] und [e] sowie [a] und [o] bzw. [a] und [ø] interpretiert. 4.3 Konsonanten „Konsonanten sind keine Mundöffnungslaute, denn bei ihrer Hervorbringung wird in der Mittellinie des Gaumens ein Verschluβ, eine Enge oder ein intermittierender Verschluβ (Wechsel von Öffnung und Verschluβ) gebildet. Sie sind außerdem zumeist keine Silbenträger und damit auch keine Träger prosodischer Merkmale.“ (Rausch R./ Rausch I., 1993, 28) Konsonanten unterteilt man nach drei Parametern: · Artikulationsstelle · Artikulationsart · Stimmbeteiligung, bzw. Stimmhaftigkeit Artikulationsstellen Im Deutschen unterscheiden wir folgende Artikulationsorte: Schneidezähne, Unter- und Oberlippe, Zahndamm, harter Gaumen, weicher Gaumen, Zäpfchen, Stimmritze. · Bilabial - Diese Laute werden mit der Unter - und Oberlippe gebildet. [b, p, m, pf] · Labiodental - Die labiodentalen Laute werden durch den Verschluss zwischen der Unterlippe und den oberen Schneidezähnen erzeugt. [v, f] · Dento-alveolar - Diese Laute werden mit der Zungenspitze am oberen Zahndamm produziert. [d, t] · Alveolar - Alveolare Laute werden am oberen Zahndamm und hinter den oberen Schneidezähnen gebildet. [z, s, ts, l, r, n] · Postalveolar - Im Bereich zwischen dem Zahndamm und dem harten Gaumen erzeugt man die post-alveolaren Laute. [ʒ, ∫, dʒ, t∫] · Palatal - diese Laute bildet man hinter dem harten Gaumen mit der Vorderzunge. [j, ç] · Velar - Velare Laute werden durch den Verschluss zwischen der Hinterzunge und dem weichen Gaumen produziert [g, k, x, ŋ] · Uvular - Mit dem Gaumenzäpfchen werden die uvularen Laute erzeugte. [R, ʁ] · Glottal - Im Kehlkopf wird der Knacklaut [ʔ] und [h] gebildet. Artikulationsart Unter Artikulationsart versteht man die Art und Weise, wie die Laute erzeugt werden, also wie der Luftstrom im Mund-Nasen-Rachen-Raum behindert wird. Im Deutschen unterscheidet man folgende Artikulationsarten: Plosive, Frikative, Laterale, Nasale, Vibranten und die Affrikaten. · Plosive - Plosive werden auch als Verschlusslaute, Explosive, Klusile oder Okklusive genannt. An der Artikulationsstelle (im Mundraum) erfolgt ein Verschluss, durch den der Luftstrom für kurze Zeit blockiert wird. Die Luft wird abrupt freigelassen, wodurch eine Explosion entsteht. [p], [b], [d], [t], [g], [k] · Frikative - Wenn die artikulierenden Organe einen Verschluss oder eine Engestelle bilden, wird der Luftstrom durch die Engestelle gepresst. Sie führt zu einer Verwirbelung der Luft und einem Reibegeräusch. So bildet man die Frikative oder auch als Reibelaute, Engelaute, Spiranten, Konstriktive genannt. [v], [f], [z], [s], [ʒ], [∫] · Laterale - Bei der Bildung von Lateralen oder Seitenlauten wird eine Engebildung im Mund gebildet, die kein Geräusch verursacht. Der Luftstrom entweicht an einer oder beiden Seiten der Engestelle. Im Deutschen gibt es nur das [l] · Nasale - Wird es ein oraler Verschluss gebildet und der weiche Gaumen gesenkt, fließt der Luftstrom ohne Behinderung durch die Nase. So entstehen die Nasale oder Nasenlaute. [m], [n], [ŋ] · Vibranten - Bei den Vibranten kommt zu Flattern der artikulatorischen Organe (Unterlippe, Zungenspitze, Gaumenzäpfchen). Die Luft verwirbelt dabei zwischen dem Artikulationsort und Artikulationsorgan. Dazu gehören: [r], [R], [ʁ]. · Affrikaten - Die Affrikaten [pf], [ts], [t∫], [dʒ] bildet man durch die Verbindung des Verschlusslautes (Plosive) mit einem Reibelaut (Frikativ). Es erfolgt eine Verschmelzung der beiden Laute. (vgl. Mangold, 2005) Stimmhaftigkeit Durch die Stimmhaftigkeit oder Sonorität werden stimmhafte und stimmlose Konsonanten unterschieden. · stimmhaft - Bei den stimmhaften Lauten kommt es fast zu einem Verschluss der Stimmlippen. Dadurch entsteht bei der Artikulation eines Lautes die Schwingung der Stimmbänder. Dabei wird ein hörbarer Ton erzeugte. · stimmlos - Bei den stimmlosen Lauten liegen die Stimmlippen weit auseinander. Der Luftstrom kann ohne Behinderung durch die Stimmritze fließen. Die Stimmbänder schwingen nicht. 5. Suprasegmentalia „Wortakzent, Ausspruchakzent (Satzakzent) und Intonation werden als prosodische Merkmale gewertet. Sie liegen über der segmentalen Ebene und modifizieren den Laut bzw. eine umfangreiche Folge von Lauten, ohne dass das Phonem konstituierenden Merkmale verändert werden“ (Rausch R,.Rausch I., 1993, 122) Der Begriff Aussprache bezieht sich nicht nur auf Vokale und Konsonanten (segmentale Ebene), sondern auch auf lautübergreifende Merkmale wie Wort- und Wortgruppenakzentuierung, Melodie und Rhythmus (suprasegmentale Ebene). In der gesprochenen Sprache werden mittels der Aussprache Äußerungen für andere hörbar gemacht. Gleichzeitig werden zusätzliche Informationen über die Sprechenden vermittelt, die aus dem Gesagten oft nicht oder nicht sicher zu entnehmen sind. Die wichtigsten prosodischen Einheiten sind: · Der Akzent · Die Intonation · Der Sprechrhythmus 5.1 Akzent „Der Akzent (oder die Betonung) hat kein einheitliches phonetisches Korrelat. Unter Akzent versteht man gewöhnlich die „Hervorhebung“ einer Silbe gegenüber den benachbarten Silben“. (Hall, 2000, 29) Im Deutschen (wie in vielen anderen Sprachen auch) werden Akzente aus einer Mischung aus Anstieg der Lautstärke, Erhöhung der Tonhöhe und Dehnung der Silbe realisiert. · Satzakzent - Satzakzent kann man als stärkste Hervorhebung eines Wortes oder einer Konstituente innerhalb einer Äußerung definieren. Durch Satzakzent wird die Aufmerksamkeit des Hörers auf die wichtige Information im Satz gelenkt. · Wortakzent - Der Wortakzent ist Hervorhebung von Silben. In der deutschen Sprache liegt der Wortakzent oft auf der Stammsilbe, welche häufig die erste Silbe eines Wortes darstellt. Sprachtypologisch ist der Wortakzent im Deutschen aber frei, er kann also auf jeder Silbe stehen. 5.2 Intonation „Unter Intonation wird meistens die Änderung der Tonhöhe im Verlauf der Äußerung eines Satzes verstanden.“ (Hall, 2000, 30) Funktion der Intonation: · Gliederungsfunktion - Strukturierung der lautsprachlichen Äußerung in zusammengehörige Sinneinheiten. · Distinktive Funktion ü Final steigende Intonation: interrogatives Tonmuster (Fragesatz, Interpunktionszeichen „?“). ü Final fallende Intonation: terminales Tonmuster (Aussagesatz, Interpunktionszeichen „.“). ü Final steil fallende Intonation (Befehlssatz, Interpunktionszeichen „!“). · Regulative Funktion: Unabgeschlossenheit einer Äußerung anzeigen. ü Final gleich bleibende Intonation (eventuell leicht ansteigend): progredientes Tonmuster (Satz geht noch weiter, eventuell Interpunktionszeichen „“). · Expressive, empathische Funktionen: Ausdruck von Gefühlen. 5.3 Sprechrhythmus Unter Sprechrhythmus versteht man die zeitliche Gliederung der gesprochenen Sprache. Sprachtypologische Unterscheidung in akzentzählende Sprachen, z. B.: Deutsch, Englisch, Russisch, bei denen die Zeitabstände zwischen den betonten Silben in etwa gleich sind, und in silbenzählende Sprachen, z. B.: Französisch, Ungarisch oder Chinesisch, bei denen die Zeitabstände zwischen einzelnen Silben in etwa gleich sind. 6. Phonetik im Fremdsprachenunterricht „In Bezug auf den Fremdsprachenunterricht ist Phonetik als Einheit phonologischer, phonetischer und didaktischer Aspekte (im Sinne von Ausspracheschulung, d. h. der Entwicklung von Hör- und Aussprachefertigkeiten) zu verstehen.“ (Helbig, Götze, Henrici, Krumm, 872) Die Bedeutung der Aussprache für die Kommunikation wird oft auf die Gewährleistung von Verständlichkeit reduziert und die phonetische Abweichungen werden bagatelisiert. Die Aussprache eines jeden Menschen ist aber ein wesentliches, nach außen wirksames Persönlichkeitsmerkmal. 6.1 Stellenwert der Phonetik im Deutschunterricht Phonetik spielte im Fremdsprachenunterricht eine geringe Rolle. Man beschäftigte sich kaum mit der Aussprache. Es waren wichtigste Bereiche. Der Ausspracheunterricht beschränkt sich allerdings in der Regel auf Nachsprechübungen, er war methodisch eintönig, es wurde oft uninteressantes und unrelevantes Übungsmaterial verwendet und es gab keine Verbindung zum übrigen Lernprozess. Auf der Anfängerstufe lernte man, wie einzelne Buchstaben ausgesprochen werden, und nur mit diesen Kenntnissen begann man den Fremdsprachenerwerb. Diese Methode war nur bei den wenigen Schülern erfolgreich. Bei weniger begabten, oder denen, die aus anderen Gründen die richtige Aussprache nicht erlernen konnten, blieb der Erfolg aus. 6.2 Schwierigkeiten beim Ausspracheerwerb in der Fremdsprache 6.2.1 „Ausspracheschulung muss im Anfangsstadium des Sprachkurses erworten werden.“ Wird die Ausspracheschulung nicht rechtzeitig zu Beginn des Spracherwerbs betrieben, so schleifen sich “falsche Muster“ ein, die sich später so stark verhärten, dass sie kaum mehr korrigiert werden können. Ökonomischer ist daher, die Ausspracheschulung gleich am Anfang intensiv zu betreiben, gleich von Anfang an die Laut – und Akzentmuster sowie die Intonation richtig zu erlernen. 6.2.2 „Kongruenz mit dem Muttersprachler ist ein unrealistischer Lernziel.“ Die Aussprache sollte mindestens so gut sein, dass der Hörer auf das achtet, was gesprochen wird und nicht wie es gesprochen wird. Die Aufmerksamkeit des Zuhörers sollte beim Sprechakt voll auf den Inhalt des Gesagten gelenkt werden und nicht durch die äußere Form des Gesagten vom Inhalt ablenken. 6.2.3 „Phonetische Fehler sind natürlich.“ Wenn man eine Fremdsprache lernt, sind phonetische Fehler natürlich, weil immer die eigene Muttersprache als Ausgangspunkt dient, und zwar auf allen Gebieten: in der Grammatik, Lexik und auch in der Aussprache. Bei Hirschfeld lesen wir: “Es müssen neue Sprechbewegungen erlernt und automatisiert werden, was außerordentlich schwierig ist, weil sie in der Muttersprache unbewusst und hoch automatisiert ablaufen” Abgesehen davon, dass viele Schüler der Meinung sind, sie könnten diese neuen Artikulationsbewegungen nicht erlernen, kommt es ganz häufig vor, dass die Lernenden die muttersprachlichen Artikulationsbewegungen, Wortakzente oder Intonationsmuster auf die Fremdsprache übertragen. Eine neue Aussprache zu erwerben ist also für viele schwieriger, als die Aneigung neuer Wörtet oder grammatischer Regeln. 6.2.4 „Die Ausspracheschulung muss intressant sein.“ Die meistens kurstragende Lehrbücher enthielten keine integrierten Ausspracheschulungen. Fast alle derartigen Phonetikprogramme waren demselben Muster zusammengestellt: ü Kapitel 1: Die Konsonanten ü Kapitel 2: Die Vokale ü Kapitel 3: Die Intonation 6.3 Anforderungen an den Lehrer Jeder Fremdsprachenlehrer ist für die Entwicklung phonetischer Fertigkeiten im Hören und Aussprechen bei allen Schülern verantwortlich. Sie orientieren sich an seiner Aussprache, mit seinem Korrekturverhalten beeinflusst er wesentlich die Einstellung und Motivation der Schüler, sowie den Lernprozess selbst. Es ist klar, dass jeder Fremdsprachenlehrer mit den phonetischen und phonologischen Grundlagen des Deutschen vertraut sein muss. Er muss auch wissen, was zu vermitteln ist, welche Regeln und Ausnahmen es gibt. Unterlässlich sind Kenntnisse über die didaktischen Möglichkeiten eines wirkungsvollen Ausspracheunterrichtes. 6.3.1 Aufgaben im Unterricht Ein Lehrprogramm und ein Lehrbuch kann dem Lehrer seine Arbeit wesentlich erleichtern, aber kann nicht dem Lehrer die Verantwortung für die Bestimmung von Ziel und Inhalt der Aussprache abnehmen. Konkrete Aufgaben im Deutschunterricht sind: o Ausspracheabweichungen erkennen und korrigieren, o Regeln und Kenntnisse vermittelt, o Hinweise auf die Lautbildung geben, o Leistungen konrollieren und bewerten, o Übungen auswählen bzw. selbst entwickeln, o Unterrichtsmittel gezielt einsetzen. 6.3.2 Schwierigkeiten im Deutschunterricht Beim Unterricht einer Fremdsprache wird der Lehrer möglicherweise auch mit einer Schwierigkeit konfrontiert, die ihre Herkunft in der psychischen Einstellung der Schüler hat. Viele Schüler empfinden es als peinlich, wenn sie gebeten werden, die Artikulation von neuen in der Muttersprache unbekannten Lauten zu versuchen. Es gibt zwar einige, vor allem jüngere Schüler, die gerne mit neuen Lauten “experimentieren” und sich dabei nicht unsicher fühlen. Bei den meisten ist eine psychische Barriere vorhanden. Sie halten es für komisch und unnatürlich, neue Laute, Intonationsmuster usw. zu artikulieren. Vor allem bei den ersten Versuchen, die in der Regel scheitern, schämen sie sich, einen Fehler begangen zu haben. Bei ihnen muss der Lehrer versuchen, diese Barriere abzubauen, sie zu ermutigen und ihnen zu erklären, dass sie von niemandem und vor allem nicht von einem Muttersprachler ausgelacht werden, wenn sie versuchen, für sie fremde Laute zu produzieren. III. PRAKTISCHER TEIL 7. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG In dem theoretischen Teil meiner Arbeit beschäftige ich mich mit der Phonetik als sprachwissenschaftliche Disziplin und ich hebe ihre Wichtigkeit im Fremdsprachenunterricht hervor, aber wie ist die Realität? Wie die Praxis an den Schulen aussieht? Die meisten Schüler, die Deutsch lernen, fangen in der Grundschule an. Das ist der Grund, weil ich den Fragebogen an die Schüler, die die Grundschule abgeschlossen haben, adressiert habe. Meine empirische Untersuchung hat an einer Mittelschule stattgefunden. Es handelt sich um die Fachschule für Krankenschwester in Brünn. Die Auswahl der Schule war keines entscheidende Kriterium, weil ich die phonetischen Kenntnisse nicht werten will. Die entscheidenden Kriterien waren: o Der Respondent muss Mittelschüler sein. o Der Respondent musste Deutsch in der Grundchule lernen. Diese Kriterien waren sehr problematisch, weil die meisten Schüler Englisch lernen, oder Deutsch haben als zweite Sprache. Ich habe einen Fragebogen formuliert (einsehbar in der Anlage) und habe ihn in der Fachschule für Krankenschwester ausfüllen lassen. Alle Respondenten waren in demselben Alter, d. h. zwischen 16 und 18 Jahren. Den Fragebogen haben 50 Respondenten ausgefüllt. Im ersten Teil meines Fragebogens richte ich meine Aufmerksamkeit auf die Phonetik im Allgemein, im zweiten Teil auf die Rolle des Lehrers. Der Lehrer hat im Verlauf des Unterrichtes die wichtigste Rolle und er kann nicht versehen sein. Ich will nicht werten, ob der Lehrer „gute“ oder „schlechte“ Lehrer ist, welche Methode der Lehrer verwendet hat. Ich will „nur“ feststellen , ob die Phonetik im Deutschunterricht irgendeine Rolle spielt. Erfahrungsgemäß kann ich sagen, dass die Phonetik sehr oft im Hintergrund steht. Die Schüler lernen nur Wortschatz oder Grammatik und die Phonetik ist für sie etwas unbekanntes. Darum beruht meine Diplomarbeit auf folgender Hypothese: Die Rolle der Phonetik im Deutschunterricht ist geringer, als die Rolle anderer Bereiche. Die Ergebnisse empirischer Untersuchung präsentiere ich in folgenden Tabellen und Graphen. Frage Nr. 1. Deutsch lerne ich seit _________ Klasse der Grundschule. Tabelle Nr. 1 Alle Respondenten 1. Klasse 2 4 % 3. Klasse 9 18 % 4. Klasse 34 68 % 6. Klasse 4 8 % 7. Klasse 1 2 % Graph Nr. 1 Die Frage Nummer 1 soll feststellen, wie lange die Schüler Deutsch lernen, also in welcher Klasse der Grundschule die Schüler mit Deutschlernen angefangen haben. Die Mehrheit der Schüler (68%) hat vierte Klasse angeführt, 9 Schüler haben die dritte Klasse angeführt. Sechste und siebte Klasse haben die Schüler angeführt, die Deutsch als zweite Fremdsprache hatten. Frage Nr. 2. Deutsch war die erste, oder die zweite Fremdsprache? Tabelle Nr. 2 Alle Respondenten 1. Fremdsprache 43 86 % 2. Fremdsprache 7 14 % Graph Nr. 2 Im zweiten Posten haben die Schüler die Variante gewählt, ob Deutsch die erste, oder die zweite Fremdsprache war. Die Variante „erste“ hat die Mehrheit (86%) gewählt, die Variante „zweite“ haben nur sieben Schüler gewählt. Es war für mich keine Überraschung, denn die Dominanz auf dem Gebiet der Fremdsprachen hat Englisch. Die Suche der Respondenten für die empirische Untersuchung war nicht leicht, weil fast alle Mittelschule Deutsch als die zweite Fremdsprache haben. Frage Nr. 3. Die Begriffe wie Phonetik, Aussprache sind für mich im Zusammenhang mit dem Deutschunterricht: Tabelle Nr. 3 Alle Respondenten Selbstverständlich 34 68 % Ich habe davon etwas gehört 14 28 % Unbekannt 2 4 % Graph Nr. 3 Der dritte Punkt interessiert sich dafür, ob die Schüler die Begriffe Phonetik oder Aussprache kennen. Die erste Variante „Selbstverständlich“ haben 34 Schüler gewählt. Diese Ergebnisse sind für mich sehr überraschend. 68 Prozente der Schüler haben also gesagt, dass die Phonetik für sie eine untrennbare Einheit des Deutschen ist. Etwa eine Drittel der Respondenten hat von den Begriffen etwas gehört. Nur 2 Schüler haben die Variante „Unbekannt“ gewählt. Frage Nr. 4. Die Ausspracheschulung war ein integrierter Bestandteil des Deutschunterrichtes. Tabelle Nr. 4 Alle Respondenten Ja 42 84 % Nein 5 10 % Ich weiß nicht 3 6 % Graph Nr. 4 Kaum ein Deutschlehrer bezweifelt, dass zu einer guten Sprachbeherrschung eine korrekte Aussprache gehört, doch spiegelt sich dieses Wissen im Unterricht häufig nicht wider. Die Frage Nummer 4 soll also feststellen, ob die Ausspracheschulung ein integrierter Bestandteil des Deutschunterrichtes war. 84 Prozente der Respondenten haben die Variante „Ja“ gewählt, nur 5 Schüler haben „Nein“ gesagt und 3 Schüler haben die Variante „Ich weiß nicht“ gewählt. Nur 5 Schüler haben also gesagt, dass die Phonetik im Rahmen des Deutschunterrichtes keine Rolle gespielt hat. Frage Nr. 5. Die Aussprache war im Vergleich mit der Grammatik: Tabelle Nr. 5 Alle Respondenten Auf dem gleichen Niveau 27 54 % Im Hintergrund 20 40 % Unterlassene 3 6 % Graph Nr. 5 Die Frage Numer 5 betrifft den Vergleich der Phonetik mit der Grammatik. Ich wollte feststellen, ob die Grammatik noch immer der wichtigste Bestandteil des Deutschunterrichtes ist. Die Phonetik war lange Zeit für Schüler etwas unbekanntes, aber die Ergebnisse dieser Frage sind für mich eine angenehme Überraschung. 27 Schüler haben gesagt, dass die Phonetik auf dem gleichen Niveau wie Grammatik war. Es ist ständig nur 54%, aber ich meine, dass dieser Ergebnis gut ist. 20 Schüler haben gesagt, dass die Phonetik im Hintergrund war. Es ist zwar 40 Prozente, aber die Phonetik war ab und zu ein Bestandteil des Deutschunterrichtes. Nur 3 Schüler haben die Variante „Unterlassene“ gewählt. Frage Nr. 6. Die Aussprache war im Vergleich mit dem Wortschatz: Tabelle Nr. 6 Alle Respondenten Auf dem gleichen Niveau 28 56 % Im Hintergrund 20 40 % Unterlassene 2 4 % Graph Nr. 6 Der Wortschatz war immer einer der wichtigsten Bereiche des Deutschunterrichtes. Im sechsten Punkt sollten die Schüler den Wortschatz mit der Aussprache vergleichen. 28 Schüler haben die Variante „Auf dem gleichen Niveau“ gewählt, 20 Schüler haben die Variante „Im Hintergrund“ bezeichnet und nur 2 Schüler haben die Variante „Unterlassene“ gewählt. Das halte ich für ein gutes Ergebnis. Speziell der Wortschatz muss im Zusammenhang mit der Phonetik gelernt werden. Frage Nr. 7. Die Ausspracheübungen waren Bestandteile des Lehrbuches. Tabelle Nr. 7 Alle Respondenten Ja 32 64 % Nein 14 28 % Ich weiß nicht 4 8 % Graph Nr. 7 In diesem Posten wollte ich wissen, ob die Ausspracheübungen ein Bestandteil des Lehrbuches waren. Zahlreiche Lehrbücher haben auf einen phonetischen Einführungskurs verzichtet und haben den sgn. Globaleinstieg vorgezogen, aber heute hat der Lehrer große Lehrbuchauswahl. Wenn wir ein neueres Lehrwerk aufschlagen, so finden wir heutzutage in jeder Lektion Ausspracheübungen. Ich will die Lehrbücher nicht werten, aber das Lehrbuch ist ein wichtiger Bestandteil des Fremdsprachenunterrichtes, darum ist dieser Posten im Fragebogen. 64 Prozente der Schüler haben die Variante „Ja“ gewählt, aber fast eine Drittel der Schüler haben „Nein“ gesagt. In der heutigen Zeit, in der Zeit des großen Büchermarktes, sind diese Ergebnisse ein bisschen traurig. Frage Nr. 8. Die Ausspracheübungen haben wir im Deutschunterricht gemacht: Tabelle Nr. 8 Alle Respondenten Regelmäßig 12 24 % Nur manchmal 34 68 % Wir haben nicht gemacht 4 8 % Graph Nr. 8 Die Ausspracheübungen sind heute übliche Bestandteile der Lehrbücher. Das hat auch die Frage Nr. 7 bestätigt, aber wie ist die Praxis? Die Ausspracheübungen sind im Deutschunterricht im großen ganzen ignoriert, weil nur 12 Schüler die Aussprachübungen im Deutschunterricht regelmäßig gemacht haben. 68 Prozente der Schüler haben die Ausspracheübungen im Deutschunterricht nur manchmal gemacht. 4 Schüler haben die Variante „Wir haben nicht gemacht“ gewählt. Frage Nr. 9. Wovon unterscheidet sich die deutsche Aussprache von der tschechischen Aussprache? Tabelle Nr. 9 Alle Respondenten Umlaute 34 41 % Akzent 7 9 % z 4 5 % ß 6 7 % r 7 9 % h 4 5 % t 1 1 % sch 4 5 % ei-ie 5 6 % In allem 1 1 % Ich weiß nicht 9 11 % Graph Nr. 9 Die Frage Nummer 9 war eine offene Frage. Die Respondenten waren nicht auf die Möglichkeitsauswahl beschränkt, deshalb figuriert in der zweiten Spalte der Tabelle die Gesamtzahl 82. 34mal hat sich im Fragebogen die Antwort „Umlaute“ vorgefunden, weitere Antworten wie z. B. Konsonanten [r], [h] oder Akzent waren nur im geringen Maß vertreten. Mehr als ein Zehntel aller Anworten hat unter die Kategorie „Ich weiß nicht“ gefällt und das sind schlechte Ergebnisse. Frage Nr. 10. Welche Laute kann man im Rahmen der Deutschaussprache für problematisch halten? Tabelle Nr. 10 Alle Respondenten Ich weiß nicht 20 30 % ei-ie 3 5 % r 10 16 % Umlaute 12 18 % Keine 4 6 % t 1 2 % s 2 3 % ß 1 2 % z 5 8 % tsch 3 5 % tz 3 5 % Graph Nr. 10 Auch die Frage Nummer 10 war eine offene Frage. Die Respondenten waren also nicht auf die Möglichkeitsauswahl beschränkt. In der zweiten Spalte der Tabelle figuriert diesmal die Gesamtzahl 64. An dieser Stelle sollten sich die Schüler äußern, welche Laute für sie problematisch sind. 20 Respondenten haben „Ich weiß nicht“ geschrieben und dieses Ergebnis halte ich für sehr schlecht. Als problematische Laute sehen die Schüler vor allem Umlaute und Konsonant [r]. Der zweite Teil meines Fragebogens bezieht sich auf den Lehrer. Frage Nr. 11. Unter welche Alterskategorie ist der Deutschlehrer gefallen? Tabelle Nr. 11 Alle Respondenten 20-30 Jahren 6 12 % 31-40 Jahren 20 40 % 41-50 Jahren 16 32 % 51 Jahren und mehr 8 16 % Graph Nr. 11 Die Frage Nummer 11 soll feststellen, ob in den Schulen die „ältere“ Lehrer überwiegen, oder die neue Lehrergeneration kommt. 40 Prozente der Lehrer waren im Alter zwischen 31 – 40 Jahren. Mehr als 70 Prozente der Lehrer waren also im Mittelalter. Ein bisschen traurig ist aber das Ergebnis in der Kategorie 20 – 30 Jahren. Nur sechs Schüler haben diese Kategorie gewählt. Frage Nr. 12. Im Deutschunterricht hat mich gelehrt: Tabelle Nr. 12 Alle Respondenten Tschechische Lehrer 46 92% Muttersprachler 1 2% Tschechische Lehrer und Muttersprachler 3 6% Graph Nr. 12 Dieser Posten soll einen weiteren Aspekt des Deutschunterrichtes ausmachen. Diese Antwort soll feststellen, ob der Muttersprachler eine Rolle im Deutschunterricht hat. Der Muttersprachler kann großer Einfluss auf die Schüler haben. Die Schüler können umgangssprachliche Aussprache hören und sie sprechen sehr oft nur deutsch. Die Schüler haben oft Angst, oder sie wollen einfach nicht Sprechen, aber der Muttersprachler hat ein ungewöhnlicher Einfluss. Die Realität ist aber anders. 92 Prozente der Schüler hat der tschechische Lehrer gelehrt. Der Muttersprachler spielt im Deutschunterricht „keine“ Rolle. Frage Nr. 13. Der Lehrer hat während des Unterrichtes: Tabelle Nr. 13 Alle Respondenten die Aussprache eingehalten. 42 84% anders gesprochen, aber ich wusste nicht warum. 2 4% normal gesprochen, ich habe keine Änderung erkannt. 6 12% : Graph Nr. 13 An dieser Stelle sollten sich die Schüler äußern, wie die Aussprache des Lehrer war. Der Lehrer, der für Schüler das sprachliche Vorbild ist, muss auf seine Aussprache achten. Die Ergebnisse dieser Frage sind für mich überraschend, weil 84 Prozente der Schüler angeführt hat, dass der Lehrer im Deutschunterricht auf die Aussprache achtet. 6 Schüler haben die Variante „normal gesprochen, ich habe keine Änderung erkannt“ gewählt. Meiner Meinung nach, das ist nicht zu viel, weil für die Mehrheit der Lehrer die mich gelehrt haben, war die Aussprache ein Tabu. Frage Nr. 14. Hat der Lehrer deine Aussprache während der Deutschstunde korrigiert? Tabelle Nr. 14 Alle Respondenten Ja, sehr oft 20 40% Manchmal 27 54% Nie 3 6% Graph Nr. 14 Dieser Posten soll einen weiteren Aspekt des Deutschunterrichtes ausmachen. Erfahrungsgemäß kann ich sagen, dass der Lehrer nie meine Aussprache korrigiert und deshalb war ich auf die Ergebnisse dieser Frage sehr neugirig. Der Lehrer hat im Deutschunterricht unvertretbare Rolle und er muss die Aussprache der Schüler korrigiert. Der Deutschunterricht ist sehr oft für die Schüler nur einzige Informationsquelle und der Lehrer sollte den Schülern „gute“ Informationen geben. Die Schüler haben am häufigsten die Variante „Manchmal“ gewählt, 40 Prozente der Schüler haben die erste Variante gewählt und nur 3 Schüler haben die Variante „Niemals“ gewählt, was für mich ein erfreuliches Ergebnis war. Frage Nr. 15. Im Deutschunterricht waren in der Klasse: Tabelle Nr. 15 Alle Respondenten 0-5 Schüler 0 0% 6-10 Schüler 12 24% 11-15 Schüler 29 58% 16-20 Schüler 5 10% 21 und mehr Schüler 4 8% Graph Nr. 15 Die Atmosphäre in der Klasse ist eine der wichtigsten Faktoren des Fremdsprachenunterrichtes. Zu dem wichtigsten Faktor gehört der Schülerstand. Die Mehrheit der Schüler (29) hat „11 – 15 Schüler“ gewählt. Das ist nicht ideal, aber erfahrungsgemäß kann ich sagen, dass 25 Schüler in der Klasse keine Ausnahme war. Die Atmosphäre war geladen und der Lehrer war nervös. 24 Prozente der Schüler aber „6 – 10“ geschrieben haben und das halte ich für ein gutes Ergebnis. 9 Schüler haben mehr als „15 Schüler“ gewählt und dieses Ergebnis ist zum Überlegen. Frage Nr. 16. Der Deutschunterricht ist verlaufen: Tabelle Nr. 16 Alle Respondenten in der Klasse 29 58% im Sprachunterrichtsraum 17 34% in der Klasse und im Sprachunterrichtsraum 4 8% woanders 0 0% Graph Nr. 16 Organisatorische Bedingungen zählen zu den wichtigsten Faktoren des Fremdsprachenunterrichtes. Während meines Praktikums war ich in dieser Hinsicht sehr überrascht. Die Grundschule, wo ich das Praktikum absolviert habe, hatte die spezielle Sprachklasse und auch die Qualität der technischen Ausrüstung war ranghöchste. Die Schüler hatten zur Verfügung: Computer, Internet, Tastentafel, Kopfhörer, und auch Wörterbücher oder Zeitschriften. Ich wollte also den Vergleich zu anderen Schulen haben. In dieser Frage sollten die Schüler schreiben, in welchem Raum sie Deutsch gelernt haben. 58 Prozente der Schüler haben die Variante „in der Klasse“ gewählt, und etwa eine Drtitel der Schüler haben „im Sprachunterrichtsraum“ gewählt. Nach Ergebnisse kann ich sagen, dass die Schule, wo ich das Praktikum absolviert habe, noch eine Ausnahme ist. Frage Nr. 17. Welche technische Hilfsmittel hat der Lehrer im Deutschunterricht verwendet? Tabelle Nr. 17 Alle Respondenten Keine 0 0% Tafel 46 41% Mikrophon 0 0% Fernseher 14 12% CD-Player 44 39% Projektor 3 3% Computer 6 5% Graph Nr. 17 Die Frage Nummer 17 betrifft sich technischer Hilfsmittel im Deutschunterricht. Die Lehrer können heute verschiedene Medien und Hilfen ausnutzen, aber wie sind die Bedingungen in den Schulen? In dieser Frage konnten die Schüler nicht nur eine Variante wählen, deshalb ist in der zweiten Spalte der Tabelle die Gesamtzahl 113. Die Schüler haben meistens die Varianten „Tafel“ und „CD-Player“ gewählt, aber dieses Ergebnis habe ich vorausgesetzt. Ein bisschen überraschend war für mich die Variante „Fernseher“, die 14 Schüler gewählt haben. Frage Nr. 18. Welche andere Hilfsmittel hat der Lehrer im Deutschunterricht verwendet? Tabelle Nr. 18 Alle Respondenten Arbeitshefte 1 1% Bilder 2 3% Wörterbücher 43 58% Landkarten 1 1% Spiele 2 3% Zeitschriften 25 34% Graph Nr. 18 Das Angebot an Phonetikgebiet ist stets sehr begrenzt. Der Lehrer ist oft gezwungen, auf lehrwerkunabhängige Hilfsmittel zurückzugreifen. Auch in dieser Frage konnten die Schüler nicht nur eine Variante wählen, deshalb ist in der zweiten Spalte der Tabelle die Gesamtzahl 74. Die Schüler haben aber nur die Varianten „Wörterbücher“ und „Zeitschriften“ gewählt. Die Lehrer haben nur selten Arbeitshefte, Bilder, Landkarten und Spiele ausgenutzt. Frage Nr. 19. Worin machen die tschechischen Deutschlehrer Fehler? Tabelle Nr. 19 Alle Respondenten Ich weiß nicht. 14 28% Der Lehrstoff ist nicht genug durchgenommen. 2 4% Der Lehrer spricht tschechisch. 13 26% Der Lehrer bevorzugte die Grammatik. 6 12% Der Lehrer ist inkonsequent. 3 6% Der Lehrer macht keine Fehler. 6 12% Der Lehrer spricht zu schnell. 6 12% Graph Nr. 19 In der letzten offenen Frage sollten sich die Schüler äußern, wo die tschechischen Lehrer im Deutschunterricht Fehler machen. 14 Prozente der Schüler haben „Ich weiß nicht“ geschrieben und ich halte es für ein bisschen traurig, wenn der Mittelschüler „Ich weiß nicht“ schreibt. Die zweite häufigste Antwort war „Der Lehrer spricht tschechisch“. 5 Schüler haben geschrieben, dass sie auch Grammatikvermittlung im Deutschen wollen. In der Minderheit sind Antworten „Der Lehrstoff ist nicht genug durchgenommen.“, „Der Lehrer bevorzugte die Grammatik.“, „Der Lehrer ist inkonsequent.“, „Der Lehrer spricht zu schnell.“, und 6 Schüler hat geschrieben, dass der Lehrer keine Fehler macht. Schlusswort Die Phonetik spielte im Fremdsprachenunterricht, bzw. Deutschunterricht lange Zeit keine Rolle. Unter Phonetikern und Fremdsprachendidaktikern ist es allgemein bekannt, dass sie als ein Stiefkind neben den anderen, eingestuften Bereichen der Sprache, wie Grammatik und Lexik behandelt wird. Der in der Literatur mehrfach verwendete Begriff „Stiefkindstatus“ charakterisiert diesen Zustand recht anschaulich. Obwohl die Phonetik als eine selbstständige Disziplin bezeichnet wird, wäre im Fremdsprachenunterricht eine Integration von Phonetik, Grammatik und Wortschatz bestimmt wünschenswert – die Sprache muss doch als ein Ganzes betrachtet werden. Diese Integration wird aber oft vernachlässigt, auch manche Lehrbücher informieren über phonetische Phänomene mangelhaft oder falsch. In der Unterrichtspraxis fehlt in vielen Fällen ein gesonderter Phonetikkurs, deutsche Aussprache wird oft nur sporadisch im Unterricht behandelt. Den Lehrern fehlen oft Kenntnisse der umgangssprachliche Phonetik und die meisten Lehrer besitzen ebenfalls nur mangelhafte Kenntnisse der deutschen Phonetik. Das Fehlen phonetischer Grundlage führt oft dazu, dass die Lehrenden auf die Methode „Hören und Nachsprechen“ angewiesen sind. Als Unterstützungsmittel werden gelegentlich multimediale Hilfsmittel eingesetzt, aber grundsätzlich fehlen immer noch richtige Ansätze zum Erkennen und Beheben der Ausspracheschwierigkeiten der Lernenden. Der Lehrer muss auf die Integration von Phonetik, Grammatik und Lexik achten, denn das könnte die Qualität des Unterrichts wesentlich erhöhen. Die Lehrer haben auch oft Angst, mit der Phonetik umzugehen. Sie sagen, dass der Lehrplan dafür keine Zeit lasse, dass phonetische Übungen keine langfristige Wirkung zeigten und dass sie lächerlich und langweilig seien. Gründe für diese Situation werden in Defiziten in der Lehraus- und -fortbildung erkannt, in der Gestaltung von Curricula, in Lehrmaterialangebot und auch in der Forschung und in der Wissenschaftspublizistik auf dem Gebiet der Aussprache. Aber die Lernenden können auch selbst für die bessere Aussprache etwas machen. Sie wissen, dass sich eine schlechte Aussprache nicht auf die Note auswirkt und sehen daher keine große Notwendigkeit, das Defizit in der Aussprache aufzuholen. Die empirische Untersuchung in meiner Diplomarbeit zeigt, dass die Phonetik bestimmte Rolle im Deutschunterricht spielt. Die Schüler kennen die Begriffe wie Phonetik oder Aussprache und die Lehrer betonen die „richtige“ Aussprache. Meine Hypothese „Die Rolle der Phonetik im Deutschunterricht ist geringer, als die Rolle anderer Bereiche.“ ist falsifiziert, weil im Vergleich mit der Grammatik und auch mit dem Wortschatz die Phonetik auf dem gleichen Niveau ist. In der Unterrichtspraxis ist die Situation schlimmer, weil z. B. die Ausspracheübungen keine integrierten Bestandteile im Deutschunterricht waren. Auch was Unterschiede zwischen deutsche und tschechische Aussprache betrifft, sind die Ergebnisse nicht überzeugend. Für die Mehrheit der Schüler sind unterschiedliche nur Umlaute, was man nur visuell wahrnehmen kann. Glücklicherweise beginnt sich die Situation letztens etwas zu verbessern. Bei Lernenden und Lehrenden wächst das Interesse an Phonetik als Lerninhalt und Lernziel. Die Arbeit an der Aussprache ist aber sehr schwierig und verantwortlich. Um Ergebnisse dieser Arbeit zu „hören”, muss sich der Lehrer an die Phonetik mit ihren Teilgebieten: Artikulation, Intonation und Sprechausdruck im Fremdsprachenunterricht Deutsch immer erinnern. Gute Aussprache ist so wichtig, wie die anderen Komponenten des Sprechens. Sie kann auch die Aneignung der Fremdsprache gut beeinflussen. Im Bereich der Phonetik ist also ab jetzt viel zu tun. Vor allem muss man die Einstellung der Phonetik gegenüber ändern. Die größte Verantwortung liegt bei jedem Deutschlehrer, der auch Phonetiker sein soll. „Nicht nur, was wir sagen, ist wichtig, sondern auch, wie wir es sagen.“ RESUME Ve své diplomové práci se zabývám problematikou fonetiky a její rolí ve výuce německého jazyka. Při výuce německého jazyka se člověk nemůže zaměřovat pouze na gramatiku, či slovní zásobu, jako dominantní oblasti ve výuce cizího jazyka. Výslovnost je stejně důležitou, ne-li důležitější oblastí, která nesmí být při výuce německého jazyka opomíjena. Práci tvoří dvě hlavní části, a to část teoretická a praktická. V teoretické části se zabývám fonetikou jako jazykovědnou disciplínou, nastiňuji její historii i dílčí oblasti. Svoje místo má v diplomové práci i fonologie a samozřejmě segmentální a suprasegmentální rovina jazyka. Opomenut není ani význam řeči a komunikace. Poslední kapitola v teoretické části je věnována fonetice ve výuce cizího jazyka. Praktická část vychází z výsledků empirického výzkumu, který jsem provedla na Střední zdravotnické škole v Brně. Respondenty byli středoškolští studenti, kteří se učili německý jazyk již na základní škole a ve výuce pokračovali i na škole střední. Otázky byly směrovány jednak na význam fonetiky a její podíl při vyučování samotném, ale také na osobnost učitele, který má v procesu nácviku správné výslovnosti nejdůležitější roli. . ANHANG Anhang Nr. 1 Dotazník - Role fonetiky ve výuce německého jazyka Anhang Nr. 2 IPA - Tabelle Anhang Nr. 1 DOTAZNÍK – ROLE FONETIKY VE VÝCE NĚMECKÉHO JAZYKA Milí studenti, jsem studentka Pedagogické fakulty MU a pomocí tohoto dotazníku bych ráda zjistila, zda při výuce německého jazyka na ZŠ byla fonetika (výslovnost) součástí výuky. Při vyplňování dotazníku berte prosím zřetel pouze na ZŠ a případné nové znalosti ze střední školy do tohoto dotazníku nezahrnujte. Označte prosím vždy tu variantu, která vám nejvíce vyhovuje. V dotazníku nejsou žádné "správné" nebo "špatné" odpovědi, každý z Vás má jiné zkušenosti. Odpovídejte prosím spontánně a upřímně. Dotazník je anonymní. Děkuji za spolupráci. Markéta Svobodová 1. Německý jazyk se učím od …………… třídy základní školy. 2. Německý jazyk byl 1. nebo 2. cizí jazyk? 3. Pojmy jako fonetika, výslovnost jsou pro mě ve spojení s výukou německého jazyka Samozřejmé Něco jsem Neznámé o nich slyšel/a 4. Výuka německé výslovnosti byla nedílnou součástí výuky německého jazyka. Ano Ne Nevím 5. Výslovnost byla ve srovnání s gramatikou: Na stejné úrovni V pozadí Opomíjena 6. Výslovnost byla ve srovnání se slovní zásobou: Na stejné úrovni V pozadí Opomíjena 7. Cvičení na výslovnost byla součástí učebnice? Ano Ne Nevím 8. Cvičení na výslovnost německého jazyka jsme: Dělali pravidelně Dělali pouze Nedělali někdy 9. V čem se liší německá a česká výslovnost? ___________________________________________________________________ ___________________________________________________________________ 10. Které hlásky lze považovat v rámci německé výslovnosti za problémové? ___________________________________________________________________ ___________________________________________________________________ ___________________________________________________________________ 11. Do jaké věkové kategorie spadal vyučující německého jazyka? 20 -30 let 31- 40 let 41 – 50 let 51 a víc 12. Na výuku německého jazyka jsem měl/a Českého učitele Rodilého mluvčího Českého učitele i rodilého mluvčího 13. Během výuky německého jazyka vyučující: Dodržoval německou Mluvil jinak, ale Mluvil normálně, výslovnost. nevěděl/a jsem proč? nepoznal/a jsem žádnou změnu 14. Opravoval vyučující Tvoji výslovnost během hodiny německého jazyka? Ano, velmi často Někdy Nikdy 15. Při výuce německého jazyka bylo ve třídě: 0 – 5 žáků 6 – 10 žáků 11 – 15 žáků 16 – 20 žáků 21 a více žáků 16. Výuka německého jazyka probíhala v: Běžné třídě Jazykové učebně Jinde (Uveďte)______________________ 17. Jaké technické pomůcky používal vyučující při výuce německého jazyka? Žádné Televizor Tabule Projektor Počítač Jiné (Uveďte) ______________________ Mikrofon __________________________________ CD přehrávač __________________________________ 18. Jaké jiné pomůcky používal vyučující při výuce německého jazyka? Slovníky Časopisy Jiné (Uveďte)_______________________ 19. Kde dělají čeští učitelé německého jazyka chyby? ___________________________________________________________________ ___________________________________________________________________ Anhang Nr. 2 http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:IPA_chart_2005.png&filetimestamp=20080804065751 LITERATURVERZEICHNIS DIELING, H., HIRSCHFELD, U. Phonetik lehren und lernen. Berlin: Langenscheidt, 2000. 199 s. ISBN 3468496540 DIELING, H., HIRSCHFELD, U. Phonetik lehren und lernen. In Fernstudieneinheit. Erprobungsfassung 2/95. München: Goethe-Institut 2. 1995. 199 s Dieling, H. Phonetik im Fremdsprachenunterricht Deutsch. Berlin: Langenscheidt, 1992. 134 s. ISBN 3468494440 Grassegger, H. Phonetik, Phonologie. Idstein: Schulz-Kirchner Verlag, 2001. 141 s. ISBN 9783824804832 HAKKARAINEN, H. J. Phonetik des Deutschen, München: W. Fink Verlag, 1995. 197 s. ISBN 3770530403 HALL, T. A. Phonologie: eine Einführung. Berlin u. a.: Walter de Gruyter, 2000. 360 s. ISBN 9783110156416 Helbig, G., Götze, L., Henrici, G., Krumm, H. J. Deutsch als Fremdsprache: ein internationales Handbuch. Berlin und New York: Verlag de Gruyter, 2001. 1720 s. ISBN 9783110169409 ICKLER, T. Deutsch als Fremdsprache: Eine Einführung in das Studium. Tübingen: Niemeyer, 1984. 76 s. ISBN 3484251298 JANÍKOVÁ, V., MICHELS-MCGOVERN, M. Aspekte des Hochschulfachs Methodik und Didaktik des Unterrichts Deutsch als Fremdsprache im Überblick. Brno: Masarykova univerzita, 2004. 97 s. ISBN 8021023449 KOHLER, K. J. Einführung in die Phonetik des Deutschen. Berlin: E. Schmidt Verlag, 1977. 251 s. ISBN 3503012370 KOVÁŘOVÁ, A. Úvod do fonetiky a fonologie němčiny. Brno: Pedagogická fakulta Masarykovy univerzity, 2003. 60 s. ISBN 8021032634 Lazarus, H., Sust, A., CH., Steckel, R., Kulka, M., Kurtz, P. Akustische Grundlagen sprachlicher Kommunikation. Berlin Heidelberg: Springer Verlag, 2007. 612 s. ISBN 9783540499862 MANGOLD, M. Aussprachewörterbuch: Wörterbuch der deutschen Standardaussprache. Mannheim: Dudenverlag, 2005. 894 s. ISBN 3411040645. Pétursson, M., Neppert, J. Elementarbuch der Phonetik. Hamburg: Buske Verlag, 2002. 222 s. ISBN 9783875483185 Pompino-Marschall, B. Einführung in die Phonetik. Berlin: Walter de Gruyter, 2003. 324 s. ISBN 9783110180206 RAUSCH, I.; RAUSCH, R. Deutsche Phonetik für Ausländer. Leipzig: Langenscheidt, 1993. 404 s. ISBN 3324001455 ROTHENHAGEN, R. Phonetischer Grundkurs der deutschen Sprache fur Tschechischsprecher. Brno: Pedagogická fakulta Masarykovy univerzity, 1995. 39 s. ISBN 8021010568 Vorderwülbecke, K. Phonetik, Ausspracheschulung und Sprecherziehung im Bereich Deutsch als Fremdsprache. Regensburg: Becker-Kuns, 1992. 180 s. ISBN 3882461608 Internetquellen: UNIVERSITÄT BREMEN [online]. [cit. 13. 11. 2008]. Dostupné z World Wide Web: < http://www.fb10.uni-bremen.de/khwagner/phonetik/phonologie1.htm > WIKIPEDIA DIE FREIE ENZYKLOPÄDIE [online]. [cit. 15. 2. 2009]. Dostupné z World Wide Web: < http://de.wikipedia.org/wiki/Phonetik > rHEINISCHE fRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT BONN [online]. [cit. 13. 11. 2008]. Dostupné z World Wide Web: ________________________________ [1] Das Ansatzrohr erstreckt sich von den Stimmlippen bis zu den Nasenöffnungen und den Lippen des Mundes. In Analogie zum Ansatzrohr bei Blasinstrumenten wird der Vokaltrakt wegen der Ähnlichkeiten bei der Lauterzeugung ebenfalls als Ansatzrohr bezeichnet. [2] Kohler, Klaus J (*1935): deutscher Phonetiker, Direktor des Instituts für Phonetik und Digital Sprachverarbeitung, Universität Kiel, Herausgeber der Zeitschrift Phonetica. [3] Zoëga Johann Georg (1755 – 1809): ein Archäologe, Philologe und dänischer Generalkonsul im Vatikan. [4] Da Vinci Leonardo (1452 – 1519) [5] Wallis John (1616 – 1703) [6] Hellwag Friedrich Christoph (1754-1835) war ein deutscher Arzt. [7] Von Helmholtz Ferdinand Ludwig Hermannn (1821-1894) war ein deutscher Physiologe und Physiker. [8] IPA/API: International Phonetical Association/ Association Phonétique Internationale; internationale Gesellschaft, die u. a. die gebräuchlichste Lautschrift entwickelt hat (API-Transkription). IPA-Tabelle einsehbar in der Anlage.