MASARYKUNIVERSITÄT PÄDAGOGISCHE FAKULTÄT Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur PHONETISCHE ANALYSE DER LEHRWERKE ,,STUDIO D" UND ,,SPRECHEN SIE DEUTSCH?" Diplomarbeit Verfasser: Martina Palová Betreuer: PhDr. Alena Kovářová Brünn APRIL 2008 0 Ich erkläre, dass ich meine Diplomarbeit selbständig ausgearbeitet und nur die im Literaturverzeichnis angegebenen Quellen verwendet habe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Brünn, den . April 2008 1 Ich möchte mich bei Frau PhDr. Kovářová für ihre wertvollen Ratschläge und ihre Hilfe, die sie mir bei der Verarbeitung meiner Diplomarbeit geleistet hat, bedanken. 2 INHALTSVERZEICHNIS EINLEITUNG .................................................................................. 5 1 THEORETISCHER TEIL .................................................................. 6 1.1 Sprache und Kommunikation .................................................... 6 2.2 Phasen der Sprachproduktion..................................................... 6 3.3 Phonetik und Phonologie......................................................... 10 4.4 Segmentale Ebene................................................................... 11 Vokale.......................................................................... 11 Diphthonge................................................................... 13 Konsonanten................................................................ 13 5.5 Suprasegmentale Ebene........................................................... 14 Akzent......................................................................... 15 1.5.1.1. Wortakzent.......................................................... 15 1.5.1.2. Satzakzent........................................................... 15 Intonation..................................................................... 16 Rhythmus.................................................................... 16 Pausierung................................................................... 17 1.6 Ziele des Fremdsprachenunterrichts .......................................... 18 1.7 Gemeinsamer europäischer Referenzrahmen ............................... 18 1.8 Zielfertigkeiten im Fremdsprachenunterricht .............................. 21 1.9 Ausspracheschulung im Fremdsprachenunterricht ....................... 22 1.9.1 Prinzipien der Ausspracheschulung ................................... 23 1.10 Übungstypologie .................................................................. 24 1.10.1 Hörübungen ................................................................. 25 1.10.1.1 Vorbereitende Hörübungen .................................... 26 3 1.10.1.2 Angewandte Hörübungen....................................... 27 1.10.1 Sprechübungen .............................................................. . 28 1.10.2.1 Vorbereitende Sprechübungen............................ 28 1.10.2.2 Angewandte Sprechübungen............................ . 29 2 PRAKTISCHER TEIL ..................................................................... 31 2. 1 Phonetische Analyse der Lehrwerke ........................................... 31 2. 2 Struktur der Lehrwerke ............................................................. 31 2. 3 Zielgruppe ............................................................................ 32 2. 4 Lernziele .............................................................................. 32 2. 5 Lerninhalte ........................................................................... 32 2. 6 Lektionsaufbau ...................................................................... 34 2. 7 Unterrichtssprache ................................................................. 35 2. 8 Phonetische Analyse des Lehrwerks studio d ................................ 35 2. 9 Phonetische Analyse des Lehrwerks Sprechen Sie Deutsch? .............. 47 2. 10 Vergleich der Lehrerhandbücher ............................................. 60 3 SCHLUSSBEMERKUNG ................................................................ 61 4 RESUME ..................................................................................... 63 5 LITERATURVERZEICHNIS ............................................................ 64 6 ANHANG ................................................................................... 67 4 Einleitung Eine fremdsprachliche Kommunikation spielt in der heutigen Gesellschaft eine wichtige Rolle. Die territorialen Grenzen verschwinden und damit verschwinden auch die sprachlichen Grenzen. Wenn man eine Sprache gut beherrschen will, muss man ihren Wortschatz, ihre Grammatik, Ortographie und korrekte Aussprache kennen. Eine verständliche Aussprache ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche fremdsprachliche Kommunikation. Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, wie wichtig die Rolle der Phonetik im Fremdsprachenunterricht und auch im Leben ist. Da die korrekte Aussprache auch von Lehrwerken abhängig ist, habe ich mich entschieden, mich in meiner Diplomarbeit mit der Analyse zwei Lehrwerken zu beschäftigen. Dazu habe ich ein tschechisches und ein deutsches Lehrwerk ausgewählt. Während meines Studiums und meines Praktikums habe ich mit verschiedenen Lehrwerken gearbeitet und ich habe festgestellt, dass sie einige Mängel im Bereich der Ausspracheschulung haben. Deshalb will ich in meiner Diplomarbeit auf die Unterschätzung der Stellung der Aussprache im Fremdsprachenunterricht und in einigen Lehrwerken hinweisen. Den Kern von meiner Diplomarbeit bilden der theoretische und der praktische Teil. Der theoretische Teil behandelt die theoretischen Grundlagen der Phonetik und ihrer Stellung im Fremdsprachenunterricht. Im praktischen Teil beschäftige ich mich mit der phonetischen Analyse der Lehrwerke studio d und Sprechen Sie Deutsch?. Die Mängel, die die Analyse aufdeckte, bilden Unterlagen für meinen Entwurf der Ergänzungsmaterialien. 5 1. THEORETISCHER TEIL 1. 1 SPRACHE UND KOMMUNIKATION Allein in Europa gibt es heute bis 70 lebende Sprachen und weltweit werden rund vier Tausend verschiedene Sprachen gesprochen. Viele davon stehen aber kurz vor dem Verschwinden. Die Sprachen sind deshalb so wichtig, weil sie das häufigste Mittel der menschlichen Kommunikation sind. Mit Hilfe der Sprache wird uns der größte Teil unserer Kenntnisse vermittelt. Sie dient als Mittel sozialer Interaktion und gibt uns somit die Möglichkeit unsere Erfahrungen, Erlebnisse, Meinungen, Gedanken und Gefühle auszudrücken. Die Wissenschaft, die sich mit den Sprachen beschäftigt, ist die Linguistik (Sprachwissenschaft). Sie lässt sich in mehreren Teildisziplinen einteilen. Zu diesen Disziplinen gehören z. B. Phonetik und Phonologie, Morphologie, Syntax, Lexikologie, Stilistik etc. 1. 2 PHASEN DER SPRACHPRODUKTION ,,Menschliche Sprachproduktion setzt das dynamische Zusammenspiel einer Reihe von anatomischen Strukturen und von physiologischen Prozessen voraus, die einen Luftstrom erzeugen und diesen in verschiedener Weise modifizieren." (Kohler, 1977, S. 46) Sprachproduktion ist ein komplizierter Prozess, der in mehreren Stadien verläuft: 1. Neurolinguistische Programmierung - in der ersten Phase werden die grammatischen, lexikalischen, phonologischen und phonetischen Merkmale, die die zu übertragende Information enthalten, als eine Art neurales Programm enkodiert. Dieses Programm steuert die Auswahl, die Abfolge und das Timing der nun einsetzenden neurophysiologischen Ereignisse. 6 2. Die neuromuskuläre Phase - in dieser Phase werden die durch das neurale Programm vorgebenen motorischen Impulse über verschiedene Nervenleitungen als Muskelreize in den Brustkorb, die Kehle, den Mund usw. weitergegeben. Diese Muskelreize führen zur Kontraktion und Entspannung bestimmter Muskeln oder Muskelpartien. 3. Die organische Phase - als Folge der Kontraktion und Entspannung bestimmter Muskeln und Muskelpartien nehmen die damit verbundenen Sprechorgane bestimmte Stellungen ein oder vollziehen bestimmte Bewegungen. Da es sich in diesem Stadium um ganze Sprechorgane (die Lunge, der Kehlkopf, die Zunge usw.) handelt, nennt man diese Phase organische Phase. 4. Die aerodynamische Phase - die unterschiedlichen Stellungen und Bewegungen, die die Sprechorgane während der dritten Phase einnehmen bzw. vollziehen, führen dazu, dass sich die physische Form des Ansatzrohres ändert. Dieses wiederum hat zur Folge, dass die im Ansatzrohr vorhandene Luft komprimiert oder ausgedehnt wird, und sich somit in ständiger Veränderung befindet. 5. Die akustische Phase - in dieser Phase geht es um die Übertragung der in der aerodynamischen Phase erzeugten wahrnehmbaren Schallwellen. 6. Die neurorezeptive Phase - wenn die Schallwellen auf das Ohr des Hörers treffen, werden eine ganze Reihe neurophysiologischer Prozesse in Gang gesetzt, deren Summe die neurorezeptive Phase konstituieren. 7. Die neurolinguistische Identifikation - die empfangenen neurorezeptiven Signale werden als bestimmter Laut oder bestimmte Lautsequenz 7 erkannt. Diese Phase entspricht quasi der Umkehrung der ersten Phase und kann als Phase der neurolinguistischen Identifikation bezeichnet werden. (vgl. www.uni-bremen.de/linguistik) Die Sprechwerkzeuge und die phonetischen Merkmale (Bumann, 2002, S. 99) Jeder einzelne Laut wird als ein Produkt des Zusammenspiels folgender Prozesse betrachtet: * des Luftstromprozesses - durch den Luftstromprozess wird die Erzeugung von Lauten ermöglicht, weil er die Energiequelle eines Lautes (einen Luftstrom) liefert. 8 ˇ des Phonationsprozesses - er bezieht sich auf die unterschiedliche Stellungen oder öffnungsgrade der Stimmritze. Hier entscheidet sich, ob ein Laut stimmhaft ist oder nicht. * des oro-nasalen Prozesses ­ er bezieht sich auf die unterschiedlichen Stellungen des Gaumensegels. Hier entscheidet sich, ob ein Laut nasaliert ist oder nicht. * des Artikulationsprozesses ­ er bezieht sich auf die unterschiedlichen Stellungen der Artikulationsorgane. Der Luftstrom wird hier durch die Bewegung von Zunge und Lippen auf unterschiedliche Arten modifiziert. (vgl. www.uni-bremen.de/linguistik) Das Atmungs- und Artikulationssystem (Kohler, 1995, S. 48) 9 1. 3 PHONETIK UND PHONOLOGIE Die Bezeichnungen Phonetik und Phonologie sind aus dem griechischen Wort phóné abgeleitet, welches ,,Laut", ,,Stimme" bedeutet. Die Phonetik ist eine Teildisziplin der Linguistik und beschäftigt sich mit der Lautbildung. Ihr Gegenstand ist die gesprochene Sprache. Im Wörterbuch finden wir folgende Definition: ,,Phonetik ist eine empirische, naturwissenschaftlich orientierte Disziplin, die die lautlichen Ereignisse und Prozesse der sprachlichen Kommunikation unter folgenden Aspekten untersucht: (a) artikulatorisch-genetische Sprachproduktion (Artikulatorische Phonetik), (b) Struktur der akustischen Abläufe (Akustische Phonetik), (c) neurologisch-psychologische Vorgänge der Sprachrezeption (Auditive Phonetik). (...) Im Unterschied zur Phonologie untersucht die Phonetik die konkreten artikulatorischen, akustischen und sensorischen Eigenschaften der Laute aller Sprachen der Welt und die mit ihrer Bildung verbundenen Prozesse." (Bumann, 2002, S. 512) Phonologie befat sich mit der Verwendung von Lauten in den sprachlichen Systemen. Phonologie ist nach einer Wörterbuchdefinition ,,eine Teildisziplin der Sprachwissenschaft, die sich mit den Phonemen, ihren Eigenschaften, Relationen und Systemen unter synchronischen und diachronischen Aspekten beschäftigt." (Bumann, 2002, S. 513) Die Phonetik lässt sich in mehreren Teilgebiete einteilen: * Die artikulatorische Phonetik untersucht Sprachlaute unter dem Aspekt der Lautproduktion. Es geht um die Beschreibung physiologischer Prozesse, die bei der Artikulation im Ansatzrohr ablaufen. * Die akustische Phonetik untersucht Sprachlaute unter dem Aspekt der Lautübertragung. Ihr Gegenstand ist die physikalisch-akustische Struktur von Sprachlauten. 10 ˇ Die auditive Phonetik beschäftigt sich mit Sprachlauten unter dem Aspekt der Lautperzeption. Dabei werden die anatomischen und neurophysiologischen Vorgänge bei der Wahrnehmung und Dekodierung von Sprachlauten untersucht. (vgl. Bumann, 2002, S. 62, 98, 104) 1. 4 SEGMENTALE EBENE DER DEUTSCHEN SPRACHE 1. 4. 1 VOKALE ,,Vokale sind Öffnungslaute, zu deren Klangfarbengestaltung die Resonanzwirkung der Ansatzräume wesentlich ist, ohne Berührungsfläche in der Mittellinie des Gaumens und sofern sie prosodische Wortmerkmale zu tragen haben (Akzent, Quantität, bedeutungs- oder ausdrucksbestimmende Tonhöhe)..." (Rausch R. / Rausch I., 1993, S. 24) Vokale sind immer stimmhaft und silbenbildend und sie können lang oder kurz sein. Während ihrer Artikulation sind die Lippen unterschiedlich aktiv. Bei der Differenzierung der Vokale sind zwei Kriterien wichtig ­ die Stelle, an der die Zunge die Hauptartikulation ausführt und der Kieferwinkel. ,,Die Stelle und der Grad der Hebung modifizieren den oralen Resonanzraum und bilden somit die Grundlage für den spezifischen Vokalklang. (...) Beachtet werden müssen außerdem der Öffnungsgrad sowie die Artikulationsspannung in ihren unterschiedlichen Ausprägungen." (Rausch R. / Rausch I., 1993, S. 24) Weiter müssen auch die Lippenrundung sowie die Artikulationsspannung beachtet werden. Im Deutschen lassen sich nach der Stellung der Zunge drei große Gruppen von Vokalen erkennen: * Vordervokale ­ die Zunge nähert sich dem harten Gaumen * Zentralvokale ­ die Zunge bewegt sich in der Mitte 11 ˇ Hintervokale ­ die Zunge ist an dem weichen Gaumen (vgl. Rothenhagen, 1995, S. 6) Zungenstellung oben vorn hinten unten Das Vokalviereck (vgl. Kovářová, 2003, S. 14) Vordervokale sind /i/, /i:/, /y:/, /Y/, /e:/, /:/, //, /:/, /oe/, //oe/. Bei der Artikulation der Vordervokale bewegt sich die Zunge aus ihrer neutralen Stellung nach vorne im Mund. Im Deutschen werden Vordervokale bei hoher und mittlerer Zungenhöhe produziert. Die Lippenrundung spielt auch eine wichtige Rolle bei der Artikulation der Vordervokale im Deutschen. Zentralvokale sind //, / /, /a:/, /a/, //. Bei der Artikulation der Zentralvokale bleibt die Zunge in ihrer neutralen Stellung. Die deutschen Zentralvokale werden bei mittlerer und tiefer Zungenhöhe produziert und die Lippen befinden sich ungerundeter Stellung. 12 Hintervokale sind /o:/, /o/, //, /u:/, /u/. Bei der Artikulation der Hintervokale hebt sich die Zunge aus ihrer neutralen Stellung nach hinten. Die deutschen Hintervokale werden bei hoher und mittlerer Zungenhöhe produziert und die Lippen befinden sich gerundeter Stellung. 1. 4. 2 DIPHTHONGE Diphthonge bestehen aus zwei kurzen Vokalen, die in einer Silbe auftreten. Bei der Entstehung von Diphthongen bewegen sich die Sprechorgane gleitend von einer Stellung zur anderen. Man kann nicht alle Vokale miteinander kombinieren. Die Diphthonge bestehen immer aus einem offenen und einem geschlossenen Vokal und treten dabei folgende Varianten auf: [a] + [e] bilden [ae], [a] + [o] bilden [ao] und [ ] + [] bilden [ ]. Der erste Vokal muss offen und der zweite geschlossen sein. 1. 4. 3 KONSONANTEN ,,Konsonanten sind keine Mundöffnungslaute, denn bei ihrer Hervorbringung wird in der Mittellinie des Gaumens ein Verschlu, eine Enge oder ein intermittierender Verschlu (Wechsel von Öffnung und Verschlu) gebildet. Sie sind außerdem zumeist keine Silbenträger und damit auch keine Träger prosodischer Merkmale." (Rausch R. / Rausch I., 1993, S. 28) Bei der Artikulation der Konsonanten wird der Luftstrom auf seinem Weg durch die Sprechwerkzeuge irgendwie behindert. Nach der Art des Hindernisses klassifiziert man die Konsonanten: * Verschlusslaute (Okklusive) ­ das Hindernis ist ein Verschluss (p, b, m, t, d, n, k, g, , |) * Engelaute (konstriktive Laute) ­ das Hindernis ist eine Enge (f, v, s, z, , ç, j, x, h, l, r, R) * Affrikaten ­ das Hindernis bildet erst einen Verschluss, der in eine Enge übergeht (pf, ts, t) (vgl. Rothenhagen, 1995, S. 7) 13 Die Stelle, an der das Hindernis gebildet wird, nennt man Artikulationsstelle. Nach der Artikulationsstelle werden folgende Konsonanten unterscheidet: * bilabiale (Lippenlaute) ­ Lautbildung von Ober- und Unterlippe * labio-dentale (Zahnlaute) ­ Lautbildung von Unterlippe und Zähnen * alveolare (Zahndammlaute) ­ Lautbildung von Zunge und oberen Schneidezähnen * palatale (Laute am harten Gaumen) ­ Lautbildung von Zunge und Palatum * velare (Laute am weichen Gaumen) ­ Lautbildung von Zunge und Velum * glottale bzw. pharyngal ­ Lautbildung im Rachenraum bzw. Kehlkopf (vgl. www.uiowa.edu/%7Eacadtech/phonetics/#) Bei der Beschreibung der Konsonanten muss man weiter die stimmhaften und stimmlosen Laute unterscheiden. Stimmhaft sind die Laute, bei denen bei ihrer Hervorbringung die Stimmlippen schwingen und dadurch einen Begleitton erzeugen. (vgl. Rothenhagen, 1995, S. 7) 1. 5 SUPRASEGMENTALE EBENE DER DEUTSCHEN SPRACHE ,,Wortakzent, Ausspruchsakzent (Satzakzent) und Intonation werden als prosodische Merkmale gewertet. Sie liegen über der segmentalen Ebene und modifizieren den Laut bzw. eine umfangreiche Folge von Lauten, ohne dass die das Phonem konstituierenden Merkmale verändert werden" (Rausch R. / Rausch I., 1993, S.122) 14 1. 5. 1 AKZENT Der Akzent bedeutet Hervorhebung oder Betonung von Silben. Diese Hervorhebung kann 1. mit Hilfe der Tonerhöhung, oder 2. mit Hilfe der Stimmstärke, oder 3. mit Hilfe der zeitlichen Dehnung realisiert werden. (vgl. Rausch R. / Rausch I., 1993, S. 122) Im Deutschen unterscheidet man den Wortakzent und den Satzakzent. 1. 5. 1. 1 WORTAKZENT Der Wortakzent ist im Deutschen nicht fest. Meistens liegt er auf dem Wortstamm. Der Wortakzent bedeutet eine Hervorhebung von Silben. Wenn es von einigen Ausnahmen abgesehen wird (übersetzen x übersetzen; umschreiben x umschreiben; Konsum x Konsum...), ist der deutsche Wortakzent nicht bedeutungsverändernd. Der Wortakzent liegt meistens auf der (ersten) Stammsilbe auf der zweiten Silbe (d.h. Stammsilbe), wenn es im Wort unbetonte Vorsilben (be-, ge-, emp-, ent-, er-, ver-, zer-) gibt auf der Vorsilbe, wenn sie betont und trennbar ist (ab-, an-, auf-, aus-, bei-, mit-, nach-, vor-, zu-, da(r)-, ein-, empor-, fort-, her-, hin-, los-, nieder-, weg-, weiter-, zurück-) bei den zusammengesetzten Wörter auf dem Bestimmungswort bei vielen Fremdwörtern meistens auf der letzten Silbe (Universität, Phantasie, interessant...) 1. 5. 1. 2 SATZAKZENT Der Satzakzent hängt von den Redeabsichten des Sprechers ab. Er ist variabel und kann die Bedeutung einer Aussage völlig modifizieren. Meistens 15 liegt der Satzakzent auf den Wörtern, die auch den Wortakzent tragen. Hauptakzente liegen meistens am Ende der Äußerung. Den Satzakzent bekommen normalerweise die Substantive, Adjektive, Verben oder Adverbien. Funktionswörter wie Artikel, Präpositionen, Hilfsverben, Konjunktionen und Modalpartikeln dagegen bekommen in der Regel keinen Satzakzent. 1. 5. 2 INTONATION ,,Intonation bezeichnet im wesentlichen die melodische Gestaltung eines Ausspruchs auf der Basis der jeweiligen Akzentuierungssilbe oder ­silben unter einem bestimmten kommunikativen Aspekt, z. B. Aussage, Aufforderung, Frage." (Rausch R. / Rausch I., 1993, S. 130) Die Intonation wird mit dem Melodieverlauf des Satzes verbunden. Sie hat eine wichtige Funktion, weil sie dafür ausschlaggebend ist, ob eine Äuerung als Aussage, Aufforderung oder Frage gewertet wird. Die Intonation wird auch durch die emotionelle Haltung des Sprechers beeinflusst. Im Deutschen unterscheidet man drei Melodietypen: * die fallende Satzmelodie ­ bei Aussagesätzen, Fragesätzen (W-Fragen: Was machst du?) und Imperativsätzen * die steigende Satzmelodie ­ bei Fragesätzen, Ausrufesätzen und Wunschsätzen * die weiterführende Satzmelodie ­ in Satzgefügen, bei Anreden, Redeankündigungen und Aufzählungen; die Stimme sinkt im zweiten Teil der Aussage (vgl. Rothenhagen, 1995, S. 34, 35) 1. 5. 3 RHYTHMUS ,,Jede Sprache hat ihren eigenen Rhythmus. Dieser Sprechrhythmus prägt den Klang einer Sprache und ist für das Verstehen wichtig. Der Rhythmus des Deutschen wird durch den unregelmäßigen Wechsel von betonten und 16 unbetonten Silben, durch ihren außerordentlich starken Kontrast charakterisiert." (Dieling / Hirschfeld, 2000, S. 115) Betonte und unbetonte Silben sind nicht gleich lang. Damit zählt das Deutsche zu den akzentzählenden Sprachen, im Gegensatz zu den silbenzählenden Sprachen (z.B. tschechische Sprache). Eine der wichtigsten Aufgaben im Ausspracheunterricht ist den Lernenden das Gefühl für den deutschen Sprechrhythmus zu vermitteln, sie zu befähigen, auch beim Sprechen diesem Rhythmus zu folgen und die Gegensätze betont/unbetont zu treffen. Zu betonen bedeutet, lauter, langsamer und eben auch deutlicher zu sprechen, nicht zu betonen, bedeutet das Gegenteil, also leiser, schneller und undeutlicher zu sprechen, zu raffen, zu reduzieren und Laute zu verkürzen und zu verschlucken, damit die Abstände zwischen den betonten Silben ausgeglichen werden. Im Zusammenhang mit dem Rhythmus müssen auch Reduktion- und Assimilationserscheinungen bewußt gemacht und geübt werden. (vgl. Dieling / Hirschfeld, 2000, S. 116) 1. 5. 4 PAUSIERUNG Pausierung ist eine Gliederung der Rede durch Pausen. Sie kann bedeutungsdifferenzierend sein. Im geschriebenen Text werden die Pausen durch Satzzeichen markiert ­ Komma, Punkt, Doppelpunkt, Fragezeichen, Ausrufezeichen. In der gesprochenen Sprache werden die Pausen als ,,kurze, auditiv wahrnehmbare Unterbrechungen der Artikulation zwischen aufeinander folgenden sprachlichen Einheiten wie Laute, Silben, Morphemen, Wörtern, Wortgruppen und Sätzen" definiert. (Bumann, 2002, S. 502) Beim Lesen kommen die Fehler in Pausierung vor. Wenn jemand zu viele oder gar falsche Pausen macht, kann das ein Signal dafür sein, dass er Schwierigkeiten hat, den Sinn zu erfassen. (vgl. Dieling / Hirschfeld, 2000, S. 110) 17 In engem Zusammenhang mit den Pausen steht das Sprechtempo und die Melodie. 1. 6 ZIELE DES FREMDSPRACHENUNTERRICHTS Das übergeordnete Lernziel des Fremdsprachenunterrichts ist die kommunikative Kompetenz zu erwerben. Die kommunikative Kompetenz besteht aus mehreren Komponenten und zwar: * aus einer linguistischen Kompetenz ­ Kenntnisse des Sprachsystems der Zielsprache (d.h. lexikalische, phonologische, ortographische und syntaktische Kenntnisse) * aus einer soziolinguistischen Kompetenz - Kenntnisse der gesellschaftlichen Konventionen (Höflichkeitsregeln, kulturspezifische Normen, linguistische Kodierungen bestimmter fundamentaler Rituale im gesellschaftlichen Zusammenleben usw.) * aus einer pragmatischen Kompetenz ­ der funktionale Gebrauch sprachlicher Mittel (Diskurskompetenz, Kohäsion und Kohärenz von Textsorten und Texttypen usw.) * aus einer strategischen Kompetenz ­ Gebrauch verbaler und nonverbaler Mittel, wenn die Kommunikation behindert wird (Synonyme, Mimik, Gestikulation, andere Fremdsprache usw.) * aus einer interkulturellen Kompetenz ­ Bewusstwerden kultureller Unterschieden ist wichtig für ein adäquates Benehmen in einer fremden Gesellschaft 1. 7 GEMEINSAMER EUROPÄISCHER REFERENZRAHMEN Die Grundlage für den Fremdsprachenunterricht auf Grund- und Mittelschulen kann man in mehreren Materialien finden. Das wichtigste Dokument ist der Gemeinsame europäische Referenzrahmen, der eine Grundlage für die Beschreibung von Zielen, Methoden und Möglichkeiten der 18 Leistungsmessung im Fremdsprachenunterricht in Europa bildet. Er beschreibt, welche Kenntnisse und Fertigkeiten die Lernenden entwickeln sollen, um eine effektive Kommunikation mit einem bestimmten Gesprächspartner zu erreichen. Er definiert auch Kompetenzniveaus und ermöglicht eine lebenslange Messung des Lernfortschritts. Der Gemeinsame europäische Referenzrahmen wird für die Erstellung von Lehrplänen, Prüfungen, Lehr- und Lernprogrammen und Lehrbüchern in Europa eingesetzt. Das Ziel des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens ist eine größere Einheit im Sprachenlernen unter den Mitgliedstaaten zu erreichen. Zu diesem Zweck wurden die Gemeinsamen Referenzniveaus entwickelt: A ­ Elementare Sprachverwendung ( A1 und A2 ) * Breakthrough (A1) * Waystage (A2) B ­ Selbständige Sprachverwendung ( B1 und B2 ) * Threshold (B1) * Vantage (B2) C ­ Kompetente Sprachverwendung * Effective Operational Proficiency (C1) * Mastery (C2) (vgl. http://www.goethe.de/Z/50/commeuro/5010103.htm) Die einzelne Referenzniveaus werden folgendermaen definiert: ,,Elementare Sprachverwendung A1 Kann vertraute, alltägliche Ausdrücke und ganz einfache Sätze verstehen und verwenden, die auf die Befriedigung konkreter Bedürfnisse zielen. Kann sich und andere vorstellen und anderen Leuten Fragen zu ihrer Person stellen ­ z.B. wo sie wohnen, was für Leute sie kennen oder was für Dinge sie haben ­ und kann auf Fragen dieser Art Antwort geben. Kann sich 19 auf einfache Art verständigen, wenn die Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartner langsam und deutlich sprechen und bereit sind zu helfen. A2 Kann Sätze und häufig gebrauchte Ausdrücke verstehen, die mit Bereichen von ganz unmittelbarer Bedeutung zusammenhängen (z.B. Informationen zur Person und zur Familie, Einkaufen, Arbeit, nähere Umgebung). Kann sich in einfachen, routinemäßigen Situationen verständigen, in denen es um einen einfachen und direkten Austausch von Informationen über vertraute und geläufige Dinge geht. Kann mit einfachen Mitteln die eigene Herkunft und Ausbildung, die direkte Umgebung und Dinge im Zusammenhang mit unmittelbaren Bedürfnissen beschreiben. Selbständige Sprachverwendung B1 Kann die Hauptpunkte verstehen, wenn klare Standardsprache verwendet wird und wenn es um vertraute Dinge aus Arbeit, Schule, Freizeit usw. geht. Kann die meisten Situationen bewältigen, denen man auf Reisen im Sprachgebiet begegnet. Kann sich einfach und zusammenhängend über vertraute Themen und persönliche Interessengebiete äußern. Kann über Erfahrungen und Ereignisse berichten, Träume, Hoffnungen und Ziele beschreiben und zu Plänen und Ansichten kurze Begründungen oder Erklärungen geben. B2 Kann die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen; versteht im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen. Kann sich so spontan und fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne größere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist. Kann sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben. 20 Kompetente Sprachverwendung C1 Kann ein breites Spektrum anspruchsvoller, längerer Texte verstehen und auch implizite Bedeutungen erfassen. Kann sich spontan und fließend ausdrücken, ohne öfter deutlich erkennbar nach Worten suchen zu müssen. Kann die Sprache im gesellschaftlichen und beruflichen Leben oder in Ausbildung und Studium wirksam und flexibel gebrauchen. Kann sich klar, strukturiert und ausführlich zu komplexen Sachverhalten äußern und dabei verschiedene Mittel zur Textverknüpfung angemessen verwenden. C2 Kann praktisch alles, was er/sie liest oder hört, mühelos verstehen. Kann Informationen aus verschiedenen schriftlichen und mündlichen Quellen zusammenfassen und dabei Begründungen und Erklärungen in einer zusammenhängenden Darstellung wiedergeben. Kann sich spontan, sehr flüssig und genau ausdrücken und auch bei komplexeren Sachverhalten feinere Bedeutungsnuancen deutlich machen." (http://www.goethe.de/Z/50/commeuro/303.htm) 1. 8 ZIELFERTIGKEITEN IM FREMDSPRACHENUNTERRICHT Im Fremdsprachenunterricht sollen vier Fertigkeitsbereiche entwickelt werden: * Hörverstehen * Leseverstehen * Sprechen * Schreiben Diese Zielfertigkeit setzen sich aus verschiedenen Teilkompetenzen zusammen: * Phonetik * Lexik * Grammatik * Ortographie 21 1. 9 DIE AUSSPRACHESCHULUNG IM FREMDSPRACHENUNTERRICHT Wenn man eine Sprache gut beherrschen will, muss man ihren Wortschatz, ihre Grammatik, Ortographie und korrekte Aussprache kennen. Eine verständliche Aussprache ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche fremdsprachliche Kommunikation und umgekehrt kann die mangelhafte Aussprache zu Verstehensproblemen führen und die Kommunikation behindern. Die Aussprache ist ein wichtiger Bereich einer Fremdsprache und soll in den Unterricht von Anfang an integriert werden. Sie ist vor allem bei Anfängern wichtig, weil die falsche Aussprache nachträglich schwer zu korrigieren ist. Besonders am Angang des Fremdsprachenlernens sollen die phonetischen Regeln erklärt werden. ,,Beim Erlernen einer fremden Sprache lassen sich Interferenzen aus der Muttersprache nicht vermeiden. Während jedoch bei der Syntax oder Semantik die muttersprachlichen Strukturen nur mental verfestigt sind, kommt bei der Aussprache zusätzlich die Verfestigung der artikulatorischen Bewegungsmuster hinzu. Die Artikulationsabläufe der Muttersprache sind derart automatisiert, dass sie beim Sprechen in der Fremdsprache wirksam bleiben und eine abweichende Aussprache überhaupt nicht vermeidbar ist (,,typischer Akzent"). Aus diesem Grund kann sich der Artikulationsapparat auch nur ganz allmählich auf die neuen fremdsprachlichen Gegebenheiten umstellen; Abweichungen bei der Aussprache sind äußerst hartnäckig und sie lassen sich nur durch intensives Üben beheben." (Storch, 1999, S. 104). Eine wichtige Rolle beim Ausspracheunterricht spielt auch die Lehrersprache. Er muss ein Vorbild in der Aussprache sein. Eine wichtige Rolle spielen hier Sympathie oder Antipathie, denn die persönlichen Gefühle, die ein Lerner seinem Lehrer gegenüber empfindet, können sich leicht auf seine Einstellung zur fremdsprachlichen Aussprache übertragen. Ob ein Lehrer als Vorbild für die Aussprache akzeptiert wird, hängt auch damit zusammen, ob er Muttersprachler ist und dabei eher der Standardaussprache näher steht oder 22 einem Dialekt. Ist der Lehrer kein Muttersprachler, achten Lerner oft sehr darauf, wie nahe seine Aussprache einem Muttersprachler kommt. (vgl. Ickler, 1984, S. 130) Was für eine Aussprachenorm im Fremdsprachenunterricht angestrebt werden sollte, lässt sich nur schwer beantworten. Das Ausspracheniveau hängt immer von der jeweiligen Zielgruppe ab. Natürlich ist es unmöglich eine muttersprachliche Aussprache von den Schülern zu fordern. Dieses Ziel ist nämlich nicht einfach zu erreichen. Die Aussprache muss so verständlich sein, dass sie die Kommunikation nicht behindert. 1. 9. 1 PRINZIPIEN DER AUSSPRACHESCHULUNG Die Ausspracheschulung geht nicht nur aus den allgemeinen pädagogischen Prinzipien (Prinzip des Zielbewusstseins, der Systematik, der Anschaulichkeit, der Aktivität, der Angemessenheit) aus, sondern sie bildet auch ihre spezifischen Prinzipien. Zu diesen Prinzipien gehören laut Zajícová: 1. ,,Zuhören geht vor dem Aussprechen bzw. Schulung des Gehörs geht vor der Schulung der Aussprache. Der Schüler verwendet nämlich seine bisherigen Gehörgewohnheiten als Filter für den Klang der neuen Sprache, er strukturiert und interpretiert die neuen phonetischen Nuancen nach den Gesetzen seiner Muttersprache. Er hat im Hinblick auf die neue Sprache ein ,,pathologisches Ohr", das für die phonetische Eigenart der Fremdsprache neu sensibiliert und trainiert werden muss. 2. Aussprache ist die Sache des ganzen Körpers. 3. In der Aussprache sind Körpersprache, Rhythmus, Sprachmelodie, Satz- und Wortbetonung mit einbezogen. 23 4. Am Beginn und am Ende der Ausspracheschulung sollte die kommunikative Situation, der Kontext, der Text stehen. Sätze werden aus dem Text, Worte aus dem Satz, Laute aus dem Wort isoliert. Von Einzelelementen geht der Weg zurück zum Text. 5. Kenntnis des Zusammenhangs von Aussprache und Schreibweise ist notwendig. 6. Transkription braucht man nur rezeptiv, z.B. für die Arbeit mit dem Wörterbuch 7. Aussprache sollte nicht am Nonsensmaterial geübt werden. 8. Außer an Texten mit künstlicher Anhäufung von kontrastiv relevanten Elementen ist die Aussprache auch an kommunikativ relevanten authentischen Texten zu üben. 9. Wenn die Aussprachegewohnheiten nicht ausreichend automatisiert sind, bleibt eine Spannung bestehen ­ zwischen der Konzentration auf den Inhalt der Mitteilung und auf die Form der Mitteilung, also auch die Aussprache. 10. Je mehr Aufmerksamkeit auf die Mitteilung gerichtet ist, desto weniger Aufmerksamkeit kommt der richtigen Artikulation zu." (Zajícová, 2005, S. 48) 1. 10 ÜBUNGSTYPOLOGIE Die phonetischen Übungen werden in 2 Gruppen eingeteilt Hörübungen und (Aus-)Sprechübungen. Beide Gruppen von Übungen werden noch weiter untergegliedert. 24 Vorbereitende Hörübungen: - Eintauchübungen - Diskriminationsübungen - Identifikationsübungen Angewandte Hörübungen Vorbereitende Sprechübungen: - einfache Nachsprechübungen - kaschierte Nachsprechübungen - produktive Übungen Angewandte Sprechübungen: - Vortragen / Lesen - Frei sprechen 1. 10. 1 HÖRÜBUNGEN Beim Hören geht es nicht nur darum, einen Klang wahrzunehmen, sondern auch das Gehörte erkennen, einordnen und interpretieren zu können. Die Voraussetzung für phonetisch korrektes Sprechen ist eine korrekte Wahrnehmung der Laute und Lautketten. ,,Die Schwierigkeiten setzen schon mit dem Hören ein. Der mit der Fremdsprache nicht vertraute Lerner bezieht die wahrgenommenen fremdsprachlichen Laute und Lautfolgen auf sein muttersprachliches Lautsystem, das wie ein Filter wirkt und die Wahrnehmung stark beeinflusst. (...) Die falsche auditive Wahrnehmung verhindert dann eine korrekte Artikulation." (Storch, 1999, S. 104) Übungen zum korrekten Hören sollten Übungen zum Sprechen vorausgehen, weil die Lernenden nur dann einzelne Laute, Lautketten und Äußerungen in der Fremdsprache normgerecht produzieren können, wenn sie sie auch hören. Der Ausspracheunterricht sollte mit den phonetisch auffälligen Lauten beginnen (z.B. die Unterscheidung zwischen langen und kurzen Vokalen: Miete 25 ­ Mitte). Erst wenn diese Problematik beherrscht wird, sollten die Lernenden zu den weniger auffälligen Lauten übergehen. Im Anfängerunterricht können Eigennamen, Familiennamen oder geographische Namen eingesetzt werden, weil es dabei auf minimale phonetische Unterschiede ankommt und keine Semantisierungsprobleme vorkommen sollten. (vgl. Dieling / Hirschfeld, 2000, S. 51) ,,Der Hörende entwickelt durch Erfahrung unterschiedliche Hörmuster, das gilt auch für die Sprache, für die Muttersprache und für Fremdsprachen. Die muttersprachigen Hörmuster (Klangbilder), die während der kindlichen Sprachentwicklung erworben werden, sind prägend. (...) Durch ein spezielles Hörtraining ist es aber möglich, das Ohr für die fremdsprachigen Klänge zu sensibilisieren und neue Hörmuster zu etablieren. `` (Dieling / Hirschfeld, 2000, S. 48) 1. 10. 1. 1 VORBEREITENDE HÖRÜBUNGEN Die vorbereitenden Hörübungen dienen zur Sensibilisierung und Motivierung der Lernenden. Dazu sind vor allem kurze, leicht verständliche Texte wie Reime, Abzählreime und Lieder geeignet. * EINTAUCHÜBUNGEN Eintauchübungen stellen für die Lernenden die erste Begegnung mit der Fremdsprache dar. In dieser Phase wird die Fertigkeit trainiert, fremdsprachige Klänge und Laute zu unterscheiden. Es werden verschiedene Texte vorgetragen (oder vorgespielt), deren Klang die Lernenden auf die Fremdsprache einstimmen soll. Der Inhalt ist dabei nicht wichtig und muss nicht verstanden werden. ,,Erste lautübergreifende, klangliche Besonderheiten der neuen Sprache werden so erfasst, vor allem Rhythmus, Melodie, Pausen, Sprechtempo und andere intonatorische Merkmale. Man kann in Eintauchübungen den Gesamtklang der Sprache präsentieren. (...) Für Eintauchübungen besonders geeignet scheinen also auch Texte zu sein, die den Lernenden von der 26 Muttersprache her bekannt sind und denen sie jetzt in der Fremdsprache neu begegnen." (Dieling / Hirschfeld, 2000, S. 49) * DISKRIMINATIONSÜBUNGEN Beim Diskriminieren sollen die Lernenden fremdsprachige Klänge und Laute unterscheiden. Beim Diskriminieren wird die Methode der Kontrastierung genutzt, die die Unterschiede klarer hervortreten lässt. Das kann z. B. durch die Gegenüberstellung von Einzelwörtern (können x kennen), von Familiennamen (Müller x Miller) oder von Nonsens-Wörtern (mahne x manne) geschehen. (vgl. Dieling / Hirschfeld, 2000, S. 50) Diskriminationsübungen können auch anhand von Sätzen durchgeführt werden, die sich nur in ein oder zwei Lauten unterscheiden. Die Lernenden hören einen von zwei schriftlich vorliegenden Sätzen und geben an, welchen sie gehört haben (z.B. Du liebst Bücher ­ Du liest Bücher). (vgl. Storch, 1999, S.107). Es gibt auch Hörübungen zu suprasegmentalen Merkmalen. Es geht hier darum, den Wortakzent, Satzakzent oder die Satzmelodie zu erkennen. * IDENTIFIKATIONSÜBUNGEN Beim Identifizieren sollen die Lernenden den geübten Laut in einem Hörbeispiel erkennen (z.B. sollen die Lernenden alle Wörter einkreisen, wenn sie das lange E hören). 1. 10. 1. 2 ANGEWANDTE HÖRÜBUNGEN Angewandte Hörübungen sind die Übungen, die nicht speziell auf das Üben phonetischer Erscheinungen ausgerichtet sind. Sie bilden eine Brücke zu den Hörübungen. Bei diesen Übungen geht es in erster Linie um den Inhalt und erst in zweiter Linie um das Üben phonetischer Erscheinungen. Ein typisches Beispiel der angewandten Hörübungen ist das Diktat, das auch zum Einüben der Rechtschreibung dient. 27 1. 10. 2 SPRECHÜBUNGEN 1. 10. 2. 1 VORBEREITENDE ÜBUNGEN Zu den vorbereitenden Sprechübungen zählen einfache Nachsprechübungen, kaschierte Nachsprechübungen und produktive Übungen. * EINFACHE NACHSPRECHÜBUNGEN Die klassische phonetische Übung ist die einfache Nachsprechübung. Die Lernenden sollen dabei ein Muster (vom Lehrer vorgesprochen, von der Tonkassette oder vom Video abgespielt) wiederholen. Die häufig benutzte Ausspracheübung ist die Wortpaarübung, bei der ähnliche Wörter unterschieden werden (kennen x können, Staat x Stadt). Diese Wörter unterscheiden sich durch kritische Laute voneinander und sollten außer den geübten Lauten möglichst keine anderen Ausspracheschwierigkeiten enthalten. Eine wichtige Rolle beim Ausspracheunterricht spielt auch das Vorbild der Lehrersprache. Wenn die Lehrersprache starke phonetische Abweichungen aufweist, dann hat sie negativen Einfluss auf die Schüleraussprache. * KASCHIERTE NACHSPRECHÜBUNGEN Eine andere Variante der Nachsprechübungen sind die sog. kaschierten Nachsprechübungen. Bei diesen Übungen muss der Lernende das vorgegebene Sprachmuster variieren. Beispiel: Wann hast du Ferien? Im April? ­ Ja, im April. Wann kommst du aus der Schule? Mittags? ­ Ja, mittags. Diese Übungen bilden eine Brücke zu den Übungen, in denen die gewonnene Kenntnisse produktiv umgesetzt werden müssen. 28 ˇ PRODUKTIVE ÜBUNGEN ,,Bei den produktiven Übungen werden die Lernenden aufgefordert, Erfragtes selbstständig zu finden, also produktiv und kreativ zu werden. (...) Einfachste produktive Übungen nutzen die Verbindung von lexikalischen bzw. grammatischen und phonetischen Veränderungen, die für das Deutsche typisch sind." (Dieling / Hirschfeld, 2000, S. 57) Die einfachste produktive Übung ist Umformung, z.B. Plural/Singularbildung zu den vorgegebenen Substantiven. Hier muss der Lernende nicht nur wahrnehmen und das Gehörte variieren, sondern er kann auch seine Kenntnisse überprüfen. Umformungen oder Ersetzen von Wörtern, Beantwortung von Fragen oder dialogische Ausspracheübungen können als produktive Übungen bezeichnet werden. In diesen Übungen sind auch Intonation und Satzakzent eingebettet, ,,damit die Lernenden auf die Realisation der suprasegmentalen Einheiten achten." (Storch, 1999, S. 109) 1. 10. 2. 2 ANGEWANDTE SPRECHÜBUNGEN Das Ziel der Lernenden ist die fremde Sprache möglichst natürlich zu sprechen. Deshalb sind in den Lehrwerken viele Anregungen zur Einübung der fremden Sprache und viele Übungen zur Entwicklung der Sprechfertigkeit. Die Ausspracheübungen sollten mit anderen Unterrichtsaktivitäten vernetzt werden. Dabei ist das phonetische Üben stärker in den Gesamtunterricht integriert und in Bewusstsein der Lernenden eingeprägt. Diese Übunge dienen dazu, dass die phonetischen Kenntnisse frei angewandt werden. Zu angewandten Sprechübungen zählen Vortragen oder Lesen (eigener Texte, fremder Texte) und freies Sprechen. * VORTRAGEN / LESEN Lautes Lesen wird oft nur als Mittelfertigkeit angesehen. Es dient in erster Linie für Kontrolle. Wir vergessen dabei, dass Vorlesen auch eine bedeutende Aussprechübung ist. 29 Beim Lesen eigener Texte können verschiedene Schwierigkeiten auftreten. Die Lernenden sind meistens unsicher, haben Angst vor den Reaktionen des Lehrers und der Mitschülern. Sie konzentrieren sich auf die grammatischen und lexikalischen Schwierigkeiten und nicht auf die Aussprache. Aus diesem Grund ist für die Lernenden besser, bekannte oder unbekannte fremde Texte vorzulesen. Vorlesen kann auch als Überprüfung des Textverständnisses dienen. Beim lauten Lesen zeigt sich nämlich, ob der Lernende den Text versteht oder nicht. Es zeigt sich auch, ob er der fremde Rhythmus und Sprechmelodie realisieren kann, ob er der Satz richtig gliedert und die richtige Wörter akzentuiert. (vgl. Dieling / Hirschfeld, 2000, S. 61) * FREI SPRECHEN Im Fremdsprachenunterricht gibt es nur selten einen Anlass zum freien Sprechen. Und wenn schon solche Situation vorkommt, dann wird der phonetische Aspekt oft vernachlässigt. Es geht in erster Linie um den Inhalt der Aussage und nicht um die Form. Auerdem werden die Aussprachefehler nicht gleich korrigiert, weil der Lehrer den Schüler nicht unterbrechen will. Es ist aber sehr wichtig, die Schüler auf die falsche Aussprache hinweisen und sie korrigieren. Sehr hilfreich können Ton- oder Videoaufzeichnungen mit den Abweichungen in der Aussprache der Schüler sein, die Lehrer und Schüler gemeinsam analysieren. (vgl. Dieling / Hirschfeld, 2000, S. 61) 30 2. PRAKTISCHER TEIL 2. 1 PHONETISCHE ANALYSE DER LEHRWERKE Im praktischen Teil meiner Diplomarbeit möchte ich mich mit der phonetischen Analyse der Lehrwerke studio d und Sprechen Sie Deutsch? beschäftigen. Für die Analyse habe ich ein deutsches und ein tschechisches Lehrwerk ausgewählt. Das erste Lehrwerk ist relativ neu und wurde nach dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen erarbeitet. Das zweite Lehrwerk ist ein bichen älter und deshalb wurde es nicht nach dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen erarbeitet. Für die Analyse habe ich mir die ersten Teile von beiden Lehrwerken ausgewählt. Das Lehrwerk studio d von Hermann Funk, Christina Kuhn und Silke Demme ist dreibändig und wurde von Cornelsen Verlag im Jahre 2005 in Berlin herausgegeben. Die tschechische Herausgabe wurde von Věra Janíková erarbeitet und von Fraus Verlag im Jahre 2005 in Plzeň herausgegeben. Das Lehrwerk Sprechen Sie Deutsch? von Doris Dusilová, Ralf Goedert, Vladimíra Kolocová, Mark Schneider und Lenka Vachalovská ist vierbändig und wurde von POLYGLOT Verlag im Jahre 2000 herausgegeben. 2. 2 DIE STRUKTUR DER LEHRWERKE Das Lehrwerk studio d besteht aus einem Lehrbuch, einem Lehrerhandbuch, einem Übungsheft, 2 Audiokassetten, 2 CDs, einer LernerCD-ROM und einer Videokassette. Das Lehrbuch beinhaltet ein Kursbuch mit integriertem Übungsteil, ein Modelltest zur jeweiligen Prüfung A1, eine Grammatikübersicht, eine Phonetikübersicht, ein zweisprachiges Glossar, alle Hörtexte, einen Lösungsschlüssel und eingelegte Audio-CD mit den Hörtexten aus den Übungen, zum Modelltest Start Deutsch 1 und zu den Phonetikübungen in den Stationen. 31 Das Lehrwerk Sprechen Sie Deutsch? besteht aus einem Lehrbuch mit integriertem Übungsheft, einem Lehrerhandbuch, 6 Audiokassetten, 5 CDs und einer CD-ROM. Das Lehrbuch beinhaltet ein Kursbuch, ein Übungsheft, ein Lösungsschlüssel zum Übungsheft, eine Phonetikübersicht, eine Grammatikübersicht und ein zweisprachiges Glossar. 2. 3 ZIELGRUPPE Das Lehrwerk studio d ist den Sprach- und Mittelschulen bestimmt. Es richtet sich auf Studierende ab 15 Jahre ohne Vorkenntnisse, die im In- und Ausland Deutsch lernen. Das Lehrwerk Sprechen Sie Deutsch? richtet sich auch auf Studierende ohne Vorkenntnisse, die an den Gymnasien, Sprach- und Mittelschulen studieren. 2. 4 LERNZIELE Das Lehrwerk studio d wird nach dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen erarbeitet und führt in drei Bänden zum Niveau des Zertifikats Deutsch. Das erste Teil führt zu sprachlicher Handlungsfähigkeit auf der Niveau A1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens. Das erste Teil von Sprechen Sie Deutsch? führt zum Niveau A2. 2. 5 LERNINHALTE Beide Lehrwerke sprechen über Themen, die den Interessen, Bedürfnissen und Erfahrungen der Jugendlichen entsprechen. Weil die Lehrwerke auch den Sprach- und Mittelschulen bestimmt sind, gibt es hier auch Themen, die den Interessen der etwa 16-jährigen nicht nah sind. Die Themen wie Orientierung am Arbeitsplatz, Beruf und Alltag oder Wohnwelten sind meiner Meinung nach für diese Zielgruppe unangemessen. 32 Das Lehrwerk studio d gliedert sich in zwölf Einheiten und drei Stationen, in denen folgende Themen behandelt werden: 0. Start auf Deutsch: Erste Kontakte 1. Café d: Gespräche im Café 2. Im Sprachkurs: Kommunikation im Kurs 3. Städte ­ Länder ­ Sprachen: Sehenswürdigkeiten in Europa, Nachbarsprachen 4. Menschen und Häuser: Wohnwelten Station 1: Berufsbilder: Lehrerin, Student 5. Termine: Termine und Verabredungen 6. Orientierung: Orientierung am Arbeitsplatz, der Weg zur Arbeit, die Stadt Leipzig 7. Berufe: Beruf und Alltag 8. Berlin sehen: Exkursion nach Berlin, Orientierung in der Stadt Station 2: Berufsbilder: Sekretärin, Automechaniker 9. Ferien und Urlaub: Urlaub in Deutschland 10. Essen und Trinken: Essgewohnheiten 11. Kleidung und Wetter: Mode, Wetter 12. Körper und Gesundheit: Körper und Sport, Emotionen, beim Arzt Station 3: Berufsbilder: Reiseverkehrskauffrau, Krankenpfleger Das Lehrwerk Sprechen Sie Deutsch? gliedert sich in vierzehn Lektionen, die folgende Themen behandeln: 0. Erste Schritte 1. Erste Kontakte: Auf der Party 2. Alter, Beruf, Wohnort: Kennen Sie schon...? 3. Einkäufe: Ein Geschenk für Manfred 4. Essen und trinken (Essgewohnheiten, Im Restaurant): Was isst Familie Tetzlaff? 5. Wohnen: Piepenbrocks Umzug 33 6. Essen und Trinken (Einkaufen und Kochen): Die Geburtstagsfeier 7. Wiederholung: Im Fernsehstudio 8. Wochenplan: Im Fitnesscenter 9. Reisen (Reisepläne): Wohin fahren wir in Urlaub? 10. Schule, Beruf: Eine Klassenarbeit 11. Freizeit und Hobbys: Leute und ihre Hobbys 12. Körper und Gesundheit: Beim Arzt 13. Reisen (Wegbeschreibung): Pavels Reise 14. Wiederholung: In der Kneipe 2. 6 LEKTIONSAUFBAU Das Lehrbuch studio d enthält zwölf Einheiten, in denen neue Themen, sprachliche Handlungen und Hinweise zum Wortschatz und Grammatik eingeführt werden. Den Lernende stehen noch drei zusätzliche Einheiten, die sogenannten Stationen, zur Verfügung. Diese Stationen sind speziell der Wiederholung und der Vertiefung der erworbenen Kenntnisse gewidmet. In diesen Teil wird kein neuer Lernstoff eingereiht. Das Lehrbuch wird durch die nullte Lektion ,,Start auf Deutsch" eingeleitet. Diese Einheit dient zur Motivation der Lernenden und zum Einstieg in die deutsche Sprache und Kultur. Jede Einheit wird durch ein thematisches Bild eingeleitet. Dazu steht ein Text (oft auch ein Hörtext) oder eine Zuordnungsaufgabe zur Verfügung. Am Anfang jeder Einheit gibt es einen Überblick ,,In dieser Lektion lernen Sie", der zur Motivation beitragt. Dann folgen verschiedene Textaufgaben und Übungen zur Entwicklung des Wortschatzes. Die Grammatik wird im Form von übersichtlichen Tabellen vermittelt. In jeder Einheit gibt es viele Bemerkungen zur deutschen Grammatik und Landeskunde und Lerntipps, die die Entwicklung individueller Lernstrategien unterstützen. 34 Am Ende jeder Einheit gibt es einen Übungsteil. Die letzte Seite der Einheit ist der Übersicht ,,Das kann ich auf Deutsch" gewidmet. In diesem Teil werden die erworbene Kenntnisse rekapituliert. Das Lehrwerk Sprechen Sie Deutsch? gliedert sich in vierzehn Lektionen, die sich in drei Teilen untergliedern. Im Teil A gibt es einen Einführungstext, eine Vokabelliste mit tschechischen Äquivalenten, Erklärung der Grammatik auf tschechisch und ein paar Übungen zur Grammatik. In den Teil B sind phonetische, grammatische und lexikalische Übungen sowie Übungen zum Hörverstehen und Leseverstehen eingereiht. Der Teil C dient zur Vertiefung und Weiterübung des Lernstoffs und zur Weiterentwicklung des Wortschatzes. Es gibt hier auch Texte, die Informationen über Landeskunde bringen. 2. 7 UNTERRICHTSSPRACHE Anweisungen sind im Lehrwerk studio d sowohl in der Zielsprache, als auch in der Muttersprache gegeben. Studio d A1 ist den Lernenden ohne Vorkenntnisse bestimmt und deshalb sollte den Lernenden klar sein, was sie mit jeweiligen Übungen machen sollen. Im Lehrwerk Sprechen Sie Deutsch sind die Anweisungen auch in beiden Sprachen gegeben. 2. 8 DIE PHONETISCHE ANALYSE DES LEHRWERKS STUDIO D Wie ich schon erwähnt habe, wird das Lehrwerk studio d durch die nullte Einheit ,,Start auf Deutsch" eingeleitet. Diese Einheit vermittelt einen Einstieg in die deutsche Sprache und wird auf die lautliche Seite der deutschen Sprache gerichtet. 35 Besonders im frühen Deutschunterricht ist es wichtig, dass die Lernenden die Besonderheiten der deutschen Sprache in Kenntnis nehmen. Die Ausspracheschulung im studio d fängt mit dem Wortakzent an. Im Rahmen dieser Einheit werden die Lernenden mit der Aussprache einiger deutschen Namen bekanntgemacht. Anhand dieser Namen soll gezeigt werden, dass der Wortakzent im Deutschen nicht immer auf der ersten Silbe liegt. Von Anfang an werden Hörübungen und Nachsprechübungen benutzt. Ein wichtiges Element ist der Einsatz von Audio-CD / Audiokassetten. Die Verfasser dieses Lehrwerks verlassen sich nicht auf die Aussprache des Lehrers und haben alle phonetischen Übungen auf die Audio-CD / Audiokassette aufgenommen. Die Übungen stellen die Einübung der einzelnen Wörter und der einfachsten Wortzusammensetzungen (Wie heien Sie? Mein Name ist.. Ich wohne in .. Woher kommen Sie? etc) dar. Es werden auch die Städtenamen und internationale Wörter bei der Ausspracheschulung benutzt. Was ich sehr positiv finde, sind kleine Bemerkungen ­ die sog. Minimemos - zur deutschen Phonetik, Grammatik und Landeskunde, die in jeder Einheit vorkommen. In der Einheit ,,Start auf Deutsch" steht folgendes: ,,V jazyce rozlišujeme slovní a větný přízvuk. V němčině je slovní přízvuk mnohem silnější než v češtině a ovlivňuje výslovnost jednotlivých hlásek. V německých slovech je přízvuk zpravidla na první kmenové slabice, může však být i jinde (např. u slov s nepřízvučnými předponami bestellen nebo u slov cizího původu (die Familie, der Computer). V běžných slovnících je označen tečkou pod krátkou přízvučnou slabikou a podtržením pod dlouhou přízvučnou slabikou nebo dvojhláskou." Als Hörtext wird in dieser Einheit ein Diktat mit Städtenamen eingereiht. Es ist ein typisches Beispiel der Verbindung zwischen der Phonetik und der Ortographie. In der fünften Übung auf der Seite 12 erscheint die Phonetik implizit und zwar im Rahmen eines Hörtextes. Die Lernenden hören 36 verschiedene Dialoge und notieren die Namen. Weil es sich um eine Übung für Anfänger handelt, werden nur Namen (Städtenamen, Eigennamen) benutzt. Im Rahmen des phonetischen Bereichs der ersten Einheit wird der Wortakzent in Verben und Grundzahlen geübt. Leider fehlen hier die Informationen zur richtigen Aussprache der Grundzahlen. Von der Aussprache des langen geschlossenen e in den Grundzahlen 10 ­ 19 oder des Ich-Lautes im Suffix -ig am Ende der Grundzahlen 20 ­ 99 gibt es in dieser Einheit keine Notiz. Im Rahmen des grammatischen Bereichs sollen sich die Lernenden auer der Konjugation der regelmäigen Verben und des Verbs sein im Präsens auch die Wortstellung des deutschen Fragesatzes (W-Fragen) aneignen. Im Übungsteil gibt es viele Übungen zur Wortstellung im Fragesatz, es fehlt aber die Erklärung dieser Problematik. Deswegen muss der Lehrende selbst die Lernenden auf diese Erscheinung aufmerksam machen und alles erklären. Von der Intonation des deutschen Fragesatzes gibt es in dieser Einheit auch keine Bemerkung (diese Erscheinung wird in der dritten Einheit behandelt). Die phonetischen Übungen richten sich auf den Wortakzent. In der Übung 7 auf der Seite 19 hören die Lernenden die Verben von dem Tonband und sie sollen den Akzent markieren. Ähnlich in der Übung 3 auf der Seite 20, wo die Lernenden die Zahlen hören und den Akzent markieren. Im Übungsteil dieser Einheit gibt es noch Übungen zum Hörverstehen. Es gibt hier auch ein sog. Textkaraoke. Es handelt sich um ein Gespräch im Café und die Lernenden sollen die Rolle eines Gästes ergänzen. Die Übungen aus dem Übungsteil werden auf der Lerner-CD aufgenommen, die ein Bestandteil des Lehrwerks ist. Die zweite Einheit bringt die Einübung der Umlaute ä, ö, ü und Markierung des Wortakzentes. Von dem grammatischen Standpunkt aus beschäftigt sich diese Einheit mit dem bestimmten und unbestimmten Artikel, der Verneinung mit kein, den Komposita und der Pluralbildung. Es ist ratsam, 37 dass die Lernenden gleich neben dem neuen Lernstoff ­ Plural von Nomen mit der vokalischen Stammänderung ­ auch die phonetische Seite üben. Mit dieser Erscheinung beschäftigt sich die dritte Übung auf der Seite 33. Es handelt sich um eine Diskriminationsübung. Die Lernenden hören zwei Varianten abweichender Bedeutung und sollen die richtige Variante ankreuzen: z.B: Variante 1 Variante 2 können hören Auch die folgende Übung ­ eine Nachsprechübung - wird der Einübung von Umlauten gewidmet. Die Lernenden hören verschiedene Nomen im Singular und Plural und sollen sie wiederholen (z.B. das Buch ­ die Bücher). Im phonetischen Teil der dritten Einheit sollen der Wort- und Satzakzent ebenso wie Satzmelodie geübt werden. In der ersten Übung, die sich mit dieser Erscheinung befasst, sollen die Lernenden die Satzakzente in einem Text markieren (Beispiel: Was 'ist das? Das ist das Kolosseum.) Im Rahmen des grammatischen Bereichs sollen sich die Lernenden auer Präteritum des Verbs sein auch die Wortstellung im Aussage- und Fragesatz aneignen. Damit ist die Satzmelodie eng verbunden. Ich finde völlig in Ordnung, dass es im Lehrbuch Bemerkungen zur Melodie der deutschen Fragesätzen gibt: ,,Otázka doplňovací (tzv. W-Frage) má v němčině klesající intonaci. V otázce zjišťovací (začíná slovesem) intonace podobně jako v češtině stoupá." Die Aufmerksamkeit sollte besonders der Melodie der deutschen Ergänzungsfragen gewidmet werden, weil sie im Unterschied zum Tschechischen sinkend ist. Die Lernenden können diese Erscheinung in der dritten Übung auf der Seite 46 einüben. Ziel dieser Übung ist das richtige Nachsprechen der Satzmelodie. 38 Der Wort- und Satzakzent können sie in der Übung 4 auf der Seite 48 und in der Übung 3 auf der Seite 49 einüben. Im ersten Fall sollen sie den Satzakzent in Aussagesätzen markieren. Im zweiten Fall hören sie die Wortpaare (z. B. Tschechien ­ Tschechisch) und sollen den Wortakzent markieren. Diese Übung dient zur Sensibilisierung für Ausspracheunterschiede. Die Ausspracheschulung der vierten Einheit beschäftigt sich mit dem Konsonanten ch, dem Wortakzent in Komposita und mit dem Kontrastakzent . Die Übung 3 auf der Seite 60 ist der richtigen Aussprache des Konsonanten ch gewidmet. Mit dieser Übung lernen die Lernenden den Unterschied zwischen dem Ich-Laut und Ach-Laut kennen. Diese Übung hat zwei Teile: 1. Die Lernenden hören den Text und sprechen ihn nach. 2. Sie sollen die Wörter in zwei Gruppen unterteilen je nachdem, ob sie den Ich-Laut oder Ach-Laut hören. Von der Aussprache des Konsonanten ch steht im Lehrbuch folgendes: ,,Dvojí výslovnost souhlásky ch v němčině: Po samohláskách a, o, u a dvojhlásce au se podobá českému ch (kochen), v ostatních případech se vyslovuje měkce jako ve slově Küche." In der folgenden phonetischen Übung sollen die Lernenden die Kontrastakzente markieren. Zuerst hören sie die Gespräche und dann sollen sie den Akzent in der Frage und in der Antwort bezeichnen. Beispiel: Ist das 'dein Auto? Ja, das ist mein Auto. Ist das dein Heft? Nein, das ist das Heft von Hassan, das ist sein Heft. Nein, das ist das Heft von Fatma, das ist ihr Heft. Die Lernenden sollen sich des verschiedenen Akzentes in Fragen und Antworten bewusst werden. Auch die folgende Übung wird dieser Erscheinung gewidmet. 39 Die letzte phonetische Übung der vierten Einheit beschäftigt sich mit dem Wortakzent in Komposita. Die Lernenden hören verschiedene Komposita von der Kassette und sollen den Wortakzent markieren. Dann sollen sie entscheiden, ob der Akzent auf dem ersten oder zweiten Wort liegt. Leider fehlt im Lehrbuch eine Bemerkung zu dieser Problematik. Die Grammatik dieser Einheit konzentriert sich auf Possessivartikel im Nominativ, Graduierung mit zu, Adjektive im Satz und prädikative Verwendung des Akkusativs. Nach der vierten Einheit folgt Station 1. Die Stationen dienen zur Wiederholung, Vertiefung und Erweiterung des Lernstoffs. Jede Station enthält auch eine Videostation mit den Übungen zum Video. In Station 1 werden auer Texte zum Thema Berufsbilder: Lehrerin, Student auch Übungen zur Selbstevaluation eingegliedert. Hier werden keine neuen phonetischen und grammatischen Erscheinungen eingeführt. In zwei Übungen zur Ausspracheschulung werden Betonung, Umlaute ä, ö, ü und das ch wiederholt. In der ersten Übung sollen die Lernenden herausfinden, dass mit der Betonung einzelner Wörter oder Satzteile unterschiedliche Bedeutungen hervortreten. Die fünfte Einheit beschäftigt sich von dem phonetischen Standpunkt aus mit der richtigen Aussprache der Konsonanten p, b, t, d, k und g und mit der Satzmelodie in Fragesätzen. Gleich am Anfang dieser Einheit gibt es eine Nachsprechübung, die sich an die richtige Aussprache der Uhrzeiten orientiert. Besondere Aufmerksamkeit wird in dieser Einheit der Satzmelodie in Fragesätzen und den Konsonaten p, b, t, d, k, g gewidmet. In der Übung 2 auf der Seite 84 sollen die Lernenden die Satzmelodie nach dem Beispiel zeichnen. In dieser Übung werden nur die sog. W-Fragen benutzt. Die Aussprache der Konsonanten b, p, t, k wird folgendermaen erklärt: 40 ,,Souhláska b se v němčině na začátku slova před samohláskou a neznělými souhláskami vyslovuje méně zněle než v češtině. Hlásky p, t, k se vyslovují s přídechem." Mit der Behauchung der Konsonanten p, b, t, d, k, g beschäftigen sich die Übung 4 auf der Seite 85, die Übung 3 auf der Seite 86 und die Übung 2 auf der Seite 89. Im ersten Fall werden die Konsonanten k und g im Wortauslaut geübt. Die Lernenden üben dabei sowohl das Hörverstehen als auch die richtige Aussprache der Konsonanten k und g im Auslaut. Die folgende phonetische Übung orientiert sich an die Konsonanten p und b. Meiner Meinung nach sind beide Übungen zu kurz und unzureichend, weil sie nur aus sechs Beispielen bestehen. Aus einer kleinen Bemerkung erfahren die Lernenden, dass man den Konsonant b im Deutschen weniger stimmhaft ausspricht als im Tschechischen und dass die Konsonanten p, t und k im Unterschied zum Tschechischen behaucht sind. Im dritten Fall handelt es sich um eine Hörübung, in der die Lernenden die Konsonanten t oder d in die Städtenamen ergänzen sollen. Im Übungsteil gibt es noch ein Textkaraoke, wo die Lernenden eine Rolle im Dialog spielen sollen. Im Rahmen des grammatischen Bereichs sollen sich die Lernenden die Konjugation der trennbaren Verben, Präteritum von haben, Verneinung mit nicht und Präpositionen mit Zeitangaben aneignen. Die sechste Einheit bringt die Einübung der Konsonanten f, w und v. Die Lernenden sollen während der Hörübung [f] oder [v] im Text markieren. Damit soll ihnen klar gemacht werden, dass es im Deutschen für den Konsonant v zwei Aussprachemöglichkeiten [f] bzw. [v] gibt. Im Lehrbuch steht folgendes: ,,Psané v se vyslovuje jako f (Vater), psané w jako české v (warten). Výjimku tvoří cizí slova (Visum)." 41 Auch in dieser Einheit sind manche Hörübungen zu finden, in denen die Grammatik mit der Phonetik verbunden wird. Zum Beispiel ein Telefongespräch, in dem die Lernenden Termine erkennen und notieren sollen. Was die Grammatik betrifft, werden in dieser Einheit Präpositionen mit Dativ und Ordnungszahlen eingeübt. Am Anfang der siebten Einheit erfahren die Lernenden, dass sich diese Einheit auf die korrekte Aussprache der Konsonantengruppen ng und nk und des Konsonanten n konzentriert. Auf den Beispielen: Bringen Sie mich bitte zur Commerzbank. Frau Reimann, bringen Sie bitte die Basler Zeitung. Sind die Videos im Schrank? usw. wird die Aussprache der Konsonantengruppen ng und nk eingeübt. In der zweiten auf diese Problematik orientierten Übung werden nur Namen benutzt. Die richtige Aussprache dieser Erscheinung wird im Lehrbuch erklärt: ,,Skupina ng se vyslovuje přibližně jako v češtině n před k (např. banka)." Es fehlt dort aber die Information, dass man ng als [] und nicht als [g] aussprechen muss. So wird z.B. der Name Inge als [i] und nicht [ig] ausgesprochen. Von der Aussprache des Konsonanten n gibt es in dieser Einheit keine Notiz. Im Übungsteil finden wir noch eine Übung, in die die Lernenden ng oder nk ergänzen sollen: Welche Kra.....enkasse haben Sie bitte? Die AOK. Da.....e. Was sind Sie von Beruf? Ich arbeite bei der Allgemeinen Zeitu.... . usw. Von dem grammatischen Standpunkt aus sollen sich die Lernenden auer Modalverben müssen und können und ihre Position im Satz (Satzklammer) noch Possessivpronomina und kein im Akkusativ aneignen. 42 Im Rahmen des phonetischen Bereichs der achten Einheit wird die richtige Aussprache der Konsonanten r und l eingeübt. Im ersten Übung, die sich mit der Aussprache des Konsonant r beschäftigt, sollen die Lernenden die gehörten Wörter in zwei Gruppen unterteilen, je nach dem ob sie diesen Laut hören (wie im Wort Reichstag) oder nicht (wie im Wort Fernsehturm). Wie in den anderen Einheiten, findet man auch hier eine kleine Bemerkung zur richtigen Aussprache: ,,Souhláska r se vyslovuje na začátku slova, uprostřed slova po krátkých samohláskách (gerade) a po souhláskách obdobně jako v češtině. Po dlouhé samohlásce (der), v nepřízvučných předponách (er-) a koncové nepřízvučné slabice se vyslovuje redukovaně." Meiner Meinung nach ist der deutsche Konsonant r im Wort- und Silbenanlaut nicht mit dem tschechischen r identisch. Für eine passende phonetische Übung halte ich auch das Gedicht von Ernst Jandl: RECHTS manche meinen, lechts und rinks kann man nicht velwechsern werch ein illtum Dazu gibt es hier noch eine Übung zur Aussprache der Konsonanten l und r. Die Lernenden hören den Text von der Kassette und sollen ihn wiederholen ­ zuerst langsam und dann immer schneller. Die letzte phonetische Hörübung der achten Einheit ist ein Textkaraoke, wo die Lernenden die Rolle im Dialog spielen sollen. Dieses Gespräch hängt mit dem Thema Orientierung in der Stadt zusammen. Weiter werden in dieser Einheit Präpositionen in, durch, über mit Akkusativ, zu, an...vorbei mit Dativ und Modalverb wollen eingeübt. 43 Nach der achten Einheit folgt Station 2. In diesem Teil wird das Thema Berufsbilder: Sekretärin, Automechaniker behandelt. Es werden hier auch Sprechhandlungen, Aufgaben und Übungen zum Video einbezogen. Eine Seite wird der Wiederholung der Phonetik gewidmet. Es ist eine Zusammenfassung der phonetischen Erscheinungen der vergangenen vier Einheiten. In Kontrastübungen werden die Konsonanten systematisch trainiert. Das Ziel der neunten Einheit ist den Lernenden die Aussprache der langen und kurzen Vokalen beizubringen. In einem Lautdiktat sollen die Lernenden die von dem Tonband gehörten Wörter in zwei Gruppen (kurze und lange Vokale) untergliedern und dann laut lesen. Die Aussprache der kurzen und langen Vokalen wird im Lehrbuch folgendermaen beschreibt: ,,Krátce se samohlásky vyslovují před zdvojenou souhláskou (bitten) nebo skupinou souhlásek (dort). Dlouze se samohlásky vyslovují převážně v přízvučných slabikách, ve zdvojených samohláskách (Haar) a dvojhláska ie (Brief). Vyslovují se zavřeně." Die Übung 3 auf der Seite 152 stellt ein typisches Beispiel der Verbindung zwischen der Grammatik und Phonetik dar. Die Lernenden sollen in einem Text Partizipien bezeichnen und dann den Text laut lesen. In diese Einheit wird ein Lied eingereiht. Es handelt sich um ein Sommerhit ,,Ab in den Süden", der mit dem Thema Urlaub zusammenhängt, und ich halte es für eine passende phonetische Übung. Was die Grammatik betrifft, wird in dieser Einheit das Perfekt der regelmäigen und unregelmäigen Verben eingeübt. Im phonetischen Teil der zehnten Einheit soll den Lernenden die korrekte Aussprache von ­e, -en, -el, -er im Wortauslaut und dem langen geschlossenen e beigebracht werden. 44 Zum Einüben der Endungen ­e, -en, -el dient die vierte Übung. Auf den einfachen Worten und Wortzusammensetzungen (z. B. bitte, bitte schön, ich hätte lieber...) sollen die Lernenden die korrekte reduzierte Aussprache dieser Endungen einüben. Sie können diese Übung nach der Audiokassette entweder alle zusammen oder einzeln nachsprechen. Die korrekte Aussprache des langen geschlossenen e wird in der Übung 6 auf der Seite 165 erklärt. Leider besteht diese Übung nur aus einem Satz (Welchen Tee trinken Sie gern?) und das finde ich unzureichend, weil dieser Laut für die tschechischen Lernenden besonders schwierig ist. Auch der Aussprache der Endung ­er wird nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Bei dieser Übung steht eine methodische Bemerkung, die ich gut finde: ,,Na konci slova se -er vyslovuje jako oslabené a." Leider ist auch diese Übung zu kurz und unzureichend: Lieber ­ Hamburger ­ Döner ­ Eier ­ welcher / Hamburger esse ich lieber als Döner. Im Übungsteil finden wir wieder ein Textkaraoke. Diesmal sollen die Lernenden die Rolle eines Kunden im Geschäft spielen, weil diese Einheit den Einkäufen gewidmet wird. Die letzte phonetische Übung der zehnten Einheit beschäftigt sich mit dem Thema ,,Essen". Die Lernenden sollen aus dem gehörten Text erkennen, wer was isst. Im Rahmen des grammatischen Bereichs sollen sich die Lernenden die Komparation von viel, gut und gern und das Fragewort welch- aneignen. Das Aussprachetraining der elften Einheit legt den Schwerpunkt auf die Vokale ie ­ ü ­ u und e ­ ö ­ o. Die erste Übung, die dem Einüben der richtigen Aussprache der Umlauten ü, ä, ö gewidmet wird, ist eine Kontrastübung. Die Lernenden sollen die Wörter mit oder ohne Umlaute richtig nachsprechen. Ich finde diese Übung unzureichend, weil sie nur aus drei Wortpaaren besteht (der Anzug ­ die Anzüge; 45 der Mantel ­ die Mäntel; der Rock ­ die Röcke). Gerade die Umlaute sind für tschechische Lernenden so schwierig und deshalb sollte man dieser Erscheinung mehr Aufmerksamkeit widmen. Die folgende Übung zum Einüben der Umlaute ist schon länger. Die Lernenden sollen deutlich die Sätze wie: Ich zieh` gern grüne Blusen an. nachsprechen. Was ich aber kritisch bemerken möchte, ist die Abwesenheit eines methodischen Hinweises zur korrekten Aussprache der Umlaute. Im Lehrbuch steht nur folgendes: ,,Němčina má oproti češtině přehlasované samohlásky ä, ö, ü. Snažte se co nejpřesněji napodobit jejich výslovnost." Die Lernenden müssen sich auf die gute Aussprache des Lehrehrs verlassen. Auch das Gedicht ,,Welche Farbe hat die Welt?" kann implizit als Ausspracheübung dienen. Als ich klein war, ging ich zum Vater mit dem Malbuch in der Hand und ich fragte: Welche Farbe hat die Welt? Welche Farbe hat die Welt? Ist sie schwarz oder grün? Ist sie blau oder gelb? Ist sie rot wie die Rosen oder braun wie die Pferde, oder ist sie so grau wie des Schäfers groe Herde? Grün sind die Bäume und die Gräser und das Laub, Bäume tragen Früchte und vertilgen den Staub. Blau ist das Meer, das die Sonne immer küsst, blau ist der Himmel, der dir zeigt, wie klein du bist. Rot, das ist die Liebe, sie darf niemals vergeh'n, 46 wenn du erst einmal gro bist, wirst du das versteh'n. Denn bist du ohne Liebe, dann fehlt dir auch das Glück, wenn du sie später findest, denk an mein Wort zurück! Welche Farbe hat die Welt ... Im Übungsteil ist wieder ein Textkaraoke zu finden. Es handelt sich wieder um ein Gespräch im Geschäft und die Lernenden sollen die Rolle des Kunden ergänzen. Was die Grammatik betrifft, werden in dieser Einheit Adjektive im Akkusativ mit unbestimmtem Artikel und Demonstrativa dieser ­ dieses ­ diese behandelt. Im Rahmen der zwölften Einheit werden keine expliziten phonetischen Übungen eingereiht. Im grammatischen Teil werden Übungen zum Einüben des Imperativs, des Modalverbs dürfen und der Personalpronomina im Akkusativ eingereiht. Nach der letzten Einheit folgt Station 3. Diesmal wird das Thema Berufsbilder: Reiseverkehrskauffrau, Krankenpfleger behandelt. Im Grammatik/Phonetikteil werden einige Übungen der Ausspracheschulung gewidmet. Hier werden Vokale trainiert. In die Station 3 werden wieder Sprechhandlungen, Aufgaben und Übungen zum Video einbezogen. Am Ende dieser Einheit gibt es das Spiel ,,Eine Rallye durch studio d", das zur Wiederholung des Lernstoff dient. 2. 9 PHONETISCHE ANALYSE DES LEHRWERKS SPRECHEN SIE DEUTSCH? Ich habe mich entschieden, mich nur mit den im Lehrwerk studio d behandelten phonetischen Erscheinungen zu beschäftigen und sie zu vergleichen. 47 Die Aussprache aller phonetischen Erscheinungen (Vokale, Konsonanten, Intonation, Melodie...) wird im Einführungsteil ,,Anmerkungen zur Phonetik" erklärt. Das Lehrwerk Sprechen Sie Deutsch? wird durch die nullte Lektion eingeleitet. Diese Lektion umfasst nur Übungen zum Einüben der Aussprache einzelnen Wörter sowie der einfachsten Wortzusammensetzungen. Die korrekte Aussprache einzelnen Laute wird aufgrund von Ortsnamen erklärt und eingeübt. Dabei werden die Lernenden auch mit der phonetischen Transkription bekanntgemacht. z. B. ä [] Gräfenberg eu [ ] Neubrandenburg -er [ ] Werder st [] Stuttgart Diese Übung besteht aus drei Teilen: zuerst hören die Lernenden die Audiokassette, dann folgt das Zuhören und Nachsprechen und dann sollen sie die Ortsnamen selbst mit der richtigen Aussprache lesen. Sie sollen dabei auch den Wortakzen nachahmen. In folgenden Übungen üben die Lernenden die Aussprache der Eigennamen (Familiennamen, männliche und weibliche Vornamen). In den Übungen, die in der ersten Lektion vorkommen, geht es meiner Meinung nach darum, dass die Lernenden die Unterschiede zwischen der Mutter- und Fremdsprache zur Kenntnis nehmen und dass sie sich an die fremde Aussprache gewöhnen. Nach dem Einüben der Aussprache einzelner Laute kommt die Aussprache der Begrüßungen und der einfachen Wortzusammensetzungen. Diese Übungen sind geeignet für das Einüben von Intonation. Beispiel: Woher kommst du? - Ich komme aus Köln. Wie geht es dir? - Danke, gut. 48 Im Rahmen der ersten Lektion wird die korrekte Aussprache der langen und kurzen Vokale und der Umlaute eingeübt. Mit der Vokallänge beschäftigt sich die dritte Übung. Es ist eine Kontrastübung und besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil hören die Lernenden zu und sprechen sie nach: z. B.:Tag ­ Mann, geht ­ Englisch, wie ­ bitte, wo ­ toll... Im zweiten Teil sollen sie die lang ausgesprochenen Vokale unterstreichen: z. B.: Name ­ danke, kennen ­ lebt, sind ­ viel, wohnt ­ dort .. Die folgende Übung ist auch eine Kontrastübung und beschäftigt sich mit der Aussprache der Umlaute. Im ersten Teil sollen die Lernenden wieder zuhören und nachsprechen: schnell ­ Köln, sehen ­ Sonne.. Im zweiten Teil sollen sie die fehlenden Laute nach der Audiokassette ergänzen: e x ö: k nnen - k nnen ie x ü: T r - T r e x ö: sch n - s hr i x ü: M nchen - m ch Die fünfte phonetische Übung der ersten Lektion wird der Aussprache des unbetonten e gewidmet. Meiner Meinung nach dient diese Übung auch zum Einüben der Intonation der Entscheidungs- und Ergänzungsfragesätze: Guten Tag! Wie heißen Sie? Ich heiße Becker. Wie finden Sie die Party?.. Im Teil b dieser Übung sollen die Lernenden die unbetonten e-Laute markieren. Auch in der sechsten Übung kommen die Ergänzungsfragen vor. Hier sollen die Lernenden zuhören und die Sätze richtig schreiben: Beispiel: Mein Freund kommt aus Bonn. Ich wohne in Köln, aber jetzt studiere ich in Stuttgart. Wie geht es dir?... Was aber im Lehrbuch fehlt ist die Information über die Melodie des deutschen Fragesatzes. Es wird nur im Buch für Lehrer behandelt. Im Rahmen der ersten Lektion wird noch das deutsche Alphabet behandelt. 49 Die Grammatik dieser Lektion konzentriert sich auf die Artikel, die Personalpronomina, Konjugation der regelmäigen Verben und des Verbs sein im Präsens und die Wortstellung in deutschen Frage- und Aussagesätzen. Im Teil C wird noch ein Lied eingereiht. Es ist das Lied ,,Guten Tag, wie heien Sie?" mit dem Text von Jens Krüger. Die Lernenden hören das Lied von der Kassette zu und sollen die fehlenden Teile der Wörter ergänzen. Guten Tag, wie ___-en Sie? Ich bin Brau, Al-___ Brau. ___ mich sehr, Sabine Knie. Wo ist Ihre ___? Auf der ___-ty bei Herrn Ma, dort ___ sie, hat viel ___. Ü-___-gens was ma-___ Sie, sagen Sie mir ___? Ich ___ Tag für Tag, lange ___ immer fort. ___ Sie auch hier in Prag, ___ Sie auch dort? Fragen Sie doch Ihre Frau, ___ sie kennt genau meinen ___, Herrn Ulrich Ma, tschüs und ___ viel Spa. Die zweite Lektion bringt die Einübung der Konsonanten f, v, w. Die Lernenden sollen die Konsonanten in den Lückentext ergänzen.: z. B.:Kennen Sie schon meine Nachbarin, _rau _agner? Also, _rau _agner lebt in München. Damit soll sie der Lehrende darauf hinweisen, dass es im Deutschen für den Konsonant v zwei Aussprachemöglichkeiten [f] bzw. [v] gibt (Vater x Video). Weiter wird in dieser Lektion die korrekte Aussprache des Ich-Lautes im Suffix ­ig und des reduzierten r geübt. z.B.: fleiig, zwanzig, dreiig, ledig... Abitur, Bruder, verheiratet, vier... 50 Der Ich-Laut wird auch in Grundzahlen geübt. Man sollte dabei auch auf die richtige Aussprache des langen geschlossenen e in den Grundzahlen 10 ­ 19 achten. Davon gibt es in dieser Lektion keine Notiz. Aufgrund von folgenden Gedicht von Kurt Sigel üben die Lernende die ,,stimmlose" Aussprache der Laute b und d. Sie sollen den Text nach der Kassette korrigieren und laut lesen: Hast du was bist du was bist du blöd und bist du was bist du nichts hast du nichts hast du auch was bist du was und hast du nichts hast du nichts und bist du was hast du blöd wie machst du das? Die Grammatik dieser Lektion konzentriert sich auf die Konjugation des Verbs haben im Präsens, Verneinigung mit nein, nicht, kein, Adjektive im Prädikat und Grundzahlen. Im phonetischen Teil der dritten Lektion sollen sich die Lernenden die korrekte Aussprache des Ich-Lautes und Ach-Lautes aneignen. Dazu dient die erste Übung im Teil B. Die Lernenden suchen im Text Wörter die ch enthalten und sortieren sie nach ihrer Aussprache in zwei Gruppen. Diese Wörter wiederholen sie dann mit der Kassette oder selbst laut. Auch die zweite Übung wird dem Laut ch gewidmet. Es handelt sich um eine Kontrastübung und die Lernenden sollen die Wortpaare hören und wiederholen: z. B.: Ich ­ auch, endlich ­ einfach, billig ­ brauchen Im dritten Teil dieser Übung sollen die Lernenden zu zweit arbeiten. Sie lesen die Sätze und antworten: z. B.: Ich mache alles richtig. Und du?... Meine Nachbarin, Frau Grubach, ist achtundzwanzig. Und du? ... In der folgenden Übung wird der Wortakzent geübt. Die Lernenden sollen die Wörter laut lesen und den Wortkazent markieren. Dann kontrollieren sie ihre Lösung mit der Kassette. z.B.: Büro, Französisch, verheiratet, warum, Geburtstag... 51 Die letzte phonetische Übung wird der Melodie der deutschen Ergänzungsfrage gewidmet. Zuerst sollen die Lernenden nur zuhören und wiederholen. z.B.: Was machen Sie? Wo wohnst du? Wie heit er? ... Dann sollen sie entscheiden, was für eine Intonation die deutsche Ergänzungsfrage hat. Sie können von zwei Varianten auswählen: die steigende bzw. die fallende Intonation. Im Teil C gibt es noch eine Strophe des Weihnachtslides ,,O Tannenbaum" von Ernst Anschütz. Im Buch für Lehrer gibt es auch 2 folgende Strophen. Was die Grammatik betrifft, werden die Präpositionen mit Dativ und Präpositionen mit Akkusativ und Deklination der Personalpronomen und der Fragepronomen wer und was eingeübt. Die Ausspracheschulung der vierten Lektion konzentriert sich auf Vokale. In der zweiten Übung auf der Seite 51 üben die Lernenden die Länge der Vokale ein. Im ersten Teil sollen sie die Namen markieren, die sie hören. z. B.: Herr Mohler Herr Moller Frau Hagen Frau Haggen Frau Webber Frau Weber ... Im zweiten Teil dieser Übung sollen sie die korrekte Aussprache der Vokale vor dem verdoppelten Laut einüben. Dazu dient folgendes Gedicht: Kennen Sie Lotte? Kennen Sie Herrn Motte? Sie kommt aus Grotte. Das ist der Mann von Lotte. Sie isst gern Brot mit Butter Zum Essen nimmt er gern Karotten, auch Suppe wie ihre Mutter. zum Trinken Whisky wie die Schotten. Nach dem Zuhören und Lesen sollen die Lernenden alle Wörter mit verdoppelten Konsonanten schreiben. Die dritte und zwölfte Übung stellen ein Beispiel für Verbindung zwischen der Phonetik und der Grammatik dar. In der dritten Übung sollen die 52 Lernenden nach der Kassette wiederholen und dabei die Stammänderungen beachten: fahren ­ er fährt, backen ­ er bäckt, du schläfst nicht ­ Schlaf! .. In der zwölften Übung sollen sie die passende Verbform ergänzen: z. B.: ich nehme ­ du ­ sie schlafen ­ er ­ du liest ­ ihr ­ Im Rahmen der vierten Lektion wird auch das sog. Dehnungs-h und der Vokalneueinsatz (Das ist Else. [das | ist | elze]) eingeübt. Der grammatische Teil dieser Lektion beschäftigt sich mit den Possessivpronomina, der Konjugation der Verben mit Stammänderung, den Zeitangaben und dem Imperativ. Im Rahmen des phonetischen Bereichs der fünften Lektion wird die korrekte Aussprache der Nachsilbe ­ung eingeübt. Die Lernenden lesen die Substantive im Singular und ergänzen den Plural. Ich finde diese Übung zu kurz, weil sie nur aus sechs Beispielen besteht: die Einrichtung, der Junge, die Zeitung, der Spaziergang, die Wohnung In der ersten phonetischen Übung hören die Lernenden einen Text von der Kassette und markieren die Wörter, die im Text vorkommen. z. B.: Wohnung Wohnunk natürlich natyrlich ruhich ruhig ... In folgenden Übungen üben die Lernenden die korrekte Aussprache der Konsonantengruppen st, sp, sch, tsch, tz. Weiter werden in dieser Lektion Präpositionen mit Dativ und Akkusativ, die schwache Deklination der Substantive im Singular, Verben stehen ­ stellen, liegen ­ legen und die Pluralbildung eingeübt. Im phonetischen Teil der sechsten Lektion wird die richtige Aussprache der Konsonanten b, d, g und der Vokale e, ä, o eingeübt. Die zweite Übung 53 konzentriert sich auf die Vokale e und ä. In ihrem ersten Teil markieren die Lernenden die Namen, die sie von der Kassette hören. z. B. Jehle Jähle Wägener Wegener Lähman Lehmann ... Den zweiten Teil dieser Übung schreiben sie als Diktat. Im folgenden Text sollen die Lernenden die Ausdrücke unterstreichen, in denen das o lang ausgesprochen wird. Dann sollen sie den Text wiederholen und die angegebenen Fragen beantworten. In diese Lektion wird wieder ein Lied eingereiht. Man soll im Text einige Ausdrücke korrigieren. Ich möchte Leute eine Party geben, Freunde und Spa sind doch wichtig im Leben, essen und sitzen und lachen und tanzen feiern bis zum Morgen. Refrain: Prosit, zum Wohl, aufs Leben (3x) Glück und viel Gesundheit. Aber was soll ich denn alles brauchen, Saft für die Frauen, Wein für uns zum Saufen. Obst und Gemüse sind richtig besser, Bier macht gemütlich krank. Wir haben Hunger, wolľn Paprika, Brötchen dazu. Leider ist nichts da, seid mir nicht nervös. In Ordnung, Diät, da kann man nur lachen. Was die Grammatik betrifft, werden in dieser Lektion Deklination der Pronomen dieser und jeder, die Modalverben und das Verb wissen und die positive Antwort auf einen negativen Fragesatz eingeübt. 54 Die Ausspracheschulung der siebten Lektion beschäftigt sich mit der Behauchung der Konsonanten p, t, k, und mit der Aussprache einiger Fremdwörter und zusammengesetzter Substantive. Die zweite Übung ist der Aussprache der Fremdwörter gewidmet. Die Lernenden hören die Kassette, schreiben die Wörter auf und dann wiederholen. z. B.: Rheuma, Garage, Restaurant, Toilette ... In der dritten Übung sollen die Lernenden den Wortakzent in den zusammengesetzten Wörtern markieren. z. B.: Apfelstrudel, Butterbrot, Eisbecher, Fernsehstudio ... Dann wiederholen sie mit der Kassette und korrigieren ihre Lösung. Die folgende Übung beschäftigt sich mit den Lauten p, t, k. Zuerst üben die Lernenden die Aussprache mit der Kassette und dann bilden sie Fragen und Antworten zu den angeführten Wörtern nach dem Muster: z. B.: Ist Peters Tasche toll? Ja, Peters Tasche ist toll. Karl Pantoffeln praktisch Paul Tasche teuer Petra Kind klug Kurt Kaffee toll Peter Tochter kaputt Theo Klavier krank Kunigunde Tasse kalt Tanja Katze klein Weil diese Lektion zum Wiederholen dient, kommen hier keine neuen grammatischen Erscheinungen vor. Die achte Lektion bringt die Einübung der Laute [s], [z], [] und der Vorsilben (bei Verben), die entweder betont oder unbetont auftreten. Die Lernenden erfahren, dass es im Deutschen für den Konsonanten s zwei Aussprachemöglichkeiten [s] bzw. [z] gibt. In der ersten Übung sollen sie die Wörter markieren, die [s] - [z] - [] enthalten. Das Schreiben des Lautes s bzw. ss, üben sie auch in der zweiten Übung, die sie als Diktat schreiben. 55 Weiter werden in dieser Lektion die betonten und unbetonten Vorsilben geübt. Die Lernenden sollen die Verben ihrer Vorsilbe nach in zwei Gruppen einteilen. Dann üben sie die Aussprache mit der Kassette. Im Rahmen des grammatischen Bereichs sollen sich die Lernenden die Verben mit trennbaren und untrennbaren Vorsilben, Zeitangaben und reflexive Verben aneignen. Die neunte Lektion beschäftigt sich von dem phonetischen Standpunkt aus mit den Konsonanten v und w, mit der Endung ­er und mit den Umlauten. Die Konsonanten v und w erscheinen in der zweiten Übung. Man soll diese Laute in die Wörter ergänzen. z. B.: a) _erbringen c) reser_ieren b) _ald d) _erena ... Im Rahmen des grammatischen Bereichs sollen sich die Lernenden Komparation der Adjektive aneignen. Damit hängt auch die vierte Übung zusammen, in der man Grammatik und Phonetik verbindet. Die Lernenden sollen den Komparativ bilden und dabei müssen sie auf die richtige Aussprache der Endung ­er und der Umlaute achten. z. B.: dick leicht ­ kurz ­ Auch in der Übung 16 auf der Seite 114 werden die phonetische und die grammatische Seite der Sprache verbunden. Hier soll man die Sätze mit der angegebenen Konjunktion verbinden. z. B.: Manfred ist Arzt. Er wohnt in Leipzig. ­ und Er trinkt kein Bier. Es schmeckt ihm nicht. ­ denn Die Grammatik dieser Lektion konzentriert sich auf die Komparation der Adjektive und Adverbien, koordienierende Konjuktionen und geographische Namen. 56 Das Aussprachetraining der zehnten Lektion legt den Schwerpunkt auf den Wortakzent und die Umlaute. Zuerst hören die Lernenden einen Text zu und sollen alle Wörter herausschreiben, die nicht auf der ersten Silbe betont werden. Auch in der folgenden Übung sollen sie den Wortakzent markieren und dann die Wörter richtig aussprechen. Mit der Aussprache der Umlaute beschäftigt sich die dritte Übung. Die Lernenden hören verschiedene Wörter und sollen die fehlenden Vokale ergänzen. z. B.: B__nke g__nstig m__gen __rzte ... Im zweiten Teil dieser Übung soll man die Länge der Umlaute markieren. kurz = k lang = l Pläne früh öfter Töchter Fächer Wünsche Prüfung Französisch schläft Weiter werden die Konjugation des Verbs werden, das Präteritum der sowohl schwachen als auch starken Verben, das Pronomen jemand und Verneinung mit nichts, niemand und nie(mals) geübt. Im Rahmen des phonetischen Bereichs der elften Lektion wird die richtige Aussprache der zusammengesetzten Wörter und der Wortakzent eingeübt. Die Lernenden üben die Aussprache mit der Kassette und dann schreiben sie die Wörter als Diktat. Eine passende Übung zum Einüben des Wortakzents ist die dritte Übung auf der Setie 138. Man soll die angegebenen Partizipien II in sechs Gruppen nach ihrem Akzent einteilen: 57 abgefahren, abonniert, geärgert, aufgepasst, gebastelt, beschäftigt, beschwert, gebügelt, diskutiert, erlebt, erschienen, fotografiert, gehäkelt, getanzt, verboten abgefahren Nach dem Einteilen kontrolliert man die Lösung mit der Kassette. Im Teil C wird das Lied ,,Lasst euch die Hobbys ja nicht verbieten!". Die Lernenden hören das Lied und sollen die fehlenden Ausdrücke ergänzen. Von dem grammatischen Standpunkt aus beschäftigt sich diese Lektion mit dem Perfekt, dem Präsens der Verben mit der Endung ­eln, -ern und dem Subjekt man bzw. es. Die zwölfte Lektion bringt die Einübung des Ich-Lautes und Ach-Lautes und der Endung ­er. Die Lernenden sollen aus einem Text alle Wörter mit -er schreiben, in denen man [ ] ausspricht. Dann sollen sie diese Wörter richtig aussprechen. Die folgenden phonetischen Übungen beschäftigen sich mit dem Laut ch. In der zweiten Übung auf der Seite 149 soll man zuhören und [ç] oder [x] ergänzen. z. B.: Buch Bücher Köchin Koch Mädchen Uhrmacher ... Dann folgt eine kurze Übung, in der man die Stellen mit [ç] mit einem Punkt markiert und die Stellen mit [x] unterstreicht. Weil in dieser Übung nur Fragen erscheinen, soll man sie dann beantworten. Was die Grammatik betrifft, werden in dieser Lektion Futur I, Nebensätze und das Perfekt der Modalverben und des Verbs wissen eingereiht. Die Ausspracheschulung der dreizehnten Lektion beginnt mit einem kurzen Gespräch, das die Lernenden von der Kassette hören und die fehlenden Wörter ins Lehrbuch ergänzen. Dann lesen sie diesen Dialog zu zweit laut vor. 58 Dieses Gespräch konzentriert sich nicht auf eine konkrete phonetische Erscheinung, sondern es werden hier alle phonetischen Erscheinungen eingereiht. Nach dem Lesen sollen die Lernenden alle Wörter schreiben, die l enthalten und ihre Aussprache mit der Kassette üben. Weiter werden in dieser Lektion Vokale geübt. Die Lernenden lesen verschiedene Wörter und ergänzen die fehlenden Buchstaben e, ee, ä, ö. Dann üben sie wieder die Aussprache mit der Kassette. z. B.: __nd__rn, b__w__g__n, __rkl__r__n, Lini__ ... Die letzte phonetische Übung der dreizehnten Lektion beschäftigt sich mit den Suffixen ­ig und ­lich. Meiner Meinung nach geht es in dieser Übung nur darum, dass die Lernenden die korrekte Aussprache des Suffixes ­ig ([iç] nicht [ik]) in Kenntnis nehmen. z.B.: langweil__, bill__, ehr__, abenteuer__ ... Für eine passende phonetische Übung halte ich auch die vierte Übung im Teil B. Es handelt sich um einen Text, in dem einige Wörter durch Bilder ersetzt werden. Die Lernenden können mit dem Wörterbuch arbeiten und dann kontrollieren sie ihre Lösung mit der Kassette. Im Rahmen des grammatischen Bereichs werden in dieser Lektion Pronominaladverbien und Fragen mit der direkten Wortfolge eingeübt. Das Aussprachetraining der vierzehnten Lektion legt den Schwerpunkt auf den Wortakzent, Satzmelodie in Fragen und den Vokal i. Der phonetische Teil fängt mit einem Text an, in den man die fehlenden Vokale ergänzen soll. Dann soll man alle Wörter schreiben, die nicht auf der ersten Silbe betont werden. Auch die zweite Übung konzentriert sich auf den Wortakzent. Die Lernenden hören verschiedene Wörter von der Kassette und schreiben sie. Dann markieren sie den Wortakzent und lesen diese Wörter mit der korrekten Aussprache. Die dritte Übung wird der Satzmelodie in Fragen gewidmet. Die Lernenden üben sie wieder nach der Kassette. 59 Die letzte phonetische Übung dieser Lektion beschäftigt sich mit langem i. Die Lernenden sollen alle graphischen Formen von [i:] (i, ie, ih) in die angegebenen Wörter ergänzen. z. B.: sp__len, anb__ten, St__l, __nen, n__mals ... Im Teil C werden noch zwei Geschichten (Ein Wort gibt das andere von J. P. Hebel und Till Eulenspiegel) eingereiht, die der Ausspracheschulung dienen. Weil diese Lektion als Wiederholung des Lehrstoffs dient, kommen hier keine neuen grammatischen Erscheinungen vor. 2. 10 DER VERGLEICH DER LEHRERHANDBÜCHER Ich habe bei der Analyse auch die Lehrerhandbücher verglichen und bin dazu gekommen, dass sie ähnlich geschaffen werden. Das Lehrerhandbuch zum Lehrwerk studio d wird in einzelne Einheiten eingeteilt (genauso wie im Lehrbuch) und ist sehr übersichtlich. Das Lehrwerk verfügt über folgende Informationen: * die methodische Konzeption des Lehrwerks * die Arbeit mit den Lese- und Hörtexten im Lehrbuch * Material zur Unterrichtsvorbereitung * Demo-CD-ROM * Vorschläge für Unterrichtsabläufe * Tests und Kopiervorlagen Das Lehrerhandbuch zum Lehrwerk Sprechen Sie Deutsch? ist zweibändig. Der erste Teil ist ein Handbuch mit Kopievorlagen und der zweite Teil ist ein methodisches Handbuch. Das methodische Handbuch wird auch in einzelne Lektionen eingeteilt und beinhaltet die Informationen über: * die didaktische Konzeption des Lehrwerks * die Struktur des Lehrbuches * Vorschläge für die Arbeit mit dem Lehrbuch 60 3. SCHLUSSBEMERKUNG In meiner Diplomarbeit habe ich mich mit der Problematik der Phonetik allgemein und mit ihrer Rolle im Fremdsprachenunterricht beschäftigt. Der Zweck der gesamten Arbeit war, auf die Unterschätzung der Ausspracheschulung im Fremdsprachenunterricht hinzuweisen. Ich wollte auch zeigen, dass die Aussprache ebenso wichtig ist, wie die anderen Teilkompetenzen (Wortschatz, Grammatik, Rechtschreibung). Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, wie wichtig die Aussprache in einer fremdsprachlichen Kommunikation ist. Da die korrekte Aussprache teilweise auch von Lehrwerken abhängig ist, habe ich mich in meiner Diplomarbeit mit der phonetischen Analyse zwei Lehrwerken beschäftigt. Nachdem ich die Lehrwerke analysiert habe, bin ich dazu gekommen, dass das von den tschechischen Autoren erarbeitete Lehrwerk Sprechen Sie Deutsch? für den Ausspracheunterricht geeigneter ist als das Lehrwerk studio d, das die deutschen Autoren erarbeitet haben. Den gröten Unterschied sehe ich darin, dass das Lehrwerk Sprechen Sie Deutsch? den Bedürfnissen der tschechischen Lernenden entspricht. Die Struktur des Lehrwerks finde ich sehr übersichtlich und auch die einzelne Übungen sind übersichtlich gereiht. Die deutsche Aussprache wird am Anfang des Buches erklärt. Im Lehrwerk gibt es eine Reihe von phonetischen Übungen, die den Lernenden helfen, sich die korrekte Aussprache anzueignen. Meiner Meinung nach bildet die Ausspracheschulung in diesem Lehrwerk einen wichtigen Bestandteil des Lernstoffs. Im Lehrwerk studio d konzentrieren sich die phonetischen Übungen einzelner Einheiten meistens auf eine oder zwei phonetische Erscheinungen, was den Lernenden hilft, schwierige phonetische Erscheinungen schrittweise zu lernen. Meiner Meinung nach sollte man gröere Aufmerksamkeit der Einübung der Umlaute, des langen geschlossenen e, sowie des Suffixes ­er widmen. Die Verarbeitung des phonetischen Stoffes im Lehrwerk ist nicht 61 ausreichend. Aus diesem Grund möchte ich ein Ergänzungsmaterial entwerfen, das im Unterricht zu diesem Lehrwerk benutzt werden kann. In den Anhang habe ich Reime, Zungenbrecher und andere Übungen eingereiht, die zur Einübung der für die tschechischen Lernenden schwierigen Laute dienen. 62 4. RESUMÉ Jako téma své diplomové práce jsem zvolila problematiku výuky výslovnosti německého jazyka a její zpracování v učebnicích. K dobré znalosti cizího jazyka je zapotřebí nejen bohatá slovní zásoba a znalost gramatických pravidel, ale také správná výslovnost. Proto by se důkladný nácvik výslovnosti měl stát pevnou součástí výuky něměckého jazyka. Práci tvoří dvě hlavní části, a to část teoretická a praktická. V teoretické části jsem uvedla základní charakteristiky pojmů fonetika a fonologie, zabývala jsem se tvořením řeči a popsala jsem systém německých hlásek. Bez povšimnutí nezůstala ani suprasegmentální rovina jazyka, konkrétně intonace, přízvuk a rytmus. Věnovala jsem se také postavení fonetiky ve výuce německého jazyka. Jádro práce tvoří část praktická. V ní jsem se zaměřila na rozbor učebnic pro střední a jazykové školy, konkrétně jsem zvolila učebnice studio d a Sprechen Sie Deutsch?. Záměrně jsme vybrala jednu učebnici od českých a jednu učebnici od německých autorů. Na základě této analýzy jsem vypracovala doplňkový materiál k učebnici studio d, která se mi jeví jako nedostačující pro nácvik správné německé výslovnosti. 63 5. LITERATURVERZEICHNISS Primärliteratur: FUNK, H., KUHN, Ch., DEMME, S., JANÍKOVÁ, V. studio d A1: němčina pro jazykové a střední školy zpracovaná podle Společného evropského referenčního rámce pro jazyky. Plzeň : Fraus, 2005. 283 s. ISBN 8072384406 BETTERMANN, CH. et al. Studio d A1 : němčina pro jazykové a střední školy zpracovaná podle Společného evropského referenčního rámce pro jazyky.Příručka učitele. Plzeň : Fraus, 2005. 128 s. ISBN 8072384538 DUSILOVÁ, D., GOEDERT, R., KOLOCOVÁ,V., SCHNEIDER, M., VACHALOVSKÁ, L. Sprechen Sie Deutsch? Praha : POLYGLOT, 2000. 265 s. ISBN 8086195090 DUSILOVÁ, D. et al. Sprechen Sie Deutsch? : metodická příručka. Praha : POLYGLOT, 2002. 297 s. ISBN 8086195155 Sekundärliteratur: BENEŠ, E. a kol. Metodika cizích jazyků: angličtiny, francouzštiny, němčiny.. Praha : SPN, 1971. 266 s. BUMANN, H. Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart : Alfred Kröner Verlag, 2002. 783 s. ISBN 3520452030 ČERNÝ, J. Úvod do studia jazyka. Olomouc : Rubico, 1998. 248 s. ISBN 8085839245. DAHL, E. Wie lernt man fremde Sprachen?. Stuttgart : Verlag Freies Geistesleben, 1999. 91 s. ISBN 3772515088 64 DIELING, H., HIRSCHFELD, U. Phonetik lehren und lernen. Berlin : Langenscheidt, 2000. 199 s. ISBN 3468496540 HAKKARAINEN, H. J. Phonetik des Deutschen, München : W. Fink Verlag, 1995. 197 s. ISBN 3770530403 ICKLER, T. Deutsch als Fremdsprache: Eine Einführung in das Studium. Tübingen : Niemeyer, 1984. 76 s. ISBN 3484251298 JANÍKOVÁ, V. Didaktik des Deutschen als Fremdsprache: Anmerkungen zu aktuellen Themen mit Aufgaben zum reflektierten Selbststudium.. Brno : Masarykova univerzita, 2005. 86 s. ISBN 8021037822 JANÍKOVÁ, V., MICHELS-MCGOVERN, M. Aspekte des Hochschulfachs: Metodik und Didaktik des Unterrichts Deutsch als Fremdsprache im Überblick. Brno : Masarykova univerzita, 2004. 97 s. ISBN 8021023449 JANOSCH Das groe Buch der Kinderreime: die schönsten Kinderreime aus alter und uralter Zeit aufgesammelt sowie etliche ganz neu dazuerfunden und bunt illustriert. Zürich : Diogenes Verlag, 1984. 185 s. ISBN 3257006462 KREUZER, U., PAWLOWSKI, K. Deutsche Hochlautung. München : Klett, 1971. 94 s. ISBN 3125584000 KOHLER, K. J. Einführung in die Phonetik des Deutschen. Berlin : E. Schmidt Verlag, 1977. 251 s. ISBN 3503012370 KOVÁŘOVÁ, A. Úvod do fonetiky a fonologie němčiny. Brno : Pedagogická fakulta Masarykovy univerzity, 2003. 60 s. ISBN 8021032634 65 RAUSCH, I.; RAUSCH, R. Deutsche Phonetik für Ausländer. Leipzig : Langenscheidt, 1993. 404 s. ISBN 3324001455. REICHENSTETTER, F. Pitsche, Patsche, Peter : Beliebte alte Kinderreime. Ravensburg : Ravensburger Verlag, 1990. 29 s. ISBN 3473337196 RÖSLER, D. Deutsch als Fremdsprache. Stuttgart : Verlag J. B. Metzler, 1994. ROTHENHAGEN, R. Phonetischer Grundkurs der deutschen Sprache fur Tschechischsprecher. Brno : Pedagogická fakulta Masarykovy univerzity, 1995. 39 s. ISBN 8021010568. STOCK, E. Deutsche Intonation. Berlin / München / Leipzig : Langenscheidt / Verlag Enzyklopädie, 1996. ISBN 3324007003 STORCH, G. Deutsch als Fremdsprache: Eine Didaktik. München : Fink, 1999. 367 s. ISBN 3825281841 ZAJÍCOVÁ, Pa. Didaktik der Fremdsprache Deutsch: Einfuhrung in die Fachdidaktik des Deutschen als Fremdsprache. Ostrava : Ostravská univerzita, 2005. 174 s. ISBN 8070426055. Internetquellen: GOETHE INSTITUT [online]. [cit. 29. 3. 2008]. Dostupné z World Wide Web: UNIVERSITÄT BREMEN [online]. [cit. 15. 3. 2008]. Dostupné z World Wide Web: UNIVERSITY OF IOWA [online]. [cit. 25. 1. 2008]. Dostupné z World Wide Web: 66 6. ANHANG E Es regnet, es regnet, es regnet seinen Lauf, und wenn´s genug geregnet hat, so hört es wieder auf! Regen, Regentröpfchen, es regnet auf mein Köpfchen, es regnet auf das grüne Gras, da werden meine Füe na. Heile heile Segen, drei Tage Regen, drei Tage Schnee, tut´s dem Kind schon nimmer weh. Man kann Kamelen nicht befehlen, zu Allerseelen Mehl zu stehlen. Es steht ein Reh im Schnee am See. Mir tut es in der Seele weh, wenn ich das Reh im Schnee stehn seh. Aus einem Prospekt Bensberg am See liegt sechshundert Meter über dem Meeresspiegel. Es ist umgeben von herrlichen Wäldern und majestätischen Bergen. Bequeme Wege laden zu Spaziergängen und Wanderungen ein. Den Bergsteiger locken verwegene Kletterpartien. Im klaren Quellwasser des Sees kann man gefahrlos baden. Gelegenheit zum Segeln und Rudern ist gegeben. Trachtenabende und ähnliche Veranstaltungen bilden eine angenehme Abwechslung. Unsere Gäste bestätigen es alljährlich: Bensberg am See ist ein herrliches Fleckchen Erde. Es ist das ideale Ferienparadies. 67 IE EI Du liebe Zeit, es schneit, es schneit! Die Flocken fliegen und blieben liegen. Ich bitte sehr, noch mehr, noch mehr! Mein dein sein, der Tisch, der ist noch rein, der Magen ist noch leer und brummt wie ein Bär. ,,Sei lieb und gib mir ein Glas Bier!" So sagt der Stier um viertel vier und schielt zu dir. Schilt nicht das Tier. Es liebt das Bier. Die Milch kriegt ihr. Mein Vater heißt Raul, mein Bruder heißt Paul. Meine Mutter heißt Anna, meine Schwester heißt Hanna. A Es sprach der Aal im Futteral: ,,Der Saal ist kahl. Zum letzten Mal Grü ich im Tal den Pfahl aus Stahl." U Hör zu: das U ist manchmal kurz wie ein Sturz. Manchmal aber sehnt es sich, dann dehnt es sich, dann passt ihm kein Schuh und es gibt keine Ruh und brüllt Muh mit der Kuh. 68 O Sollen Drohnen auf Thronen wohnen? Soll man sie mit Kronen belohnen? Oder soll man auf die Drohnen Bohnen schieen aus Kanonen? Ö Ü Hörst du Schwüre, steht die Lüge vor der Türe. Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige. Ein goldener Schlüssel öffnet alle Türen. Wer nicht hören will, muss fühlen. In der Kürze liegt die Würze. Höre viel und rede wenig. Er hat alles in Hülle und Fülle. Ich kenne das nur vom Hörensagen. Wo Frösche sind, da sind auch Störche. Man soll nicht Böses mit Bösem vergelten. Er musste sich in die Höhle des Löwen wagen. UMLAUTE Vögel, die nicht singen, Glocken, die nicht klingen, Pferde, die nicht springen, Pistolen, die nicht krachen, Kinder, die nicht lachen, was sind das für Sachen? In Frankfurt uf em Türmche sa e Würmche mit em Schirmche, kam e Stürmche, blies es Würmche mit em Schirmche von dem Türmche. Die Tauben fressen Wicken, die Schwalben fangen Mücken, die Schafe futtern Gras, die Raben speisen Aas, die Störche haschen Schlangen, die Katz mu Mäuse fangen, die Kuh mag Heu und Stroh, ein Korn macht´s Spätzlein froh. Die Stare fressen Spinnen, 69 die Ente schlürft aus Rinnen, das Schwein wühlt im Morast, ich möcht nicht sein ihr Gast! Ein Hund lief in die Küche und stahl dem Koch ein Ei. Da nahm der Koch den Löffel und schlug den Hund entzwei. Da kamen alle Hund und gruben ihm ein Grab, und setzten einen Grabstein, worauf geschrieben war: Ein Hund lief in die Küche und stahl dem Koch ein Ei ... Aus der Mühle schaut der Müller, der so gerne mahlen will. Stiller wird der Wind und stiller, und die Mühle stehet still. So geht´s immer, wie ich finde, rief der Müller voller Zorn. Hat man Korn, so fehlt´s am Winde, hat man Wind, so fehlt´s am Korn. [ ] ,,Meine sehr verehrten Hörerinnen und Hörer. Wir haben nun den Sieger dieses Rennens am Mikrophon. Herr Bauer, Sie sind in diesem Jahr unser erfolgreichster Radrennfahrer. Wir wollen nur drei Ihrer groen Erfolge nennen: Sie wurden in Nürnberg deutscher Meister der Berufsfahrer. Sie waren Erster beim ,,Groen Preis von Bremen". Sie siegten überraschend bei der Fernfahrt Paris ­ Bordeaux. Und auch heute tragen Sie wieder den Kranz des Siegers. Dazu herzliche Glückwünsche unserer Redaktion." 70 Meine Mäuse haben Läuse. Geh den Weg, wenn es geht. In der Höhle stöhnt der Löwe. Nein, das ist mein Eis! Nein! Meins! Die Katze tritt die Treppe krumm. Der Mondschein schien schon schön. Zehn Ziegen ziehen Zucker zum Zoo. Zehn Zahnärzte ziehen zehn Zähne. Heute, heute, heute, kommen alle Leute! Mieze, Mieze, Kätzchen, wie weich sind deine Tätzchen. In Ulm und um Ulm und um Ulm herum. Brautkleid bleibt Brautkleid und Blaukraut bleibt Blaukraut. Zwischen zwei Steinen zischen zwei Schlangen. Was hast du, das hab´ ich nicht. Was hab´ ich, das hast du nicht. Der dicke Dieter trägt den dünnen Daniel durch das dunkle Dorf. Esel essen Nesseln nicht, Nesseln essen Esel nicht. Zwischen zwei Zwetschgenzweigen zwitschern zwei Schwalben. Wenn Griechen hinter Griechen kriechen, kriechen Griechen hinter Griechen. Fischers Fritz fischt frische Fische, frische Fische fischt Fischers Fritz. Schneiders Scheren schneiden scharf, scharf schneiden Schneiders Scheren. 71 In Ulm und um Ulm herum blühen Ulmen. Ulmen blühen in Ulm und um Ulm herum. Ich spreche den Ich-Laut nicht richtig, es ist aber für mich wichtig, ihn richtig zu sprechen. Hinter Hanne Hermanns Haus hängen hundert Hemden raus. Hundert Hemden hängen raus hinter Hanne Hermanns Haus. Wir Wiener Waschweiber würden schöne weiße Wäsche waschen, wenn wir wüssten, wo schönes weiches Waschwasser wäre. Wenn fliegende Fliegen hinter fliegenden Fliegen fliegen, dann fliegen fliegende Fliegen hinter fliegenden Fliegen her. Ein Herr Klant stand im Strandsand am Sandstrand im Handstand. Warum? Weil er Vorstand dem Strandsandhandstandverband. Darum. 72