2014
Die Robinsonade
BINDER, WernerZákladní údaje
Originální název
Die Robinsonade
Název anglicky
The robinsonade
Autoři
Vydání
Wiesbaden, Gründungsszenen soziologischer Theorie, od s. 139-154, 16 s. Not specified, 2014
Nakladatel
VS
Další údaje
Jazyk
němčina
Typ výsledku
Kapitola resp. kapitoly v odborné knize
Obor
50000 5. Social Sciences
Stát vydavatele
Německo
Utajení
není předmětem státního či obchodního tajemství
Forma vydání
tištěná verze "print"
Odkazy
Označené pro přenos do RIV
Ano
Kód RIV
RIV/00216224:14230/14:00076154
Organizační jednotka
Fakulta sociálních studií
ISBN
978-3-531-19800-2
Klíčová slova anglicky
Social theory; social imaginaries; political economy; rational choice theory; phenomenology; sociology of knowledge
Změněno: 28. 4. 2015 14:02, Ing. Alena Raisová
V originále
„Noch der einsame Mann auf der sprichwörtlichen Insel habitualisiert sein Tun“ heißt es in der Gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit von Peter L. Berger und Thomas Luckmann (1992: 56), einem der erfolgreichsten soziologischen Bücher aller Zeiten. Die beiden Autoren greifen in ihrer Theorie der Institutionalisierung – zunächst implizit, dann auch explizit – auf eine literarische Figur aus einem Roman von Daniel Defoe zurück, der bis heute zu den meistgelesenen Büchern überhaupt gehört: Robinson Crusoe (1719). Die Geschichte von „Robinson“ ist aber nicht nur jenen vertraut, die das Buch gelesen haben. „Robinson“ ist schon früh der Enklave der Literatur entflohen und zu einem Teil des „sozialen Imaginären“ (Taylor 2002) geworden, das alle Bereiche der modernen Gesellschaft durchdringt. Dies zeigt vor allem die ökonomische Karriere der Robinsonade, von der politischen Ökonomie des 18. Jahrhunderts über die neoklassische Revolution im ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die ökonomischen Lehrbücher des 20. und 21. Jahrhunderts. Der Erfolg der Robinsonade als einer sozialwissenschaftlichen Gründungsszene ist bemerkenswert, weil sie für diesen Zweck zunächst denkbar ungeeignet erscheint: Schließlich handelt es sich bei ihr um literarische Fiktion, in der von gesellschaftlichen Zusammenhängen abstrahiert wird. Im Folgenden soll der Frage nachgegangen werden, warum sich die Robinsonade als fiktiver Grenzfall des Sozialen gerade in der Ökonomie und der Soziologie einer so großen Beliebtheit erfreut. Nach einer knappen Skizze des gattungsbegründenden Romans und seiner soziologischen Rezeption werden zunächst die allgemeinen Strukturmerkmale der Gründungszene im Rückgriff auf Arbeiten zur Robinsonade als literarischer Gattung herausgearbeitet. Zweitens, ist die Entstehung der Robinsonade (und der mit ihr verwandten Theorien des Naturzustands) im Kontext eines neuzeitlichen Imaginären zu diskutieren.
Anglicky
The paper explores the history and contemporary relevance of the robinsonade as fictitious marginal case of the social for economic and sociological theorizing. First, after a brief sketch of Daniel Defoe's foundational novel, the general structural properties of the resulting literary genre will be discussed. Second, it will be shown that the robinsonade is embedded in a specific modern social imaginary, connected to Descartes, Hobbes and the discovery of the new world. Third, the use of the robinsonade and its criticism in economics will be discussed. The fourth and fifth chapter deals with the sociological importance of the robinsonade, on the on hand for rational choice theories, on the other hand for the phenomenological sociology of knowledge of Berger and Luckmann. Finally, the function of the robinsonade for social theorizing will be discussed in general as well as with regard to its specific forms.
Návaznosti
| MUNI/A/0995/2013, interní kód MU |
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