MASARYKOVA UNIVERZITA PEDAGOGICKÁ FAKULTA katedra nìmeckého jazyka a literatury Bakaláøská práce Brno 2006 Gabriela Sloupová MASARYK-UNIVERSITÄT PÄDAGOGISCHE FAKULTÄT Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur Analyse deutscher und tschechischer Lehrmaterialien aus phonetischer Sicht (Bakalaureatsarbeit) Brünn 2006 Verfasserin: Gabriela Sloupová Betreuerin: PhDr. Alena Kováøová Prohlá¹ení Prohla¹uji, ¾e jsem bakaláøskou práci zpracovala samostatnì a pou¾ila jen prameny uvedené v seznamu literatury. Souhlasím, aby práce byla ulo¾ena na Masarykovì univerzitì v Brnì v knihovnì Pedagogické fakulty a zpøístupnìna ke studijním úèelùm V Brnì dne 12.kvìtna 2006 Gabriela Sloupová _______________ Inhaltsverzeichnis Einleitung.................................................................................................................5 1.Orientierung in derSekundärliteratur..............................................................6 1.1 Segmentale Ebene...............................................................................................7 1.2 Suprasegmentale Ebene.................................................................9 2. Das Lehrbuch "Wer? Wie? Was?".................................................11 3. Das Buch "Start mit Max"..................................................................14 4. Vergleich des deutschen und des tschechischen Lehrbuches aus phonetischer Sicht.......................................................................15 5. Typische Aussprachefehler der tschechischen Muttersprachler...............17 6. Ausspracheübungen.....................................................................18 6.1 Vokale lang-kurz.............................................................................................18 6.1.1 Familienname.........................................................................................19 6.1.2 Geschenke..............................................................................19 6.2 Ö-Laute Ü-Laute..........................................................................20 6.2.1 Sprichwörter...........................................................................20 6.3 E-Laute...................................................................................21 6.3.1 Der Regenschirm........................................................................22 6.4 Konsonanten.............................................................................23 6.4.1 Kettenspiel..............................................................................23 6.5 R-Laute.....................................................................................24 6.5.1 Urlaub....................................................................................24 6.5.2 Der Hund...................................................................................24 7. Schluss......................................................................................25 8. Resume.......................................................................................26 9. Literatur.....................................................................................28 Einleitung: Das Thema meiner Bakalaureatsarbeit habe ich auf Grund meines Interesses für den Phonetikunterricht an der Grundschule gewählt. Die Vorlesungen und Seminare zur Phonetik an der Hochschule waren so interessant und belehrend, dass ich mir das Ziel gesetzt habe, den Unterricht mit meinen Schülern an der Grundschule so zu gestalten, dass sie phonetisch korrekt sprechen und die jeweiligen Intonationsmuster richtig anwenden werden. Für die Beherrschung einer Fremdsprache reicht es nicht, nur grammatisch und lexikalisch richtig zu sprechen, sondern man muss auch eine gute Aussprache haben. Nach meinen Erfahrungen weiß ich, dass sich die Lehrerinnen in den Grundschulen mit Phonetik und Phonologie sehr selten beschäftigen. Ich selbst habe die deutsche Sprache seit der dritten Klasse gelernt und Ausspracheübungen waren ein wichtiger Bestandteil unseres Unterrichts. Leider gab es aber damals in den Lelhrbüchern nur wenige phonetische Übungen. Selbst die Kassetten waren von Tschechen besprochen, nicht von deutschen Muttersprachlern. Dieser Weg des Lernens hatte für uns nur wenig Sinn, denn gerade für eine gute und richtige Aussprache ist es notwendig, häufig Muttersprachler zu hören. Ich bin froh, dass sich die Zeiten geändert haben und das sich viel Neues im Bereich des Fremdsprachenlernens entwickelt hat. Heute haben die Lehrer und Lehrerinnen eine große Auswahlmöglichkeit an verschiedenen Lehrbüchern. Nach eigenem Interesse können sie entweder deutsche oder deutsch-tschechische Lehrmaterialen wählen. Dazu stehen Ihnen Kassetten und CDs zur Verfügung, die deutsche Muttersprachler besprochen haben. Es sind außerdem viele phonetisch didaktische Spiele einsetzbar, die sehr gut die phonetische Kompetenz der Schüler erweitern und den Unterricht beleben. Ein weiterer Grund für meine Themenwahl ist, dass zu wenig Zeit der Phonetik und Phonologie gewidmet wird. In meiner Arbeit werde ich zwei Lehrbücher vergleichen. Das erste Lehrbuch heißt "Wer? Wie? Was?", ist allerdings nur auf Deutsch geschrieben, das andere Buch heißt "Start mit Max". Hier sind Deutsch und Tschechisch verbunden. Ich werde diese zwei Lehrmaterialen in Bezug auf Phonetik und Phonologie vergleichen. Meine Arbeit bereichere ich durch einige phonetische Spiele, mit denen man die Stunde beleben kann und die ich in meinem Unterricht mit den Kindern erprobt habe. 1. Orientierung in der Sekundärliteratur Mit der Phonetik und Phonologie beschäftigen wir uns das ganze Leben. Was bedeuten eigentlich diese zwei Begriffe? Beide sprachwissenschaftlichen Disziplinen befassen sich mit der Lautseite der menschlichen Sprache. Sie erforschen die segmentale und suprasegmentale Sprachebene der Aussprache. Die Phonetik oder die Lautlehre beschäftigt sich mit der Lautbildung, mit der Beschreibung der Laute und mit ihrer Klassifizierung. Jede Sprache hat ihre eigene Zahl an Lauten. Die Phonologie beschäftigt sich mit der Funktion der Laute. Das Phonem ist eine abstrakte Einheit, die in jeder Sprache zu ihrem phonologischen System gehört. Das Phonem ist eine Gruppe von Merkmalen, die allen Lauten einer Lautfamilie gemeinsam ist. Die Zahl der Phoneme in einer Sprache ist kleiner als die Zahl der Laute. 1.1 Segmentale Ebene Ich versuche Deutsch und Tschechisch auf zwei Ebenen zu vergleichen. Zuerst beschäftige ich mit der segmentalen Ebene. Das heißt, ich vergleiche Vokale, Diphthonge und Konsonanten. Deutsch hat sechzehn vokalische Phoneme, die man in Form eines Vierecks abbilden kann. Tschechisch hat nur zehn vokalische Phoneme und sie bilden ein vokalisches Dreieck. In der tschechischen Sprache gibt es die folgenden Phoneme nicht: langes geschlossenes gespanntes E, langes geschlossenes gespanntes Ü, kurzes offenes ungespanntes Ü, langes geschlossenes gespanntes Ö, kurzes offenes ungespanntes Ö und reduziertes E. Im Deutschen gehört in dieses Viereck noch das vokalisierte R, das zwischen dem Murmel-e und dem kurzen A liegt. Im Bezug auf die Vokale muss ein weiterer Unterschied bei den Diphthongen erwähnt werden. Ein Diphthong ist eine Verbindung von zwei Selbstlauten. Das Tschechische hat nur einen Diphthong --ou, der aus einem silbischen und unsilbischen Selbstlaut gebildet ist. In Lehnwörtern erscheinen auch --au (z.B. auto) und --eu (z.B. pneumonie). Im Deutschen existieren drei Diphthonge [ae], [ao], [oo]. Jeder Diphthong hat mehrere Grapheme. Es geht um die Kombination eines offenen und geschlossenen Vokals. Jeweils der erste Vokal trägt den Akzent. Was die Konsonanten betrifft, hat Tschechisch mehr konsonantische Phoneme als Deutsch. Im Deutschen gibt es kein ø, », ï, ò. Tschechisch hat fünfundzwanzig Konsonanten, Deutsch hat etwa dreiundzwanzig konsonantische Phoneme. Die Konsonanten teilt man nach der Bildungsart, der Bildungsstelle sowie nach dem Artikulierungsorgan und dem auditiven Nachgefühl. Ich vergleiche als Beispiel drei Paare von konsonantischen Phonemen. Es geht um die Phoneme p, t, k und b, d, g. Eine charakteristische Eigenschaft für diese Phoneme im Tschechischen ist ihre Stimmlosigkeit bzw. Stimmhaftigkeit. Im Deutschen charakterisieren wir nicht nur diese Eigenschaft, sondern auch Aspiration und die Spannung der Artikulationsmuskulatur. 1.2 Suprasegmentale Ebene Für einen Ausländer ist es schwer, die Aussprache so zu beherrschen, dass er nahezu akzentfrei spricht. Es gibt viele Unterschiede in der Aussprache des Tschechischen und Deutschen. Diese Differenzen betreffen den Wort- und Sprechakzent, die Reduktion und Intonation, d.h. die suprasegmentale Ebene. In unserer Muttersprache denken wir nicht mehr darüber nach, wo sich der Akzent befindet. Er liegt immer auf der Stammsilbe und auch die Intonation ist für uns automatisch, uns führt das Sprachgefühl. Ich konzentriere mich in meiner Arbeit auf die größten Unterschiede, die man zwischen Deutsch und Tschechisch finden kann. Als das wichtigste Problem für die Tschechen betrachte ich den deutschen Akzent. Nur eine Erscheinung haben beide Sprache gemeinsam, und zwar, dass der Akzent dynamisch ist. Unterschiedlich ist, dass der deutsche Wortakzent sehr stark ist. Wenn man diesen starken Akzent nicht einhält, dann passiert, dass niemand den Sprecher versteht. Hier machen die tschechischen Muttersprachler die wichtigsten Aussprachefehler, weil der tschechische Wortakzent ziemlich schwach ist und der Unterschied zwischen betonten und unbetonten Silben nicht so groß ist wie in der deutschen Sprache. In der tschechischen Sprache liegt die Betonung auf der ersten Silbe des Wortes. Das nennt man Hauptakzent. Wenn das Wort mit einer Vorsilbe verbunden ist, dann befindet sich die Betonung auf der Vorsilbe. Es gibt auch den Nebenakzent auf der ungeraden Silbe des mehrsilbigen Wortes. Ebenso wie im Tschechischen liegt die Betonung im Deutschen fast immer auf der ersten Silbe -- auf der Stammsilbe. Ein starker Akzent auf einer bestimmten Silbe führt zur starken Reduktion der anderen unbetonten Silben. Für eine gute Aussprache muss man gerade diesen starken Akzent einhalten. Bei Wörtern mit trennbaren Vorsilben liegt der Akzent auf der ersten Silbe, bei untrennbaren Vorsilben liegt die Betonung auf der Stammsilbe. Bei zusammengesetzten Wörtern ist der erste Teil betont. Viele Fremdwörter sind endbetont. Der deutsche Akzent hat auch eine distinktive Funktion, indem man auf Grund der Betonung des Wortes seine Bedeutung unterscheidet. Diese Funktion finden wir in der tschechischen Sprache nicht. Deutsch ist also eine akzentzählende Sprache, Tschechisch ist eine silbenzählende Sprache. Ein weiteres wesentliches Merkmal der deutschen Aussprache ist die Reduktion. Wie ich schon geschrieben habe, kommt es auf Grund des starken Akzents auch zu einer starken Reduktion. Das bezieht sich auf alle unbetonten Silben. Reduzierte Endsilben sind -e, -en, -em, -es, -et, -el, -eln, -est und -er. Nicht zu vergessen ist die Intonation. Im Deutschen unterscheidet man ähnlich wie im Tschechischen drei Intonationstypen. Die sinkende, weiterführende und die steigende Intonation. Hier geht es um die Änderung der Lauthöhe hauptsächlich am Ende des Satzes. Am häufigsten benutzt man die sinkende Satzmelodie bei Aussagesätzen, Fragesätzen, Doppelfragen, Imperativsätzen. Die steigende Satzmelodie betrifft die Fragesätze ohne Fragewort, Nachfragen und Fragen mit Erstaunen. Und als Letztes benutzt man die weiterführende Satzmelodie, die sich auf Satzgefüge bezieht. 2. Das Lehrbuch "Wer? Wie? Was?" Dieses Lehrbuch wurde von Harald Seeger in den achtziger Jahren geschrieben und entstand auf Veranlassung und unter Mitwirkung des Bundesverwaltungsamts - Zentralstelle für das Auslandsschulwesen in Köln. Es besteht aus drei Bänden für 10- bis 15-Jährige. Die erste Ausgabe erschien schon im Jahr 1985. Zur Verfügung habe ich die fünfte Ausgabe aus dem Jahr 1991, bei der man Erfahrungsberichte und Verbesserungsvorschläge von Lehrern und Arbeitsgruppen an Deutschen Schulen im Ausland berücksichtigte. Außerdem wurden neuere Ergebnisse der Pragmalinguistik einbezogen und man trug dem derzeitigen Stand der Fremdsprachendidaktik und -methodik Rechnung. Das Buch ist nicht einer bestimmten Methode verpflichtet, sondern bietet durch verschiedene Arbeitsvorschläge einen breiten Spielraum für den Unterricht. Ich werde mich mit dem ersten Band dieser Reihe beschäftigen. Es ist für Schüler zwischen 8 und 12 Jahre bestimmt und beinhaltet ein Kursbuch, ein Schülerarbeitsheft, ein Lehrerhandbuch, zwei Audiokassetten, die Handpuppe Tanja und Diapositive. Das Kursbuch umfasst vierzehn Lektionen und orientiert sich in Themen und Inhalten der angesprochenen Altersgruppen. Jede Lektion besteht aus einem Einleitungstext, einem Text, der durch Bilder ergänzt ist, aus mündlichen Übungen und einem grammatischen Überblick. In den Texten und Bildern sollen die Schüler etwas über die Lebensverhältnisse und Gewohnheiten Gleichaltriger in der BRD vor 1989 erfahren. Das Arbeitsheft zielt besonders auf die Schulung der schriftlichen und mündlichen Fertigkeiten ab. Es besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil besteht aus verschiedenen Spielen, Dialogen, Ergänzungsübungen, Erzählungsübungen, Kreuzworträtseln usw. Der andere Teil ist ein Wortverzeichnis, das als Vokabelheft benutzt werden kann. Das Lehrerhandbuch ist auch in zwei Teile geteilt. Der erste Teil bietet uns einen Überblick über Anlage und Zielsetzung des Lehrgangs sowie Erläuterungen zu den damit verbundenen methodisch-didaktischen Fragen. Der andere Teil enthält konkrete Arbeitsvorschläge, die dem Lehrer die Gestaltung des Unterrichts erleichtern sollen. Die LehrerInnen benutzen die Kassetten ab der ersten Lektion. Alle Dialoge und Texte wurden von Deutschen gesprochen. Die Schüler lernen, einen unbekannten Sprecher zu hören und ihre Aufmerksamkeit nur der auditiven Seite zu widmen. Dieser Grundkurs beschränkt sich auf die damalige Bundesrepublik Deutschland vor der Wende 1989, weil es wie bereits oben angeführt, in den 80er Jahren entstand, d.h. vor der Wiedervereinigung Deutschlands. Das Ziel dieses Kurses ist, die Schüler in die deutsche Sprache einzuführen und ihnen Fertigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln damit sie sich in verschiedenen Situationen mündlich und schriftlich verständigen können. Dieses Buch ist für Kinder bestimmt, die die Sprache lernen. Es handelt sich dabei in den meisten Fällen um Anfänger, die noch nie Deutsch gehört haben. Der Schwerpunkt liegt auf dem Hörverstehen und auf der Kommunikation zwischen Partnern. Das spielt die wichtigste Rolle beim Lernen der Phonetik, aber wenn es um die Anfänger geht, genügt das nicht. Der Lehrer muss den Kindern beibringen, wie man verschiedene Laute ausspricht, da es zwischen Deutsch und Tschechisch viele Unterschiede gibt, wie bereits im Teil zur segmentalen Ebene aufgezeigt wurde. Im nächsten Teil der Arbeit werde ich noch auf die häufigsten Fehler der Tschechen eingehen. In diesem Lehrbuch hängt die Vermittlung der Aussprache der einzelnen Lauten vom Lehrer ab. Es fehlen Übungen zu problematischen Lauten, die von den SchülerInnen geübt und wiederholt werden müssen. Dies betrifft nicht nur die Laute, sondern auch die Intonation. Das Buch konzentriert sich stark auf die mündliche Äußerung und Kommunikation, ohne dabei der phonetischen und grammatisch korrekten Aussprache im Prozess der schrittweisen Beherrschung der Sprache dem notwendigen Platz einzuräumen. 3. Das Buch "Start mit Max" Dieses Buch stammt von tschechischen Verfassern. Es wurde im Jahre 2000 herausgegeben. Es ist für Kinder der Grundschulen bestimmt, vor allem für acht- bis zehnjährige Schüler, die in diesem Alter mit Deutsch als Fremdsprache anfangen. Es ist an die Themen dieser Zielgruppe angepasst, beschrieben werden übliche Situationen der Kindheit. Es besteht aus einem Komplex von zwei Lehrbüchern und soll ein Unterrichtsprogramm von 2 Jahren ausfüllen. Bestandteil des ersten Lehrbuchs ist ein phonetischer Kurs, der die Grundlage für das Aussprachetraining darstellt. Das Buch ist nicht nur auf Deutsch geschrieben, sondern die Einleitungen zu verschiedenen Übungen sind auf Tschechisch. Der Unterricht mit diesem Buch ist vor allem auf das Hörverstehen und die Entwicklung der Sprachfertigkeit ausgerichtet. Grammatik wird nur kurz eingeführt. Der Wortschatz zählt etwa sechshundert Wörter. Den ersten Teil begleitet die Figur MAX -- ein Bleistift. Zum Lehrbuch gehören ein Arbeitsheft sowie audiovisuelle Kassetten, die von deutschen Muttersprachlern besprochen wurden. Den Kindern werden Informationen über das Leben und die Kultur in deutschsprachigen Ländern vermittelt. Das Lehrbuch besteht aus vier Teilen, die wiederum in kleinere Einheiten und Übungen untergliedert sind. Am Anfang ist ein phonetischer Kurs. Jeder Teil enthält den wichtigsten Wortschatz, der ins Tschechische übersetzt ist. Weiterhin sind verschiedene Hörtexte, Dialoge, Spiele, Gedichte, Sprichwörter usw. aufgeführt. Das Arbeitsheft regt zum weiteren Üben des Lehrstoffes an. Auch hier stehen den Schülern verschiedene Spiele wie Kreuzworträtsel, Ergänzungen oder Rätsel zur Verfügung. Weiter gibt es hier auch Hörtexte. Am Ende jedes Teiles wird das Thema Grammatik kurz aufgegriffen. Das Ziel dieses Kurses ist die Einübung und die Aneignung der richtigen Aussprache der deutschen Lauten sowie die Beherrschung der Intonation und Akzentuierung. Am Anfang des Lehrbuches steht das ABC-Lied, in dem die Kinder das deutsche Alphabet kennen lernen. Sie üben und singen die einzelnen Buchstaben. Der Lehrer kann danach Übungen zu Lauten in verschiedenen Wörtern anschließen. Meistens ist kurz beschrieben, wie man die Laute aussprechen soll. Manchmal reicht aber diese kurze Beschreibung nicht. Wenn sich der Lehrer nur an das Lehrerhandbuch hält, trainiert er einige Vokale falsch. Leider fehlen Übungen zu den schwierigsten Lauten. Deshalb halte ich es für notwendig im nächsten Teil ein paar Übungen als Beispiel anzuführen. 4. Vergleich der Lehrbücher aus der phonetischen Sicht Beide Bücher zielen auf das Hörverstehen ab. In jeder Lektion sind viele Dialoge und Texte zu hören. Man kann sie nachsprechen und so die Aussprache der Laute sowie die Intonation üben. Die Methode des Anhörens ist sehr gut und wichtig, aber es ist nötig viel zu hören, nicht nur in der Unterrichtstunde, sondern auch zu Hause, zum Beispiel indem die SchülerInnen deutsche Sendungen verfolgen. Die LehrerInnen können nicht die ganze Unterrichtstunde dem Anhören widmen. Zum weiteren Trainieren der Aussprache würden dem Lehrer einzelne Übungen und Spiele mit verschieden Wörtern sowie mit problematischen Lauten helfen, die den Wortschatz der Lektion bilden. Gerade solche Übungen und Spiele fehlen aber in beiden Lehrbüchern. Im Lehrbuch "Wer? Wie? Was?" beruht alles auf der Methode des Anhörens, es gibt aber keine Übungen zum Trainieren der Laute. Im Buch "Start mit Max" gibt es kleine Dialoge zu hören und anschließend ein paar Übungen zum Wiederholen der angewendeten Vokabeln. Mir scheint es sinnvoll die zwei Lehrbücher durch einige Übungen und Spiele zu ergänzen. LehrerInnen könnten es in dem Unterricht mit den Kindern helfen. Ein wichtigstes Kriterium bei der Auswahl der Übungen sind die häufigsten Aussprachefehler tschechischer Muttersprachler, an deren Beseitigung bzw. Behebung intensiv gearbeitet werden muss. Zu jedem problematischen Vokal, Konsonanten oder Diphthong wähle ich eine Übung oder ein Spiel aus, die dabei helfen, Problembereiche in der Aussprache auf unterhaltsame Weise zu beseitigen. 5. Typische Ausprachefehler der tschechischen Muttersprachler Das Erste, was Tschechen großen Schwierigkeiten macht, ist der starke deutsche Akzent. Die starke Akzentsilbe führt zur starken Reduktion der unbetonten Silben. Im Tschechischen gibt es keinen großen Unterschied zwischen betonten und unbetonten Silben. Weiter haben Tschechen Ausspracheprobleme mit den acht Vokalen, die im Tschechischen nicht vorkommen. Das sind: das lange geschlossene E, das lange geschlossene O, das gerundete lange/kurze Ü, das gerundete lange/kurze Ö, das abgeschwächte E und das vokalisierte R. Im Tschechischen haben wir nur einen Diphthong ou. Die anderen Diphthonge kommen nur in Fremdwörtern vor. Deutsch hat drei Diphthonge: ei/ai, eu/äu und au. Der erste Vokal ist betont und der zweite ist abgeschwächt. Bei den Konsonanten haben Tschechen hauptsächlich mit denjenigen Konsonanten Probleme, die entweder nur stimmhaft oder nur stimmlos artikuliert werden. Dazu gehören drei gespannte Konsonanten, die aspiriert ausgesprochen werden: P, T, K. Andere problematische Konsonanten sind das velare N, das deutsche R, der Ich-Laut und das deutsche L. Ein weiterer Unterschied zwischen Deutsch und Tschechisch ist in der Assimilation zu finden. Im Deutschen dominiert die progressive Assimilation, im Tschechischen gibt es die regressive Assimilation. Die Aussprache muss deshalb oft geübt werden, damit eine negative Beeinflussung durch regressive Assimilation vermieden wird. Das letzte Problem liegt in der Satzmelodie, die die Deutschen stark einhalten: Kraft und Tempo der Stimme, Pausen, Akzent. Das alles führt zu einer korrekten Intonation, die die Tschechen nicht so stark einhalten. 6. Ausspracheübungen Die Übungen habe ich auf Grund der häufigsten Aussprachefehler der Tschechen ausgewählt. Zuerst beschäftige ich mit den Vokalen, hauptsächlich mit den sechs Vokalen, die die Tschechen nicht kennen. Weiter mit den Konsonanten und Diphthongen. Abschließend dürfen auch einige Intonationsübungen nicht fehlen. 6.1 Vokale lang -- kurz Die deutschen Vokale sind entweder lang oder kurz. Sie unterscheiden sich in der Sprechspannung und im Grad der Mundöffnung. Deshalb teilt man Vokale in lange, gespannte und geschlossene oder in kurze, ungespannte und offene. 6.1.1 Familiennamen Die Kinder hören von der Kassette die Familiennamen und vergleichen die Vokalpaare. Sie unterscheiden, ob der erste Name einen kurzen, der zweite einen langen Akzentvokal hat. Sie wiederholen die Namen und dabei nehmen sie die Arme ganz weit auseinander oder ganz eng zusammen. 1. Frau Sesterhahn - Frau Sesterhann 2. Herr Sonnenbehler - Herr Sonnenbeller 3. Fräulein Schieler - Fräulein Schiller 4. Frau Schooler - Frau Scholler 5. Herr Schmuhler - Herr Schmuller 6.1.2 Geschenke Die Kinder hören den Lehrern zu, was Peter zum Geburtstag von seinen Freunden bekommen hat. Sie achten auf die unterstrichenen Vokale und schreiben daneben, ob sie lang (l) oder kurz (k) sind. ein Flugzeug - eine Hose - ein Spiel - ein Schiff - Schuhe - eine Tasche- ein Fussball - eine Mütze - ein Kuli - 6.2 Ö-Laute und Ü-Laute Diese vorderen runden Vokale stellen für viele Schüler große Schwierigkeiten dar, weil sie im Tschechischen völlig unbekannt sind. Wichtig ist, dass man immer den Mund runden muss, nicht nur bei langen, sondern auch bei kurzen Vokalen. Dabei bleibt auch die hohe Zungenstellung erhalten. Bei der Bildung des Vokals Ü gehen wir am besten von I aus. Bei der Bildung des Vokals Ö kann man vom E ausgehen. 6.1.1 Sprichwörter Die Kinder hören zu und unterstreichen die Wörter mit Ö, dann schreiben sie die einzelnen Wörter in die Tabelle. Neue Töpfe kochen gut. Allzeit fröhlich ist unmöglich. Können geht über Wollen. Eine schöne Frau hat immer Recht. Von der Schönheit kann man nicht leben. lang kurz 6.3 E-Laute Deutsche E-Laute sind ein großes Problem für die Tschechen. Die Deutschen haben sechs unterschiedliche Phoneme der E-Laute, u. a. sind es auch ein kurzes offenes E und ein langes offenes E. Diese zwei Phoneme kann man auch im Tschechischen finden. Die anderen Laute sind aber problematisch. Es sind das lange geschlossene E und das reduzierte oder abgeschwächte E. Bei der Bildung des langen geschlossenen E kann man von I ausgehen. Der Mund ist nicht rund und der Kieferwinkel ist klein. Das reduzierte E kann nur im Inlaut oder im Auslaut vorkommen. Man übt dieses abgeschwächte E mit einem starken Akzent. 6.3.1 Der Regenschirm Die Schüler hören und lesen die kleine Geschichte und unterstreichen alle Wörter mit E-Lauten. Sie nehmen vier Pastellstifte und markieren die jeweiligen E-Laute mit der entsprechenden Farbe. Sie verteilen so die vier Phoneme der E-Laute. Herr Mehler geht spazieren. Ihm kommt ein älterer Herr mit einem Regenschirm entgegen. Herr Mehler bleibt stehen und fragt: "Wir kennen uns doch -- oder?" Der ältere Herr antwortet: "Ich kenne Sie nicht, ich habe Sie noch nie gesehen." "Aber ich erkenne Sie an diesem Regenschirm", sagt Herr Mehler. Der Herr wird nervös: "Sehen Sie, den hatte ich bis gestern noch gar nicht." Herr Mehler nickt: "Ich hatte ihn bis gestern. Es ist mein Regenschirm. Geben Sie ihn mir zurück?" 6.4 Konsonanten Im Deutschen stehen gespannte und ungespannte Konsonanten gegenüber. Sie bilden Paare, z.B. p und b wie in packen und backen, t und d wie in tanken und danken, und k und g wie in Kern und gern. 6.4.1 Kettenspiel Die Schüler hören Vornamen und sprechen sie nach. Astrid, Alfred, Bernd, Bertold, Eberhard, Eduard, Edmund, Ferdinand, Gerhard, Gertrud, Gertraud, Ingrid, Sigrid, Rotraud, Wilfried Sie wählen nun einzelne Namen aus für das Kettenspiel, bei dem immer wiederholt wird, was vorher gesagt wurde und ein weiterer Name angefügt wird. Ich kenne Eberhard. Ich kenne Eberhard und Bertold. Ich kenne Eberhard und Bertold und......... 6.5 R-Laute Die deutschen R-Laute gelten allgemein als schwierig. Im Deutschen gibt es das Zungenspitzen-R, das Reibe-R oder das Zäpfchen-R. Alle drei R-Formen sind akzeptiert, in den Medien dominieren Reibe- und Zäpfchen-R. Dann gibt es jedoch noch eine weitere, sehr häufig verwendete R-Variante: das vokalisierte R, das eigentlich ein Vokal ist. 6.5.1 Urlaub Die Schüler hören Wortgruppen, in denen kein konsonantisches R enthalten ist: Der Sommer am Meer Sommerurlaub Ein schöner Urlaub Winterurlaub Am Ufer Urlaub im Dezember Am Wasser Urlaub im September Sommer und Winter Für Kinder und Erwachsene 6.5.2 Der Hund Die Schüler hören das Gedicht. Sie streichen die vokalisierten R-Laute durch. Der blaue Hund Geh ich in der Stadt umher Kommt ein blauer Hund daher, Wedelt mit dem Schwanz so sehr, Nebenher, Hinterher Und verlässt mich gar nicht mehr. Wedelt mit den blauen Ohren, Hat wohl seinen Herrn verloren. 7. Schluss Zu meiner Bakalaureatsarbeit habe ich das Thema Analyse deutscher und tschechischer Lehrmaterialien aus phonetischer Sicht gewählt. Ich habe dazu zwei Lehrbüchern beschrieben. Das erste Lehrbuch war in Deutschland herausgegeben, das andere Lehrbuch ist die tschechische Produktion. Wie schon im Titel meiner Arbeit steht, habe ich mich mit der Problematik der Phonetik und Phonologie beschäftigt. Es geht um ein breites Thema, in dem ich mich auf wichtigste Punkte konzentriert habe. Ich habe zuerst die segmentale und suprasegmentale Ebene der Phonetik beschrieben. Weiter habe ich kurz über die einzelnen Lehrbücher geschrieben und im nächsten Teil habe ich diese Lehrmaterialien aus phonetischer Sicht verglichen. Ich habe nicht nur die positiven Seiten, sondern auch die negativen Seiten der beiden Bücher gezeigt. In der zweiten Hälfte meiner Arbeit habe ich mich auf die typischen Fehler der tschechischen Muttersprachler konzentriert. Ich habe die einzelnen Fehler beschrieben und ich habe zu einigen Fehrelrn verschiedene Übungen und Spiele aus einigen Quellen vorgeschlagen. Ich habe die Übungen auf Grund des Wortschatzes geändert, denn sie sind für die Kinder im Alter von 8 -- 14 Jahren bestimmt. Ich hoffe, dass es den LehrerInnen bei der Arbeit mit den Kindern in der Unterrichtsstunde zeigt, wie man die Stunde beleben kann und wie man spielerisch die deutsche Aussprache und Intonation lernen kann. 8. Resume Na Masarykovì univerzitì mì velice zaujaly pøedná¹ky a semináøe z fonetiky a fonologie paní doktorky Kováøové, a proto jsem si pro svou závìreènou práci vybrala téma "Porovnání èeských a nìmeckých uèebnic z fonetického hlediska." Z mé vlastní praxe na základní ¹kole vím, ¾e pøi výuce nìmeckého jazyka je problematika fonetiky èasto opomíjena. Uèebnice jsou v tomto smìru nedokonalé a nevìnují se tomuto tématu, které je pro správnou výslovnost a intonaci velmi dùle¾ité. Vzhledem k tomu také øada uèitelu právì této problematice dostateènou pozornost nevìnuje. Pro srovnání jsem si vybrala dvì rùzné uèebnice, které jsou urèeny pro zaèátky seznamování dìtí s nìmeckým jazykem ve vìkové hranici 8 -- 12 let. První kniha byla vydána v Nìmecku v roce 1989, druhá v Èeské republice. U obou knih jsem se vìnovala výhradnì fonetice, která je nedílnou souèástí výuky cizího jazyka zvlá¹tì u zaèáteèníkù. Musela jsem ov¹em zkonstatovat, ¾e v obou vydáních není fonetice vìnováno pøili¹ èasu, tudí¾ nácvik jednotlivých hlásek a intonace je ponechána na individuální práci uèitele. V druhé èásti mé závìreèné práce jsem se soustøedila na nejèastìj¹í chyby èeských rodilých mluvèích. K nìkterým samohláskám a souhláskám jsem uvedla nìkolik cvièení, jak mù¾eme jednotlivé hlásky nacvièit nejen drilem, ale i rùznými básnièkami a hravými metodami. Vìøím, ¾e má práce obohatí tøeba i ostatní budoucí uèitele, kteøí budou mít za cíl nauèit dìti nejen komunikaci, gramatice, ale i správné výslovnosti a intonaci. 9. Literatur FI©AROVÁ, Olga., ZBRANKOVÁ, Milena: Start mit Max. Plzeò: Fraus, 2000 SEEGER, Hafale: Wer? Wie? Was?. Bonn: Gilde-Buchhandlung Carl Kayser, 1991 KOVÁØOVÁ, Alena: Úvod do fonetiky fonologie nìmèiny. Brno, 2003 ROTHENHAGEN, Richard: Phonetischer Grundkurs der deutschen Sprache für Tschechischsprecher. Brno, 2002 HIELSCHER, Andrea und Koll: Deutsch-tschechisches Fehlerlexikon. Praha, 2003 SOCHROVÁ, Marie: Èeský jazyk v kostce pro støední ¹koly. Havlíèkùv Brod: Fragment, 1996 DIELIG, Helga., HIRSCHFELD, Ursula: Phonetik lehren und lernen. München, 2000 DUDEN: Das Aussprachewörterbuch. Band 6. Mannheim/Wien/ZürichTüte, 2000